Parbasdorf

Gemeinde im Bezirk Gänserndorf, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Parbasdorf ist eine Gemeinde mit 177 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Marchfeld (Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich).

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Parbasdorf
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Parbasdorf
Parbasdorf (Österreich)
Parbasdorf (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gänserndorf
Kfz-Kennzeichen: GF
Fläche: 10,23 km²
Koordinaten: 48° 17′ N, 16° 35′ O
Höhe: 156 m ü. A.
Einwohner: 177 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 17 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2232
Vorwahl: 02247
Gemeindekennziffer: 3 08 46
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Parbasdorf 32
2232 Parbasdorf
Website: https://www.parbasdorf.gv.at/
Politik
Bürgermeister: Markus Hansi (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(13 Mitglieder)
13
13 
Insgesamt 13 Sitze
Lage von Parbasdorf im Bezirk Gänserndorf
Lage der Gemeinde Parbasdorf im Bezirk Gänserndorf (anklickbare Karte)
Lage der Gemeinde Parbasdorf im Bezirk Gänserndorf (anklickbare Karte)
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW

Geografie

Rußbach

Parbasdorf liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Der Ort ist als Angerdorf angelegt, durch das der Rußbach fließt und in dessen Mitte eine kleine Kirche steht. Diese Form und die bäuerliche Struktur hat sich durch die Abgeschiedenheit bis heute erhalten.

Die Gemeinde liegt in der Ebene des Marchfeldes auf rund 150 Meter Meereshöhe. Von der Gesamtfläche von zehn Quadratkilometer sind neunzig Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, je zwei Prozent entfallen auf Gewässer und auf Wald.[1]

Gemeindegliederung

Es gibt nur die Katastralgemeinde Parbasdorf.

Nachbargemeinden

Geschichte

Der Name des Ortes wandelte sich im Laufe der Zeit: Perwolfesdorf (1180), Perwarsdorf (1250), Parwolfsdorf (1307), Perwolfdorf, Parweinsdorf (1324), Paerboltzdorf (1345), Perbleinsdorf (1431), Baumersdorf (1809)

Parbasdorf war landesfürstlich, ab dem Ende des 15. Jahrhunderts lag es öde und die Gründe brach. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde es wieder aufgestiftet. Danach konnte die Herrschaft Wolkersdorf die Gerichtsbarkeit an sich ziehen.

In der Schlacht bei Wagram wurde der Ort schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zur Mittagszeit des 5. Juli 1809 ordnete Napoléon an, gegen Parbasdorf vorzudringen. Bereits nach kurzer Zeit stand der Ort durch den Einsatz von 40 Geschützen in hellen Flammen. Die im Ort befindliche Brigade unter dem Kommando von Generalmajor Ignaz Graf zu Hardegg wehrte sich gegen den von General Oudinot geführten Angriff heldenhaft, sodass Hardegg die Anerkennung Napoléons, sowie die Verleihung des Militär-Maria-Theresien-Ordens zuteilwurde.

Der Historiker Franz Xaver Schweickhardt beschreibt den Ort im Jahre 1833 folgendermaßen: „Ein Ort im Marchfelde, welcher 31 Häuser zählt, drei Stunden von der Hauptstadt Wien entfernt liegt und wovon das Städtchen Enzersdorf der Brief- und Filialaufgabsort ist. Zur Pfarre und Schule ist die Gemeinde nach Markgrafneusiedl gewiesen und mit dem Werbkreis zum Linien-Infanterie-Regimente Nr. 4. Landgericht, Grund-, Orts- und Conskriptionsobrigkeit ist die Herrschaft Wolkersdorf.“

Im Jahre 1854 wurde die Benediktion der zur Pfarre Markgrafneusiedl gehörenden Filialkirche genehmigt. Seit 1838 wurde in den fünf Wintermonaten Schulunterricht gehalten, 1894 ein einklassiges Schulhaus erbaut und 1941 aufgelassen.

Das Gemeindearchiv ging 1945 verloren, als die sich zurückziehenden deutschen Truppen der von Markgrafneusiedl eindringenden Roten Armee Widerstand leisteten. Der Häuserbestand blieb, wenngleich schwer beschädigt, größtenteils erhalten.

Einwohnerentwicklung

Parbasdorf: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2024
Jahr  Einwohner
1869
 
183
1880
 
177
1890
 
202
1900
 
204
1910
 
223
1923
 
203
1934
 
193
1939
 
236
1951
 
167
1961
 
147
1971
 
130
1981
 
130
1991
 
110
2001
 
135
2011
 
159
2021
 
167
2024
 
167
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Filialkirche Parbasdorf

Wirtschaft

Im Jahr 2001 gab es nur eine (1) nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätte, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 19. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 64. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 51,85 %.

Politik

Gemeindeamt von Parbasdorf

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder.

Bürgermeister

Ortsrichter
  • 1751–1766 Simon Iser
  • 1787 Lorenz Iser
  • 1813 Mathhias Hahn
Gemeindevorsteher
  • 1854 Johann Iser
Bürgermeister
  • 1876–1884 Andreas Tröster
  • 1884–1900 Johann Iser
  • 1900–1925 Lorenz Iser
  • 1925–1929 Franz Wieland
  • 1929–1945 Wilhelm Iser
  • 1945–1950 Josef Kuttler
  • 1950–1960 Anton Mayer
  • 1960–1990 Josef Pregesbauer
  • 1990–2000 Johann Gössinger
  • 2000–2010 Wilhelm Iser (ÖVP)
  • 2010–2024 Gregor Iser (ÖVP)
  • seit 2024 Markus Hansi (ÖVP)

Literatur

  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 5. Band: Neusiedl bis Rohrendorf. Sollinger, Wien 1835, S. 65 (ParbasdorfInternet Archive).
Commons: Parbasdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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