Paul-Preuss-Preis

Preis für hervorragende Leistungen von extremen Kletterern und Bergsteigern From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Paul-Preuss-Preis ist eine Auszeichnung für hervorragende Leistungen von extremen Kletterern und Bergsteigern, wobei das bergsteigerische Lebenswerk die Grundlage der Auszeichnung bildet und nicht individuelle Höchstleistungen.

Auszeichnung

Der Preis wird an extreme, aktive Kletterer verliehen, die herausragende Leistungen im Gebirge vollbracht haben und gleichzeitig zweifelsfrei und glaubwürdig dem Grundsatz „by fair means“ gefolgt sind, deren Handeln von bisheriger Vorbildwirkung, von innovativer Zielsetzung und von Nachhaltigkeit bestimmt war. Darüber hinaus sollen die Preisträger im Sinne der Kletterregeln von Paul Preuss auf technische Aufstiegshilfen verzichtet und sich dem freien Klettern verschrieben haben. Ausgezeichnet wird das bergsteigerische Lebenswerk und nicht eine einzelne Höchstleistung.[1]

Der Preis wird einmal pro Jahr meist im ersten Quartal von der Paul-Preuß-Gesellschaft verliehen. Die Jury besteht aus sieben Personen, die sowohl den letztjährigen Preisträger, den Ehrenvorsitzenden und weiteren fünf Mitgliedern der Gesellschaft besteht. Die Jury wird periodisch neu besetzt, jeweils zwei der sieben Mitglieder scheiden nach zwei Jahren aus dem Gremium aus. Die jeweils zwei neuen Juroren werden von den Mitgliedern der Gesellschaft bei der Generalversammlung gewählt.[1] In die Bewertung fließt die Berichterstattung in den Medien genauso ein, wie eigene Veröffentlichungen der Preisträger.

Der Preis besteht aus einer Skulptur von Paul Preuss, einer Urkunde und beim Förderpreis zusätzlich von € 5.000. Die Skulptur besteht aus einer verkleinerten Ausgabe eines lebensgroßen Denkmals, das von Walter Angerer d. J. geschaffen wurde. Das Denkmal wurde 2013 zum 100. Todestages von Preuss eingeweiht und am Ufer des Altausseer Sees aufgestellt.

Der Preis wird seit 2013 verliehen, seit 2021 wird zusätzlich der Förderpreis an junge, besonders talentierte Kletter und Kletterinnen vergeben.

Namensgeber Paul Preuss

Paul Preuß war einer der erfolgreichsten und besten Kletterer seiner Zeit: von 1908 bis 1913 gelangen ihm 1200 Besteigungen, davon 300 im Alleingang und rund 150 Erstbesteigungen. Preuß war ein vielseitiger Alpinist, der nicht nur den Fels beherrschte, sondern auch Erstbegehungen auf Schnee und Eis unternahm. Er betrieb Skibergsteigen, Skitraversen (in beiden Bereichen gelangen ihm Erstbegehungen) und Schneeschuhwandern.[2]

Preuß war ein gefragter Vortragsredner über alpine Themen, seine Vorträge waren sehr beliebt. Er veröffentlichte viele Artikel in alpinen Zeitschriften und den Mitteilungen der Alpenvereine, die Berge und Routen beschreiben, aber auch über Kletterstil und Klettertechnik.[2] Einer dieser Aufsätze war der Ausgangspunkt für den Mauerhakenstreit, der in der Formulierung der Kletterregeln mündete. Einer seiner Grundthesen war, dass Haken nicht zur Fortbewegung benutzt werden sollen; er war der Meinung, dass eine Stelle, die nicht frei bezwungen werden konnte, auch nicht geklettert werden sollte. Haken sollten höchstens zur Absicherung in Notfällen verwendet werden. Er lehnte auch das Abseilen ab und forderte: „Aus eigener Kraft Schwierigkeiten überwinden, im Aufstieg wie im Abstieg – das ist ein Postulat einer ehrlichen, sportlichen Überzeugung“.[3]

Die sechs Leitsätze für das Klettern von Preuß sind:[4]

  1. „Bergtouren, die man unternimmt, soll man nicht gewachsen, sondern überlegen sein.“
  2. „Das Maß der Schwierigkeiten, die ein Kletterer im Abstieg mit Sicherheit zu überwinden im Stande ist und sich auch mit ruhigem Gewissen zutraut, muss die oberste Grenze dessen darstellen, was er im Aufstieg begeht.“
  3. „Die Berechtigung für den Gebrauch von künstlichen Hilfsmitteln entsteht daher nur im Falle einer unmittelbar drohenden Gefahr.“
  4. „Der Mauerhaken ist eine Notreserve und nicht die Grundlage einer Arbeitsmethode.“
  5. „Das Seil darf ein erleichterndes, niemals aber das allein seligmachende Mittel sein, das die Besteigung der Berge ermöglicht.“
  6. „Zu den höchsten Prinzipien gehört das Prinzip der Sicherheit. Doch nicht die krampfhafte, durch künstliche Hilfsmittel erreichte Korrektur eigener Unsicherheit, sondern jene primäre Sicherheit, die bei jedem Kletterer in der richtigen Einschätzung seines Könnens zu seinem Willen beruhen soll.“

Sein Purismus und seine Kühnheit wird noch heute bewundert und haben Einfluss auf heutige Kletterer. So haben die Kletterregeln den Freiklettergedanken populär gemacht. Damit war Preuß auch einer der führenden Alpinisten in Kletterethik und -technik. Diese Kletterethik sind auch die Basis für die Bewertungsmaßstäbe der Kandidaten für den Preis.

Preisträger und Preisträgerinnen (Auswahl)

Commons: Paul-Preuss-Preis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI