Paul Rideout

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Paul David Rideout (* 14. August 1964 in Bournemouth) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler. Als Stürmer war er vor allem in der ersten englischen Liga für Aston Villa, den FC Southampton und den FC Everton bekannt. Größter Erfolg in seiner Karriere war der Gewinn des FA Cups 1995, als er beim 1:0-Finalsieg gegen Manchester United das entscheidende Tor schoss.

Schnelle Fakten Personalia, Junioren ...
Paul Rideout
Personalia
Voller Name Paul David Rideout
Geburtstag 14. August 1964
Geburtsort Bournemouth, England
Größe 180 cm
Position Stürmer
Junioren
Jahre Station
1978–1980 Swindon Town
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1980–1983 Swindon Town 95 (38)
1983–1985 Aston Villa 54 (19)
1985–1988 AS Bari 99 (23)
1988–1991 FC Southampton 75 (19)
1990–1991  Swindon Town (Leihe) 9 0(1)
1991 Notts County 11 0(3)
1992 Glasgow Rangers 12 0(1)
1992–1997 FC Everton 112 (29)
1997 Qianwei (Vanguard) Huandao 18 0(2)
1998–1999 Kansas City Wizards 27 0(4)
1999 Chongqing Longxin 26 0(2)
2000 Shenzhen Ping’an Kejian 10 0(0)
2000–2002 Tranmere Rovers 46 0(6)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1982–1983 England Jugend 7 (1)
1984–1986 England U21 6 (1)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
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Sportlicher Werdegang

Anfänge: Über Swindon Town zu Aston Villa

Rideout machte sich schon in jungen Jahren einen Namen als großes Fußballertalent, als er am 7. Juni 1980 im Wembley-Stadion mit einer englischen Schülerauswahl gegen Schottland antrat und einen Hattrick erzielte. Die Partie vor 69.000 Zuschauern ging zwar mit 4:5 verloren, aber mit ihm und Paul McStay auf schottischer Seite hatten sich zwei später renommierte Profispieler erstmals auf großer Bühne präsentiert. So wunderte es auch nicht, dass er bereits im Alter von 16 Jahren und 107 Tagen als jüngster Spieler der Vereinsgeschichte zu seinen ersten Profieinsätzen für den Drittligisten Swindon Town kam und letztlich vier Tore in 16 Partien der Saison 1980/81 schoss. In der anschließenden Spielzeit 1981/82 war er Stammspieler bei den „Robins“, konnte aber trotz 14 Treffern den Abstieg in die Viertklassigkeit nicht verhindern. Etwas überraschend blieb er dem Klub auch in der untersten Profiliga erhalten und war zuverlässiger Torjäger mit 20 Ligatreffern im Kampf um den Wiederaufstieg. Als dieser jedoch misslang, wechselte er im Juni 1983 für die Ablösesumme von 200.000 Pfund zum Erstligisten Aston Villa, der von Tony Barton trainiert wurde und nur ein Jahr zuvor den Europapokal der Landesmeister gewonnen hatte.[1]

Nach einer Debütsaison 1983/84 mit 25 Erstligaeinsätzen gelang ihm in seinem zweiten Jahr unter dem neuen Trainer Graham Turner mit 14 Toren in 29 Erstligaspielen der sportliche Durchbruch, wenngleich zwei Mittelfeldplätze in den Endtabellen für die hohen Ambitionen von Aston Villa unzureichend waren. In einer Zeit, als der englische Fußball spätestens nach der Heysel-Katastrophe in Verruf geraten war und englische Vereine schließlich für mehrere Jahre von Europapokalspielen ausgeschlossen wurden, folgte Rideout dem Ruf aus Italien. Wie andere renommierte Spieler wie Graeme Souness, Trevor Francis, Ray Wilkins und Mark Hateley wechselte er dann im Sommer 1985 ebenfalls nach Südeuropa, wenngleich zum verhältnismäßig „kleinen“ AS Bari, der gerade erst in die Serie A aufgestiegen war. Mit ihm heuerte noch sein Mitspieler Gordon Cowans in Bari an und die kombinierte Ablösesumme soll bei circa 850.000 Pfund gelegen haben.[2]

Wechsel nach Italien und Rückkehr nach England

Die frische Erfahrung von italienischem Erstligafußball hielt nur ein Jahr an, aber Rideout erfüllte nach dem Abstieg seinen Dreijahresvertrag auch in der Serie B, bevor ihn im Juli 1988 der FC Southampton zurück in die englische First Division holte. Federführend war erneut Tony Barton, der als Assistent von Southamptons Trainer Chris Nicholl den Kontakt zu ihm herstellte. Nicholl schätzte seinen Neuzugang als „guten Zielspieler, mit ebenso guter Laufleistung und Kopfballstärke“. Rideout war in Southampton Teil einer offensivfreudigen Mannschaft und wenngleich Titel ausblieben, sorgte Nicholl mit seinem 4-2-4-System für zahlreiche Highlights im englischen Fußball der späten 1980er-Jahre, darunter ein spektakulärer 4:1-Heimsieg im Oktober 1989 gegen den späteren Meister FC Liverpool – den Rideout als sein Lieblingsspiel für die Saints bezeichnete. Kurz nachdem Nicholl im Jahr 1991 entlassen worden war, verließ auch Rideout im September 1991 den Verein in Richtung des Erstligaaufsteigers Notts County, nachdem er zum Ende der Saison 1990/91 bereits bei seinem Ex-Klub Swindon Town zwei Monate lang auf Leihbasis ausgeholfen hatte und war dabei auch dem aufstrebenden Alan Shearer in Southampton aus dem Weg gegangen.

In Nottingham fand er sich sofort im Abstiegskampf wieder und Trainer Neil Warnock machte schnell klar, dass Rideout die benötigte Verstärkung sei, mit der man den Klassenerhalt sichern und sich für die neu geschaffene Premier League qualifizieren würde. Diese Erwartungen konnte Rideout jedoch nicht erfüllen und nach gerade einmal vier Monaten mit drei Toren in 11 Erstligaspielen war offensichtlich, dass die erhoffte sportliche Belebung der Mannschaft nicht gelang. Bereits Mitte Januar 1992 zog er für die Ablösesumme von 500.000 Pfund zum schottischen Spitzenklub Glasgow Rangers weiter.[3]

Kurzer Ausflug nach Schottland

Kurz nach seiner Verpflichtung debütierte Rideout beim 2:0-Sieg gegen Hibernian Edinburgh und bildete dabei ein Sturmduo mit Ally McCoist. Es war aber offenkundig, dass Rideout als Ersatzmann für Mark Hateley galt, der sich wiederum in sportlicher Topform befand. Die Rangers wollten nach dem Abgang von Mittelstürmer Mo Johnston in erster den Kader in der Offensive stärken. Am 29. Februar 1992 schoss Rideout gegen den Airdrieonians FC (5:0) sein erstes (und einziges) Tor für die Rangers, wobei Hateley ein Hattrick gelang. „McCoist & Hateley“ wurde im Angriff zu einer regelrechten Marke und bei beiden schossen in den beiden Spielzeiten 1991/92 und 1992/93 insgesamt 110 Tore. So geriet Rideouts Ausflug nach Schottland kurz mit gerade einmal einem Tor in 15 Einsätzen, wenngleich er siebenmal eingewechselt worden war. Dazu zählte auch ein Auftritt im Halbfinale des schottischen Pokals, als die Rangers mit 10 Spielern gegen den Rivalen Celtic Glasgow mit 1:0 gewannen. Nach dem Gewinn des „Doubles“ aus Pokal und Meisterschaft kehrte er nach England zurück und schloss sich an seinem 28. Geburtstag dem FC Everton an.[2]

Pokalsieger beim FC Everton

Sein erstes Jahr für Everton im Goodison Park verlief enttäuschend; er schoss gerade einmal drei Tore und konnte sich gegen die im Angriff gesetzten Peter Beardsley and Tony Cottee nicht durchsetzen. Ähnlich verlief die zweite Saison 1993/94. Trotz des Abgangs von Beardsley absolvierte er wie im Vorjahr nur 24 Premier-League-Partien und konnte nicht entscheidend verhindern, dass Everton in den beiden Jahren nur in der unteren Tabellenhälfte landete. Im Januar 1994 wurde Trainer Howard Kendall durch Mike Walker ersetzt und Everton entging dem drohenden Abstieg nur knapp. Nach der „Zitterpartie“ durchlief Rideout in der Saison 1994/95 wohl sein bestes Karrierejahr. Nach einer sieglosen Serie von 12 Ligaspielen zu Beginn, die zu Walkers Entlassung führte, war es vor allem Rideouts Leistung mit 14 Toren aus 29 Premier-League-Partien unter dem neuen Trainer Joe Royle zu verdanken, dass sich der Klub ein weiteres Mal aus der Abstiegszone verabschiedete.

Höhepunkt seiner Zeit bei den „Toffees“ war sein Siegtor zum 1:0 im 1995er Endspiel des FA Cups gegen den Favoriten Manchester United. Da Beardsley, Cottee und Johnston mittlerweile alle den Verein verlassen hatten, bildete Rideout zumeist das Sturmduo mit Duncan Ferguson – dazu kam als Vertretung noch der Nigerianer Daniel Amokachi. Durch den Pokalerfolg motiviert, gelang dem FC Everton in der Spielzeit 1995/96 der Sprung ins obere Tabellendrittel, wenngleich Rideouts Auftritte mit 25 Ligaeinsätzen (darunter sechs Tore) rarer wurden. Damit wurde sein Abschied aus Liverpool eingeleitet und nach einem letzten Jahr und zehn torlosen Ligaeinsätzen in der Spielzeit 1996/97 verließ er den Klub Ende Mai 1997.[4]

Erfahrungen in China und den USA

Bis zum Ende seiner Laufbahn sammelte er kurze Auslandserfahrungen in China und den USA. Danach kehrte er im Jahr 2000 für zwei Jahre nach Merseyside zurück, um dort für die Tranmere Rovers zu spielen. Hier wechselten sich Negativerfahrungen, wie der Abstieg 2001 in die dritte Liga, mit Highlights, wie sein Hattrick zum 4:3 im FA Cup gegen den Ex-Klub aus Southampton, ab. Er absolvierte sein letztes Spiel im englischen Profibetrieb am 26. Februar 2002 beim AFC Wrexham (1:1).[3]

Nach der aktiven Karriere

Im Jahr 2002 wanderte Rideout in die Vereinigten Staaten aus und nahm Aufgaben als Jugendtrainer bei den Kansas City Wizards wahr, wo auch sein Sohn Jordan seine Laufbahn begann. Im Jahr 2018 heuerte er bei Real Salt Lake Arizona an und arbeitet dort ebenfalls federführend im Nachwuchsbereich.[5]

Titel/Auszeichnungen

Einzelnachweise

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