Paul Trappe

deutscher Soziologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Paul Trappe (* 12. Dezember 1931 in Trier; † 22. März 2005 in Bern) war ein deutscher Soziologe. Ab 1966 war er ordentlicher Professor für Soziologie in Kiel, ab 1969 in Basel.

Paul Trappe (1968)

Leben und Wirken

Paul Trappe, geboren in Trier an der Mosel als Sohn von Ottilie Trappe, geborener Kaess, und des promovierten Juristen und Ministerialdirigenten Johannes Trappe (Sohn von Wilhelm Trappe, dem Direktor des Rheinisch-Westfälischen und Belgischen Kohlen-Syndikates), besuchte Gymnasien in Berlin, Meißen und Traben-Trarbach, und studierte an Universitäten in Innsbruck, Paris, Freiburg, Frankfurt und Mainz. Er wurde 1959 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zum Dr. phil. promoviert und habilitierte sich 1964 an der Universität Bern. Von 1966 bis 1969 war er ordentlicher Professor und Direktor des Soziologischen Seminars der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Von 1969 bis 2002 war er Ordinarius und Vorsteher des Instituts für Soziologie an der Universität Basel und lebte in Mühlethurnen. Er war zudem Lehrbeauftragter an der ETH Zürich, von 1961 bis 1967 Generalsekretär und ab 1979 Präsident der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie (IVR). Von 1967 bis 1980 war er zudem Vorsitzender des Sozialwissenschaftlichen Studienkreises für Internationale Probleme (SSIP).

Trappe widmete sich zwei Arbeitsschwerpunkten: der Rechtssoziologie und der Soziologie der Entwicklungsländer. In beiden Bereichen richtete Trappe sein besonderes Interesse auf Fragen der Partizipation.

Im Jahr 1970 erhielt er den Trennial Jubilee Price der in London ansässigen International Cooperative Alliance. Bereits bis 1985 hatte er über 80 Fachaufsätze publiziert. Seine agrarsoziologischen Studien führten ihn ins südliche Europa und nach Afrika. Er wirkte als Experte für die Vereinten Nationen in Uganda, für die deutsche Bundesregierung in der Elfenbeinküste und für den Ciba-Geigy-Konzern in Madagaskar.

Er vertrat eine verstehende Soziologie in der Tradition von Karl Jaspers, Edgar Salin und Heinrich Popitz.

Paul Trappe war evangelisch, ab 1966 verheiratet mit Margrith Trappe, geborener Diemand, und hatte drei Kinder (Luzius, Simon und Elisabeth).

Schriften (Auswahl)

  • Die Rechtssoziologie Theodor Geigers. Versuch einer Systematisierung und kritischen Würdigung auf der Grundlage des Gesamtwerkes. Philosophische Dissertation Mainz 1959.
  • Die Entwicklungsfunktion des Genossenschaftswesens am Beispiel ostafrikanischer Stämme. Luchterhand, Neuwies 1966.
  • Warum Genossenschaften in Entwicklungsländern? Luchterhand, Neuwied 1966.
  • Zur Situation der Rechtssoziologie. Mohr (Siebeck), Tübingen 1968.
  • als Co-Autor: Sozialer Wandel in Afrika südlich der Sahara. 1968.
  • als Hrsg. mit Wolfgang Naucke: Rechtssoziologie und -praxis. 2. Auflage. 1970.
  • Development from Below as an Alternative. A Case Study in Karamoja/Uganda (= Social Strategies. Band 6). 1971; 2. Auflage: Basel 1978.
  • Entwicklungsproblematik und Bericht der Nord-Süd-Kommission. 1980.
  • als Hrsg. (ab 1974): Der Beitrag der Entwicklungsländerforschung zur sozialwissenschaftlichen Theorie.
  • Kritischer Realismus in der Rechtssoziologie. Steiner, Wiesbaden 1983.
  • Mitbestimmung in Wirtschaft und Gesellschaft. Steiner, Wiesbaden 1983.
  • Die verdrängte soziale Frage. Bachem, Köln 1983.
  • Entwicklungssoziologie. Social Strategies Publishers Co-operative Soc., Basel 1984.
  • Soziale Breitenwirkung einer Entwicklungsintervention. Karger Libri, Basel 1987.
  • Politische und gesellschaftliche intermediäre Gewalten im sozialen Rechtsstaat. Karger Libri, Basel 1990.
  • Entwicklung, Recht, sozialer Wandel. Lang, Bern 2002.

Literatur

  • Frank Benseler: Trappe, Paul. In: Wilhelm Bernsdorf, Horst Knospe (Hrsg.): Internationales Soziologenlexikon. Band 2. 2. Auflage. Enke, Stuttgart 1984, S. 876–877-
  • Trappe, Paul. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1258.
  • Victoria Jäggi (Hrsg.): Entwicklung, Recht, sozialer Wandel. Festschrift für Paul Trappe zum 70. Geburtstag. Lang, Bern u. a. 2002.

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