Pauline Collins
britische Schauspielerin
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Pauline Collins (* 3. September 1940 in Exmouth, Devon, England; † 5. November 2025 in London) war eine britische Theater- und Filmschauspielerin. Sie wirkte in rund 70 Film- und Fernsehproduktionen mit, viele davon sind international bekannt. Collins bestach durch ihre Vielseitigkeit, so war sie nicht auf eine Rolle festgelegt, sondern verkörperte völlig unterschiedliche Persönlichkeiten. Sie spielte auch in vielen Theaterproduktionen, besonders bekannt ist ihre Rolle als Sarah Moffat in Upstars, Downstairs. Für ihre Engagement erhielt sie etliche Auszeichnungen, sie wurde 1990 auch für einen Oscar und für einen Golden Globe nominiert.

Leben
Die aus der Grafschaft Devon stammende Künstlerin erhielt ihre künstlerische Ausbildung zu Beginn der 1960er Jahre an Londons Central School of Speech and Drama und stand seit ihrem Bühneneinstand 1962 in Windsor in dem Stück A Gazelle in Park Lane auf der Bühne. Seit 1965 wirkte Pauline Collins auch an Londoner Theatern (Debüt in Passion Flower Hotel am Prince of Wales Theatre), einen persönlichen Triumph feierte sie als Dienstmädchen Sarah Moffat in dem Stück Upstairs, Downstairs. Auch in der Fernsehserie gleichen Namens – in Deutschland als Das Haus am Eaton Place ausgestrahlt – konnte man Pauline Collins Anfang der 1970er-Jahre in derselben Rolle sehen. 1979 verkörperte Collins nochmals in der Serie Thomas & Sarah die Rolle der Sarah Moffat.
Für ihre Leistung als vom tristen Ehealltag frustrierte Hausfrau Shirley Valentine, die Heim, Herd und den lieblosen Gatten von einem Tag auf den anderen verlässt, um ihr Glück auf einer fern der Zivilisation gelegenen griechischen Insel zu suchen und es auch (in Form eines warmherzigen Einheimischen) zu finden, erhielt die Britin in dem gleichnamigen Emanzipationsstück (Shirley Valentine) eine Fülle von Theaterpreisen (Großbritanniens Laurence Olivier Award, New Yorks Tony Award, Drama Desk Award und Outer Critics Circle Award). Pauline Collins war weitgehend filmunerfahren – ihr Debüt gab sie mit der weiblichen Hauptrolle in dem hochspekulativen B-Filmchen Das Skandalgirl von Soho – als sie 1988 für die Verfilmung von Shirley Valentine (deutscher Titel: Shirley Valentine – Auf Wiedersehen, mein lieber Mann) unter der Regie des Bond-Film-Routiniers Lewis Gilbert verpflichtet wurde. Ihre dort gezeigte Leistung überzeugte auch Hollywood, und sie wurde 1990 für den Oscar in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ nominiert. Für diese Rolle der Shirley Valentine wurde sie im gleichen Jahr auch mit dem Evening Standard British Film Award als beste Darstellerin ausgezeichnet, gewann den British Academy Film Award als beste Hauptdarstellerin und wurde für den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie oder Musical nominiert.
Die von ihrer äußeren Erscheinung unspektakulär und wenig glamourös wirkende Künstlerin unternahm auch weiterhin nur Gastspiele beim Film, die jedoch ihre beachtliche Vielseitigkeit belegten: So überzeugte Pauline Collins als die von den Japanern während des Zweiten Weltkriegs gefangengenommene Britin Margaret Drummond, die in dem harten Frauendrama Paradise Road die Lagerstrapazen nicht überlebt; als Joan Bethel, engagierte Chefärztin eines Armenkrankenhauses in Kalkutta in dem pittoresken Indien-Drama Stadt der Freude und als titelgebende Mutter George Taboris, die als Jüdin in Michael Verhoevens Drama Mutters Courage der Verschleppung ins KZ Auschwitz mit Rückgrat, Format und einer ordentlichen Portion Glück (in Gestalt eines kultivierten SS-Offiziers) entgeht. Daneben übernahm sie in späteren Jahren Hauptrollen oder tragende Nebenrollen in verschiedenen Serien wie Forever Green (1989–1992), The Ambassador (1998–1999) und Dickensian. In der langlebigen britischen Kultserie Doctor Who war sie 1967 in fünf Folgen sowie nochmals 2006 in einem Gastauftritt als Queen Victoria. Insgesamt umfasst ihr filmisches Schaffen rund 70 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1963 und 2017.
Pauline Collins war seit 1970 mit dem Schauspieler John Alderton (* 1940), ihrem Partner in drei Fernsehserien, verheiratet und hatte drei Kinder.[1] 1992 veröffentlichte sie ihre Autobiografie Letter to Louise. Nach einer jahrelangen Parkinson-Erkrankung starb sie am 5. November 2025 im Alter von 85 Jahren in einem Londoner Pflegeheim.[2][3][4]
Filmografie (Auswahl)

- 1963: Emergency Ward 10 (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1966: Das Skandalgirl von Soho (Secrets of a Windmill Girl)
- 1966: Simon Templar (The Saint, Fernsehserie, Folge 5x09)
- 1967: Doctor Who (Fernsehserie, 5 Folgen)
- 1971–1973: Das Haus am Eaton Place (Upstairs, Downstairs, Fernsehserie, 13 Folgen)
- 1974–1975: No, Honestly (Fernsehserie, 13 Folgen)
- 1975–1976: Wodehouse Playhouse (Fernsehserie, 13 Folgen)
- 1979: Thomas & Sarah (Fernsehserie, 13 Folgen)
- 1980, 1988: Die unglaublichen Geschichten von Roald Dahl (Tales of the Unexpected, Fernsehserie, 2 Folgen)
- 1985: The Black Tower (Miniserie, 5 Folgen)
- 1989: Shirley Valentine – Auf Wiedersehen, mein lieber Mann (Shirley Valentine)
- 1989–1992: Forever Green (Fernsehserie, 18 Folgen)
- 1992: Stadt der Freude (City of Joy)
- 1995: Mutters Courage
- 1997: Paradise Road
- 1998–1999: The Ambassador (Fernsehserie, 13 Folgen)
- 2002: Mrs Caldicot’s Cabbage War
- 2002: Männlich, allein erziehend, sucht (Man and Boy, Fernsehfilm)
- 2003: Agatha Christie: Blausäure (Sparkling Cyanide, Fernsehfilm)
- 2005: Bleak House (Miniserie, 10 Folgen)
- 2006: Doctor Who (Fernsehserie, Folge 2x02 Mit Zähnen und Klauen)
- 2009: From Time to Time
- 2010: Ich sehe den Mann deiner Träume (You Will Meet a Tall Dark Stranger)
- 2010: Agatha Christie’s Marple (Fernsehserie, Folge 5x01 The Pale Horse)
- 2010: Merlin – Die neuen Abenteuer (Merlin, Fernsehserie, Folge 3x09 Love in the Time of Dragons)
- 2011: Albert Nobbs
- 2011–2012: Mount Pleasent (Fernsehserie, 14 Folgen)
- 2012: Quartett (Quartet)
- 2015: Dough
- 2015–2016: Dickensian (Fernsehserie, 15 Folgen)
- 2016: Die letzte Drachentöterin (The Last Dragonslayer, Fernsehfilm)
- 2017: The Time of Their Lives
Weblinks
- Pauline Collins bei IMDb
- Pauline Collins in der Internet Broadway Database (englisch)
- Pauline Collins in der Deutschen Synchronkartei