Riesenpekari

Art der Gattung Pecari From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Riesenpekari wird eine am Amazonas in Brasilien lebende Population der Nabelschweine bezeichnet, die im Jahr 2000 entdeckt und 2007 als eigenständige Art Pecari maximus beschrieben wurde. 2011 wurde sie jedoch dem Halsbandpekari (Pecari tajacu) zugeordnet.

Die Einteilung der Lebewesen in Systematiken ist kontinuierlicher Gegenstand der Forschung. So existieren neben- und nacheinander verschiedene systematische Klassifikationen. Das hier behandelte Taxon ist durch neue Forschungen obsolet geworden oder ist aus anderen Gründen nicht Teil der in der deutschsprachigen Wikipedia dargestellten Systematik.

Merkmale

Das Riesenpekari erreicht eine Schulterhöhe von 85 cm und eine Körperlänge von 127 cm. Die Ohren werden ca. 13 cm lang, der Schädel misst rund 261 mm in der Länge, während der Kiefer des Riesenpekaris etwa 182 mm lang wird. Ein Schwanz ist nur als Rudiment vorhanden. Die weiche, rosafarbene Schnauze des Riesenpekaris misst 5,3 × 4,0 cm. Das Körpergewicht konnte bislang noch nicht genau bestimmt werden, bewegt sich aber zwischen 40 und 50 kg. Mit diesen Maßen ist das Riesenpekari zwar das größte aller bekannten lebenden Neuweltschweine, im Körperbau ist es – vor allem verglichen mit anderen Halsbandpekaris – jedoch graziler: Die Beine sind im Verhältnis zum Körper länger und dünner, der Kopf ist hingegen kleiner, ebenso wie die Schnauze und die Ohren.[1.1]

Das aus dünnen Borsten bestehende Fell der Tiere ist braun mit schmutzig-weißen Einsprenkeln. Entlang der Wirbelsäule verläuft von den Ohren bis zum Schwanz eine schwarze Rückenmähne. Zwar verfügt das Riesenpekari, wie auch andere Halsbandpekaris, über ein etwa 35 cm langes Halsband über Schultern und Brust, dieses ist jedoch nur schwach gezeichnet und fehlt bei einigen Tieren sogar ganz. Die Borsten der Rückenmähne sind 10,5–12,0 cm lang, die des Halsbandes 3,6–4,3 cm.

Lebensraum

Das Riesenpekari bewohnt Flussgebiete des tropischen Regenwaldes. Es ist ein guter Schwimmer und gut an das Leben am Wasser angepasst.[1.2]

Verbreitung

Das vermutete Verbreitungsgebiet des Riesenpekaris liegt im Bereich der Flüsse Amazonas (nördliche Grenze), Rio Madeira (östliche Grenze), Rio Tapajós (westliche Grenze) und Rio Guaporé (südliche Grenze). Davon ausgenommen ist der nordwestliche Bereich dieses Gebietes, wo offene Savanne und Auenlandschaften vorherrschen. Unklar ist, ob auch eine Sichtung vom Rio Xapurí dem Riesenpekari zugeordnet werden kann. Der US-amerikanische Holzarbeiter John C. Yungjohann, der zwischen 1906 und 1919 dort lebte, beschrieb in seinem Buch White Gold ein Pekari, dessen Verhalten und Erscheinung sich mit denen des Riesenpekaris decken.[1.3]

Lebensweise

Sozialverhalten

Anders als andere Halsbandpekaris lebt das Riesenpekari nicht in großen Rotten von mehreren hundert Tieren. Vielmehr bewegen sich die Tiere in Paaren, zusammen mit ein bis zwei Frischlingen. Van Roosmalen vermutet, dass das Riesenpekari im Lauf seiner Entwicklungsgeschichte typisches Revierverhalten wie Rangkämpfe, Rudelleben und das Markieren des Lebensraums abgelegt hat. Dies könnte erklären, warum den bisher untersuchten Exemplaren der typische strenge Pekarigeruch fehlte. Auch könnte die verhältnismäßig unauffällige Lebensweise, verbunden mit dem eher kleinräumigen Verbreitungsgebiet, ein Grund dafür sein, dass das Riesenpekari so lange unentdeckt blieb.[1.2]

Ernährung

Das Riesenpekari ernährt sich von Samen und Fallobst, das es auf dem Erdboden findet. Auch hierin unterscheidet es sich von anderen Halsbandpekaris sowie vom Weißbartpekari (Tayassu pecari), mit denen es sich das Verbreitungsgebiet teilt, denn diese wühlen im Erdboden nach Wurzeln, Trüffeln und Sprösslingen, was sich in ihrer robusteren Schnauzenform niederschlägt.[1.2]

Systematik

Der niederländische Zoologe Marc van Roosmalen entdeckte das Riesenpekari im Jahr 2000 und beschrieb es 2007 als eigenständige Art Pecari maximus. Gongora et al. synonymisierten es dagegen 2011 mit dem Halsbandpekari (Pecari tajacu).[2] Taber et al. (2011) sowie Burgin et al. (2020) führen das Riesenpekari weder als eigenständige Art noch im Rang einer Unterart.[3][4]

Nach van Roosmalen (2007) stellen sich die Verwandtschaftsbeziehungen des Riesenpekaris wie folgt dar:[1.4]

 Nabelschweine (Tayassuidae) 


Weißbartpekari (Tayassu pecari)


   

Chaco-Pekari (Catagonus wagneri)



 Pecari 

Halsbandpekari (Pecari tajacu)


   

Riesenpekari (Pecari maximus)




Bestand und Gefährdung

Über die Populationsgröße des Riesenpekaris ist nichts bekannt, deshalb kann nur schwer eine Einschätzung bezüglich seiner Bedrohung getroffen werden. Da dieses Nabelschwein jedoch auf einen bestimmten Habitattyp angewiesen ist, sieht van Roosmalen ein gewisses Risiko für das Riesenpekari. Vor allem die fortschreitende Rodung des Regenwalds, verbunden mit der Bejagung von Pekaris, stellt hierbei eine Gefahr dar. Eine zusätzliche Verletzlichkeit ergibt sich durch den Umstand, dass das Riesenpekari keinen Schutz in Rotten sucht und somit als einziges Pekari mit Hunden gejagt wird.[1.5]

Einzelnachweise

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