Peg Leg Sam
US-amerikanischer Songster und Entertainer
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Peg Leg Sam (* 28. Dezember 1911 in Jonesville, South Carolina, USA als Arthur Jackson; † 27. Oktober 1977 ebenda) war ein US-amerikanischer Songster, Bluesmusiker (Mundharmonika, Gesang) und Entertainer. Er war ein Vertreter des Piedmont Blues.

Biografie
Arthur Jackson wurde am 28. Dezember 1911 in Jonesville (South Carolina) geboren.[1][2][3] Mit fünf Geschwistern wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf und musste auf der Farm hart arbeiten. Als Kind lernte er, Mundharmonika zu spielen.[4] Mit zwölf Jahren verließ er sein Elternhaus endgültig, nachdem er bereits vorher mehrmals von zu Hause ausgebrochen war.[3][4] Er schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, lebte als Landstreicher und verdiente seinen Lebensunterhalt schließlich als Straßenmusiker.[5] Bei seiner einzigen Reise in den Norden nach Buffalo (New York) zog er sich schwere Erfrierungen zu, verlor seine Fingernägel und Teile seiner Ohren.[6] 1930 verlor er einen Unterschenkel, als er von einem Güterzug stürzte.[1][4] Er soll sich aus einem Zaunpfahl ein Holzbein gebastelt haben, das er sich mit einem Ledergürtel an seinen Beinstumpf band.[3]
Auf seinen Reisen als umherziehender Songster erwarb Peg Leg Sam ein großes Repertoire an Piedmont-Blues- und Folksongs. Er hatte ein Talent als Unterhalter, erzählte Geschichten und führte Kunststücke vor.[6] Er konnte zwei Mundharmonikas gleichzeitig spielen[1] und der Mundharmonika sogar mit seiner Nase Melodien entlocken.[3][6] Mitte der 1930er Jahre begann er, bei Medicine Shows aufzutreten, oft zusammen mit seinem Freund Pink Anderson. Viele Jahre arbeitete und musizierte er jedes Jahr für einige Zeit in Fenner’s Tobacco Warehouse in North Carolina, dessen Besitzer ihm eine tägliche 15-minütige Radioshow ermöglichte, zuletzt auch eine lokale Fernsehshow.[4]
1970 wurde Peg Leg Sam von Bruce Bastin und Pete Lowry entdeckt und konnte sein erstes Album Medicine Show Man aufnehmen, begleitet von den Gitarristen Charles Henry „Baby“ Tate und Henry „Rufe“ Johnson; das Album wurde jedoch – mit zusätzlichen Aufnahmen von 1972 – erst 1973 veröffentlicht.[2][3][5]
Seinen letzten Auftritt in einer Medicine Show hatte Peg Leg Sam 1972 in North Carolina.[1] Dabei entstand das Album The Last Medicine Show, veröffentlicht 1973.[5] Danach trat er mit dem Gitarristen Louisiana Red auf, mit dem er 1975 das Album Going Train Blues veröffentlichte.[6] 1976 erschien die 29-minütige Filmdokumentation über Peg Leg Sam Born for Hard Luck von Tom Davenport.[7]
Peg Leg Sam starb am 27. Oktober 1977 im Alter von 65 Jahren in seinem Geburtsort Jonesville.[1][6]
Diskografie
- 1973: Medicine Show Man (Trix Records)
- 1973: The Last Medicine Show (Flyright Records) – Chief Thundercloud & Peg Leg Sam
- 1975: Going Train Blues (Blue Labor) – Peg Leg Sam featuring Louisiana Red
Peg Leg Sam ist auch auf dem Album The Union County Flash (Trix Records, 1973) von Henry „Rufe“ Johnson sowie verschiedenen Kompilationen zu hören.
Weblinks
- Peg Leg Sam bei AllMusic (englisch)
- Peg Leg Sam bei Discogs
- Peg Leg Sam bei IMDb
- Stefan Wirz: Illustrated Peg Leg Sam discography. Wirz.de
- Born For Hard Luck – Peg Leg Sam auf YouTube
- Peg Leg Sam Fox Chase Live 1965 auf YouTube
- Born for Hard Luck (1976). Filmdokumentation auf Folkstreams.net