Pene Pati
samoanischer Opernsänger (Tenor)
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Pene Pati (* 1987[1] in Apia) ist ein in Samoa geborener neuseeländischer Opernsänger in der Stimmlage Tenor.[2]

Biografie
Kindheit und Ausbildung
Pene Patis Familie wanderte 1989 von Samoa nach Māngere, einem Vorort von Auckland, aus, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte und in der Familie mit dem Singen begann.[3] Erste Erfahrungen mit Chormusik sammelte er während seiner Schulzeit in einem Chor, der mit der Rugby-Mannschaft verbunden war, in der er spielte. Er sang gern, darunter – obwohl er wenig über Opernmusik und Gesangstechnik wusste – zahlreiche Opernarien. Sein Lehrer ermutigte ihn mit dem Operngesang weiter zu machen.[4]
Im Jahr 2011 wurde er von Tenor Dennis O’Neill eingeladen, in Cardiff zu studieren, um eine gute Belcanto-Technik zu erlernen. Dort lernte er die Sopranistin Kiri Te Kanawa kennen, deren Stiftung seine Ausbildung als junger Tenor unterstützte.[5]
Nationale Karriere
In Neuseeland lebte er lange Zeit in Süd-Auckland. Dort trat er mit seinem Bruder Amitai, ebenfalls Tenor, und seinem Cousin Moses Mackay, einem Bariton, als Teil des Trios Sol3 Mio (stilisiert als SOLΞ MIO) auf; alle drei waren samoanischer Herkunft. Das Debütalbum der Band Sol3 Mio enthielt getextete Versionen vieler populärer und traditioneller Lieder, darunter auch berühmte Opernarien, wie Nessun dorma aus Turandot von Giacomo Puccini. Das Album war 2014 und 2015 die meistverkaufte Aufnahme in Neuseeland und 2016 die zweitmeistverkaufte. Außerdem gewann es zweimal in Folge den ersten Preis bei den jährlichen New Zealand Music Awards.
Am 9. Oktober 2015 veröffentlichte das Trio ihr zweites Album, On Another Note, bei der Universal Music Group. Das Album stieg auf Platz eins der neuseeländischen Albumcharts ein.
Internationale Karriere
Nachdem er mehrere Auszeichnungen gewonnen hatte, darunter den zweiten Preis und den Publikumspreis beim Operalia-Wettbewerb von Plácido Domingo 2015, den zweiten Preis beim Wettbewerb Neue Stimmen in Gütersloh sowie den Bel Canto Award von Joan Sutherland und Richard Bonynge in Australien und den Montserrat-Caballé-Preis in Spanien, wagte Pati seine ersten Solorollen auf der Opernbühne. 2013 erhielt er ein Stipendium der San Francisco Opera und beschloss nach seinen Erfahrungen mit Sol3 Mio, sich endgültig der Oper zu widmen. 2017 gab er sein Operndebüt als Herzog von Mantua in Rigoletto von Giuseppe Verdi und die Kritiker lobten seine Darbietung. Sie hoben hervor, dass er als junger Student des Adler-Stipendiums der San Francisco Opera bereits vielversprechend in dieser Rolle gewesen sei.
Mit seiner Rolle als Roméo in Roméo et Juliette von Charles Gounod feierte er knapp zwei Jahre später einen weiteren Erfolg und ersetzte dabei den ursprünglich vorgesehenen Tenor Bryan Hymel. Sein Debüt auf europäischen Bühnen gab Pati 2018 als Lord Riccardo Percy in Anna Bolena von Gaetano Donizetti an der Opéra de Bordeaux, wohin er 2020 an der Seite von Nadine Sierra als Roméo zurückkehrte. In Paris folgte 2021 sein Doppeldebüt: als Nemorino in Elisir d’amore von Gaetano Donizetti an der Pariser Oper und, nachdem er am Vortag in Amsterdam den Alfredo in La traviata von Giuseppe Verdi gesungen hatte, als Ersatz für Jean-François Borras an der Opéra-Comique als Roméo. Pati, der für lyrische Tenorpartien sehr gefragt ist, debütierte im ersten Quartal 2022 nacheinander an der Wiener Staatsoper als Lord Riccardo Percy in Anna Bolena, als Sir Edgardo di Ravenswood in Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti am Teatro di San Carlo in Neapel und als Nicias in Thaïs von Jules Massenet am Théâtre des Champs-Élysées in Paris. Im Sommer, obwohl er sich kurz vor dem Aix-en-Provence Festival mit COVID-19 infizierte, sang er die Rolle des Amenophis in Gioachino Rossinis Moïse et Pharaon unter der Regie von Tobias Kratzer.
Im September 2022 gab er erneut den Herzog von Mantua in Rigoletto an der Oper Rouen und im November erstmals den Faust in La damnation de Faust von Hector Berlioz an der Opéra de Monte-Carlo anlässlich des monegassischen Nationalfeiertags und einer Hommage an Raoul Gunsbourg. Im Dezember sang er die Titelrolle in Wolfgang Amadeus Mozarts Mitridate, re di Ponto an der Berliner Staatsoper unter der Leitung von Marc Minkowski (die Aufführung wurde auch auf DVD aufgezeichnet).
Im März 2023 übernahm er am Grand Théâtre de Bordeaux die Rolle des Ferdinand in Donizettis La Favorite, wo er 2020 eines seiner ersten Liederabende in Frankreich gegeben hatte. Im Juni 2023 gab er erneut die Rolle des Rodolfo in Puccinis La Bohème im Théâtre des Champs-Elysées. In einem Interview mit dem Online-Magazin Concert Classic betonte Pati seinen Wunsch, einen „weniger glatten“ Rodolfo zu geben und fügte hinzu: „Ich möchte hervorheben, dass er ein Künstler, ein Poet ist, was nicht trivial ist, und dass er sich nicht aus einer Laune heraus in Mimi verliebt.“
Pati begann seine Saison 2024/25 mit seinem Rollendebüt als Faust in Charles Gounods Faust an der Pariser Oper. Sein Hausdebüt gab er im Dezember 2024 am Royal Opera House in London als Rodolfo in La Bohème und sein Hausdebüt an der Metropolitan Opera im Januar 2025 als Herzog von Mantua in Rigoletto.[6] Auch an der Bayerischen Staatsoper[7] und der Lyric Opera of Chicago[8] debütierte er als Rodolfo. Sein Debüt bei den Osterfestspielen Salzburg[9] gab er in Felix Mendelssohn Bartholdys Elias. Diese Rolle sang er auch in San Francisco und kehrte damit an das Opernhaus zurück, das einen besonderen Platz in seiner Karriere einnimmt. Sein Debüt als Werther in der gleichnamigen Oper von Jules Massenet[10] gab er in einer halbszenischen Fassung mit dem L’orchestre de Chambre de Genève und trat in Liederabenden und Konzerten in ganz Europa auf. Er wirkte bei der Weltpremiere von Fazil Says Mozart ve Mevlana[11] mit, die von Warner Classics aufgenommen und 2025 veröffentlicht wurde. Im Sommer 2025 kehrte er zum Festival d’Aix-en-Provence zurück, um sein Debüt als Nadir in Les Pêcheurs de Perles von Georges Bizet unter der Leitung von Marc Minkowski zu geben[12], gefolgt von seinem Debüt bei den Salzburger Festspielen[13] mit Mozarts Mitridate und seinem Debüt in der Arena di Verona[14] als Herzog in Rigoletto.
Sein New Yorker Rezitaldebüt gab er am 24. September 2025 in der Park Avenue Armory, begleitet vom Pianisten Ronny Michael Greenberg. Die Kritikerin der New York Times, Corinna da Fonseca-Wollheim, schrieb, das Konzert habe „seinen sinnlichen lyrischen Tenor und die Sensibilität eines wahren Kammermusikers für die Klangfarben und Nuancen der Sprache unter Beweis gestellt.“[15]
Pene Pati steht unter Vertrag beim Label Warner Classics und veröffentlichte hier im März 2022 sein Debütalbum Pene Pati. Das Album wurde bei seiner Veröffentlichung von zahlreichen Kritikern gelobt.[16] Seitdem hat er zwei weitere Alben veröffentlicht: Nessun Dorma (2024) und Serenata a Napoli (2025).[17]
Persönliches
Pati ist mit der Sopranistin Amina Edris verheiratet.
Auszeichnungen
- 2012: Joan Sutherland & Richard Bonynge Foundation – Bel Canto Award[18]
- 2015: Operalia – Audience Prize und zweiter Preis[19]
- 2015: Internationaler Gesangswettbewerb Neue Stimmen – zweiter Preis[20]
- 2022: International Opera Awards – Readers Award (verliehen vom Opera Magazin)[21]
- 2022: Opus Klassik, Newcomer of the Year Award[22]
- 2024: International Opera Awards – nominiert in der Kategorie „Male Singer“[23]
Diskografie
Filmografie
- Mozart, W.A.: Mitridate, re di Ponto, Staatsoper Unter den Linden (2022)[28]
Weblinks
- Offizielle Homepage von Pene Pati
- Pene Pati bei harrisonparrott.com
- Pene Pati bei operabase.com
- Pene Pati bei discogs.com
- Pene Pati bei imdb.com