Perowskien

Untergattung der Gattung Salbei (Salvia) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Perowskien[1] oder Perovskien[2] (Perovskia) waren eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet dieser etwa zehn Salvia-Arten reicht von West- über Zentralasien bis ins westliche China. Einige Arten werden als Zierpflanze verwendet.

Die Einteilung der Lebewesen in Systematiken ist kontinuierlicher Gegenstand der Forschung. So existieren neben- und nacheinander verschiedene systematische Klassifikationen. Das hier behandelte Taxon ist durch neue Forschungen obsolet geworden oder ist aus anderen Gründen nicht Teil der in der deutschsprachigen Wikipedia dargestellten Systematik.

Beschreibung

Illustration aus Bulletin de la Société Impériale des Naturalistes de Moscou, 1841 der Fiederschnittigen Perowskie (Perovskia abrotanoides)

Die Perovskia-Arten wachsen als aromatisch duftende Halbsträucher. Die Zweige und Knospen sind kahl oder dicht mit grauweißen Sternhaaren bedeckt. Endknospen fehlen. Die Laubblätter sind gegenständig angeordnet, ganzrandig, gesägt oder fiederschnittig.[3][4]

An jungen Zweigen sind die Scheinquirle in 30 bis 45 Zentimeter langen, endständigen, rispenartigen Blütenständen vereinigt. Zwei bis vier, selten bis sechs sitzende oder kurz gestielte Blüten sind in Scheinquirlen angeordnet.[3][4]

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenkelch ist glockenförmig, dicht behaart und zweilippig. Die Oberlippe ist mehr oder weniger ganzrandig bis dreizähnig, die Unterlippe zweizähnig, stark behaart und zur Fruchtzeit aufgeblasen. Die Blütenkrone ist blauviolett, rosenfarben, gelblich oder selten weiß, doppelt so lang wie der Blütenkelch, trichterförmig und zweilippig. Die Oberlippe ist ungleich vierlappig mit zwei kleineren mittleren Lappen, die Unterlippe ist oval-eiförmig und ganzrandig. Es werden vier Staubblätter gebildet, zwei davon fruchtbar und gespreizt, zwei steril, klein und unter der Oberlippe liegend. Der Fruchtknoten ist zweifächrig und durch zusätzliche Scheidewände unterteilt.[3][4]

Als Früchte werden vier braune, verkehrt-eiförmige, stumpfe und kahle Klausen gebildet, die vom weißfilzigen Kelch umgeben sind.[3][4]

Systematik und Verbreitung

Botanische Geschichte

Die Gattung Perovskia wurde durch Grigori Silytsch Karelin 1841 aufgestellt.[3] Der von ihm gewählte Gattungsname Perovskia erinnert an den russischen General und Gouverneur der Provinz Orenburg Wassili Alexejewitsch Perowski (1794–1857).[5][6] Die Gattung Perovskia gehört zur Tribus Mentheae in der Unterfamilie Nepetoideae innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).[7]

Die Arten dieser ehemaligen Gattung werden in die Gattung Salvia eingegliedert.[8]

Das Verbreitungsgebiet der Perovskia-Arten liegt in Asien und reicht vom Nordosten des Irans bis nach Belutschistan und in den Nordwesten des Himalayas.[4]

Silber-Perowskie (Perovskia atriplicifolia)
Blätter der Silber-Perowskie

Laut Flora of China werden etwa sieben,[3] bei anderen Autoren bis zu zehn Arten unterschieden:[8]

  • Fiederschnittige Perowskie[9] (Perovskia abrotanoides Kar.; Syn.: Salvia abrotanoides (Kar.) Sytsma, Perovskia artemisioides Boiss.): Sie ist vom östlichen Iran über Kirgisistan, Afghanistan und Pakistan bis Tibet verbreitet.[8]
  • Perovskia angustifolia Kudrjasch. (Syn.: Salvia karelinii J.B.Walker): Die Heimat ist Tadschikistan und Kirgisistan.[8]
  • Silber-Perowskie[9] (Perovskia atriplicifolia Benth.; Syn.: Salvia yangii B.T.Drew): Das Verbreitungsgebiet reicht von Afghanistan bis China.[8]
  • Perovskia botschantzevii Kovalevsk. & Kochk. (Syn.: Salvia pobedimovae J.G.González): Das Verbreitungsgebiet reicht von Afghanistan bis Tadschikistan und Kirgisistan.[8]
  • Perovskia kudrjaschevii Gorschk. & Pjataeva (Syn.: Salvia kudrjaschevii (Gorschk. & Pjataeva) Sytsma): Die Heimat ist Kasachstan und Kirgisistan.[8]
  • Perovskia linczevskii Kudrjasch. (Syn.: Salvia klokovii J.B.Walker): Die Heimat ist Tadschikistan.[8]
  • Runzlige Perowskie[9] (Perovskia scrophulariifolia Bunge; Syn.: Salvia scrophulariifolia (Bunge) B.T.Drew): Die Heimat ist Zentralasien.[8]
  • Perovskia virgata Kudrjasch. (Syn.: Salvia bungei J.G.González): Die Heimat ist Tadschikistan.[8]
  • Perovskia × intermedia Lazkov: 2011 wurde diese Naturhybride Perovskia abrotanoides × Perovskia angustifolia aus Kirgisistan erstbeschrieben.[8]

Verwendung

Einige Perovskia-Arten werden häufig als trockenresistente und im Sommer blühende Ziersträucher verwendet.[4]

Nachweise

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