Parsęta

Fluss in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Parsęta ([parˈsɛnta]; deutsch Persante, niederdeutsch Persant oder Pusant[3], kaschubisch Pôrsãta) ist ein 143 km, nach anderen Quellen 127,1 km[4] langer Fluss in der polnischen Woiwodschaft Westpommern (ehemals Hinterpommern).

Schnelle Fakten
Parsęta
Persante
Die Parsęta bei Karlino (Körlin)

Die Parsęta bei Karlino (Körlin)

Daten
Lage Woiwodschaft Westpommern, Polen
Flusssystem Parsęta
Flussgebietseinheit Oder[1]
Quelle bei Parsęcko (Gemeinde Szczecinek)
53° 43′ 23″ N, 16° 34′ 12″ O
Quellhöhe 137 m
Mündung bei Kołobrzeg in die Ostsee
54° 11′ 14″ N, 15° 33′ 10″ O

Länge 143 km[2]
Einzugsgebiet 3145 km²
Abfluss an der Mündung[2]
AEo: 3145 km²
MQ
Mq
29,4 m³/s
9,3 l/(s km²)
Linke Nebenflüsse Gęsia (Gänsebach), Dębnica (Damitz), Mogilica (Muglitz), Pokrzywnica (Krummes Wasser)
Rechte Nebenflüsse Perznica (Pirnitz), Liśnica (Leitznitz), Radew (Radüe)
Mittelstädte Białogard, Kołobrzeg
Kleinstädte Karlino
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Name

Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Gewässer 1159 („per fluuium parsandi“). Die Deutung des Namens ist unsicher. Er könnte sich von der indogermanischen Wurzel *per(-s)- mit der ungefähren Bedeutung „hindurchkommen, durchqueren (besonders vom Überqueren des Wassers)“ oder von der ebenfalls indogermanischen Wurzel *pers- für „spritzen“ ableiten.[5]

Verlauf

Der Fluss entspringt in einer Höhe von 137 Metern über dem Meeresspiegel bei Parsęcko (Persanzig), fließt stark mäandernd Richtung Norden und mündet bei Kołobrzeg (Kolberg) in die Ostsee.

Der Flussverlauf ist vielgestaltig: Während die Parsęta an der Quelle ein Feuchtgebiet speist, ist sie danach in einem Graben gefasst. Durch das Einzugsgebiet von 3145 km² und ein verhältnismäßig großes Gefälle hat sie im weiteren Oberlauf den Charakter eines Wildwasserbaches. Bei Białogard (Belgard) ist sie eingedeicht, am Dorf Rościno (Rostin) befinden sich ein Wasserkraftwerk und ein Stauwehr. Später fließt sie durch Auwälder, Wiesen und Torfmoore und ist außer im Stadtgebiet von Kołobrzeg nur mit einem Wehr gestaut. Dort teilt sich der Fluss in den Hauptlauf und den Kanał Drzewny (Holzkanal), dessen Zufluss durch einen Schütz reguliert wird und der in den Fischereihafen mündet.[6] Die hölzernen Dämme bzw. Uferbefestigungen der Persante aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sind häufig überspült und nur noch in Resten vorhanden, der Flusslauf unterliegt damit wieder seiner natürlichen Dynamik.

Während der Oberlauf immer wieder stark durch Baumhindernisse blockiert ist, ist die Parsęta ab Karlino (Körlin) für den Kanusport geeignet, es gibt ausgewiesene Wasserwanderrastplätze.

Der Name des Flusses ist nach Linguistenmeinung prußisch zu deuten: „perses“ ist eine sumpfige Stelle im Wald oder auch eine nicht zufrierende Stelle im Eis. Der deutsche Name Persante ist somit als „Sumpffluss“ zu übersetzen. Sie gilt als die westliche Grenze des einstmals baltischen Sprachgebietes.[7]

Blockreiches Kerbtal im Oberlauf der Persante

Literatur

  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustands des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 1, Stettin 1784, S. IX–X.
  • Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues hydrographisches Lexikon für die deutschen Staaten. Halle 1833, S. 302.
  • Wilhelm Reinhold Brauer: Baltisch-Prussische Siedlungen westlich der Weichsel. Nicolaus-Copernicus-Verlag, Münster 1988, ISBN 3-924238-12-X (Quellen und Darstellungen zur Geschichte Westpreussens 24).
  • Wolfgang P. Schmid: Linguisticæ scientiæ collectanea. Ausgewählte Schriften. Anlässlich seines 65. Geburtstages herausgegeben von Joachim Becker. De Gruyter, Berlin u. a. 1994, ISBN 3-11-013440-3, S. 274, Link zur Textstelle.
Commons: Parsęta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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