Peter Borchert

deutscher Neonazi From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Borchert (* 5. September 1973 in Dortmund) ist ein deutscher rechtsextremer Motorrad-Rocker und ehemaliger NPD-Politiker.

Leben

Borchert lebt seit 1981 in Kiel. Seit 1989 ist Borchert im neonazistischen Spektrum aktiv. Borchert war einer der Macher des Club 88, eines wichtigen Treffpunkts der Neonazi-Szene Norddeutschlands.[1]

Kriminelle Karriere

Borchert verbrachte bislang etwa zehn Jahre seines Lebens im Gefängnis. Als Jugendlicher wurde er wegen eines Tötungsdeliktes verurteilt.[2] 2001 erhielt er eine einjährige Bewährungsstrafe wegen des illegalen Besitzes einer Pistole. In den darauf folgenden Monaten beging er mehrere Körperverletzungen und beteiligte sich an Einbrüchen in Tankstellen.[3] Am 27. April 2004 wurde er vom Landgericht Kiel wegen mehrerer Verstöße gegen das Waffengesetz im Zusammenhang mit Combat 18 Pinneberg zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.[4][5][6]

Im Oktober 2007 wurde Borchert auf Bewährung entlassen und galt seitdem bei Sicherheitskreisen wieder als strategischer Impulsgeber in der militanten neonazistischen Szene in Norddeutschland. Im August 2008 saß er in Untersuchungshaft in Kiel. Hintergrund war eine Schlägerei mit Mitgliedern der Hells Angels. Borchert selbst ist Mitglied des verfeindeten Outlaw-Motorradclubs Bandidos.[7] Im Januar 2009 wurde ein Zeuge der Schlägerei mit Schusswaffen angegriffen.[8] Borchert stieg zum Vizepräsidenten des schleswig-holsteinischen Chapters der Gruppe auf.

Borchert und zwei Mitglieder des verbündeten Rockervereins „Contras Neumünster“ wurden am 27. April 2010 festgenommen, nachdem sie am 14. Januar des Jahres in einem Schnellrestaurant in Neumünster zwei Mitglieder der mit der Rockergruppe „Hells Angels“ verbündeten Gruppe „Red Devils“ mit Messern verletzt und beraubt hatten.[9] Zwei Tage nach der Festnahme verbot der schleswig-holsteinische Innenminister das „Probationary Chapter Neumünster (Schleswig-Holstein)“ der Bandidos. Borchert wurde im April 2011 zu einer Haftstrafe von 3 Jahren und 9 Monaten verurteilt.[10]

Nach seiner Haft soll Borchert versucht haben, in Kiel ein Chapter der Bandidos zu gründen. Es ist bekannt das Borchert zumindest als Hintermann mit dem Bandidos-Mitglied Matthias Stutz seit 2018 einen Tattoo Laden in Neumünster betreibt.[11]

Im März 2025 wurde Borchert wegen Mittäterschaft bei zwei Einbrüchen in Neumünster und Kronshagen vom Landgericht Kiel zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.[12]

Mitgliedschaft in der NPD

Peter Borchert war Mitglied der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) und wurde im Herbst 2000 zum stellvertretenden Vorsitzenden des NPD-Landesverbandes Schleswig-Holstein gewählt. Vom Frühjahr 2001 bis zum August 2003 leitete er als Vorsitzender den schleswig-holsteinischen Landesverband, welcher zu diesem Zeitpunkt vom Innenministerium als bundesweit radikalster Verband angesehen wurde.[13] Nach offenen Auseinandersetzungen um die Radikalität der politischen Ausrichtung mit dem Bundesvorstand, der sich mit Borchert schlechtere Aussichten im NPD-Verbotsverfahren ausrechnete, verzichtete Borchert auf eine erneute Kandidatur. 2003 wurde er aus der Partei ausgeschlossen. Während des Richtungsstreits erklärten sich nur Hans Günter Eisenecker sowie das ehemalige RAF-Mitglied Horst Mahler mit dem Verband um Borchert offen solidarisch. In diesem Zusammenhang sind auch Borcherts szeneintern umstrittene Haltung und sein mutmaßlicher Kontakt zum Polizistenmörder Kay Diesner zu bewerten. Borchert forderte wiederholt statt einer Distanzierung eine solidarische Haltung der Szene zu Diesner ein.[14] Borchert engagierte sich nach seinem Ausschluss bei der rechtsextremen Kameradschaft „Aktionsgruppe Kiel“.[15]

Einzelnachweise

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