Peter Busmann

deutscher Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Busmann (* 17. Juli 1933 in Hannover) ist ein deutscher Architekt.

Peter Busmann, 2023
Peter Busmann verliest ein Grußwort von Dani Karavan anlässlich der Finissage zur Ausstellung „Dani Karavan - Gedenkorte und Environments“ in der Lutherkirche, Köln (2011)
Peter Busmann trägt sich auf dem Empfang zum 90. Geburtstag im Rathaus in das Gästebuch der Stadt Köln ein. Daneben: Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Ehefrau Vreneli (2023)

Leben

Busmann studierte von 1953 bis 1958 Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe und an der Technischen Hochschule Braunschweig, seine Diplomarbeit entstand bei Egon Eiermann in Karlsruhe.

1962 gründete Peter Busmann sein eigenes Büro in Köln mit dem Bau des Max-Ernst-Gymnasiums in Brühl, das nach seiner Fertigstellung 1967 den Kölner Architekturpreis erhielt.[1] 1967 wurde er in den Vorstand des Bundes Deutscher Architekten (BDA) gewählt und 1968 bis 1970 konnte er auf Grundlage eines gewonnenen Architektenwettbewerbs das Konrad-Adenauer-Gymnasium in Bonn-Bad Godeberg realisieren. 1969 gründete er zusammen mit Erich Schneider-Wessling die Architektengemeinschaft BAUTURM in Köln, späterer Namensgeber des Bauturmtheaters.[1] 1972 war er Gründungsmitglied der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und begründete die Partnerschaft mit Godfrid Haberer, die unter dem Namen Busmann + Haberer firmierte. 1977 wurde der Arbeitskreis Organismus und Technik mit dem Künstler und Philosophen Hugo Kükelhaus gegründet. Busmann ist Mitglied des Deutschen Werkbunds NW.

Busmann plant und baut seit über 25 Jahren Bildungsprojekte in den Slums von Peru und Kolumbien und ist u. a. Vorsitzender des deutschen Fördervereins Herederos del Planeta / Erben der Erde e. V. – Überwindung von Armut durch Bildung.[2]

Im Zuge der Diskussion zur Realisierung des Jüdischen Museums innerhalb der Archäologischen Zone Köln stellte Busmann im Februar 2013 eine kostengünstigere Alternative vor, die lediglich eine Teilüberbauung des Rathausplatzes mit gläsernen Aufbauten und die Einrichtung eines flächenmäßig größeren Museums im ehemaligen Untergeschoss des Rathauses vorsah. Zusätzlich forderte er ein Moratorium für den Bau des Museums und die Ausschreibung eines neuen Architektenwettbewerbs, was zur Kontroverse mit dem Kölner BDA führte[3] und mit der Ablehnung des Bürgerbegehrens nicht weiter verfolgt wurde.[4]

Auch 2023 zeigte er sich angesichts der Machbarkeitsstudie zu geplanten Sanierung des Museums Ludwig engagiert und forderte das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen.[5]

Im November 2022 wurde sein Vorlass dem Historischen Archiv der Stadt Köln übergeben. Busmann ist seit 1958 mit der Schauspielerin Vreneli Busmann geb. Dreutler verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Töchter und fünf Enkelkinder.

Aus Anlass seines 90. Geburtstags[6] empfing Anfang August 2023 die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker den "Wahlkölner" Peter Busmann und seine Frau und ehrte ihn mit einem Eintrag ins Gästebuch der Stadt im Historischen Rathaus.[7] Einige Tage später wurde ihm mit Werken von Franz Schubert in "seinem Haus", der Kölner Philharmonie, gratuliert.[8]

Werk

Auszeichnungen

Literatur

  • „Stress lehne ich ab – fertig.“ Der Architekt Peter Busmann, einer der Väter der Philharmonie, wird 80 Jahre alt. In: Kölner Stadt-Anzeiger (KStA) vom 17. Juli 2013, Seite 25. (Interview von Andreas Damm und Christian Hümmeler).
  • Wolfram Hagspiel: Peter Busmann. In: ders.: Lexikon der Kölner Architekten vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Bd. 1: A-G. Böhlau, Wien, Köln 2022 (Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins e. V.; 52), ISBN 978-3-412-52446-3, S. 292f.

Ausstellungen

  • 2023: Peter Busmann Chin-fa Cheng. Chinesische Kalligraphie (anlässlich seines 90. Geburtstages); Überlebensstation Gulliver, Köln[10]
  • 2012: Architektur-Skizzen – Monotypien und Bilder, in der Überlebensstation Gulliver (anlässlich seines 50. Berufsjubiläum als freier Architekt)[11]
  • 2012: Kirche trifft Kultur: Zerstörungspotentiale und Heilungsstrategien in der Architektur, in der Matthäuskirche Forumkirche Paul-Gerhardt in Köln-Lindenthal[12]

Einzelnachweise

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