Peter Busmann
deutscher Architekt
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Peter Busmann (* 17. Juli 1933 in Hannover) ist ein deutscher Architekt.



Leben
Busmann studierte von 1953 bis 1958 Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe und an der Technischen Hochschule Braunschweig, seine Diplomarbeit entstand bei Egon Eiermann in Karlsruhe.
1962 gründete Peter Busmann sein eigenes Büro in Köln mit dem Bau des Max-Ernst-Gymnasiums in Brühl, das nach seiner Fertigstellung 1967 den Kölner Architekturpreis erhielt.[1] 1967 wurde er in den Vorstand des Bundes Deutscher Architekten (BDA) gewählt und 1968 bis 1970 konnte er auf Grundlage eines gewonnenen Architektenwettbewerbs das Konrad-Adenauer-Gymnasium in Bonn-Bad Godeberg realisieren. 1969 gründete er zusammen mit Erich Schneider-Wessling die Architektengemeinschaft BAUTURM in Köln, späterer Namensgeber des Bauturmtheaters.[1] 1972 war er Gründungsmitglied der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und begründete die Partnerschaft mit Godfrid Haberer, die unter dem Namen Busmann + Haberer firmierte. 1977 wurde der Arbeitskreis Organismus und Technik mit dem Künstler und Philosophen Hugo Kükelhaus gegründet. Busmann ist Mitglied des Deutschen Werkbunds NW.
Busmann plant und baut seit über 25 Jahren Bildungsprojekte in den Slums von Peru und Kolumbien und ist u. a. Vorsitzender des deutschen Fördervereins Herederos del Planeta / Erben der Erde e. V. – Überwindung von Armut durch Bildung.[2]
Im Zuge der Diskussion zur Realisierung des Jüdischen Museums innerhalb der Archäologischen Zone Köln stellte Busmann im Februar 2013 eine kostengünstigere Alternative vor, die lediglich eine Teilüberbauung des Rathausplatzes mit gläsernen Aufbauten und die Einrichtung eines flächenmäßig größeren Museums im ehemaligen Untergeschoss des Rathauses vorsah. Zusätzlich forderte er ein Moratorium für den Bau des Museums und die Ausschreibung eines neuen Architektenwettbewerbs, was zur Kontroverse mit dem Kölner BDA führte[3] und mit der Ablehnung des Bürgerbegehrens nicht weiter verfolgt wurde.[4]
Auch 2023 zeigte er sich angesichts der Machbarkeitsstudie zu geplanten Sanierung des Museums Ludwig engagiert und forderte das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen.[5]
Im November 2022 wurde sein Vorlass dem Historischen Archiv der Stadt Köln übergeben. Busmann ist seit 1958 mit der Schauspielerin Vreneli Busmann geb. Dreutler verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Töchter und fünf Enkelkinder.
Aus Anlass seines 90. Geburtstags[6] empfing Anfang August 2023 die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker den "Wahlkölner" Peter Busmann und seine Frau und ehrte ihn mit einem Eintrag ins Gästebuch der Stadt im Historischen Rathaus.[7] Einige Tage später wurde ihm mit Werken von Franz Schubert in "seinem Haus", der Kölner Philharmonie, gratuliert.[8]
Werk
- Alexander Kleinschrodt: „Abhängig von Bildern“ - Interview mit dem Architekten Peter Busmann über die Macht der Metaphern, in: moderneREGIONAL gUG, online, 6. Juli 2019
Auszeichnungen
- 1967: Kölner Architekturpreis für das Max-Ernst-Gymnasium Brühl (als erstem Schulbau)
- 1987: Auszeichnung mit dem Architectural Award Carrara
- 1989: Ehrengast der Villa Massimo in Rom
- 1990: Kölner Architekturpreis
- 1991: Deutscher Architekturpreis
- 1992: Architekturpreis des BDA Nordrhein-Westfalen
- 1995: Architekturpreis Beton, Deutscher Naturstein-Preis
- 1996: Aufnahme in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste, von 1997 bis 2005 dessen Vizekanzler
- 1997: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern
- 2012: Bauturm Kunstpreis des Fördervereins des Bauturm Theaters, Köln (zusammen mit den Familien Haberer und Schneider-Wessling)
- 2023: Eintrag in das Gästebuch der Stadt Köln anlässlich seines 90. Geburtstages[9]
Literatur
- „Stress lehne ich ab – fertig.“ Der Architekt Peter Busmann, einer der Väter der Philharmonie, wird 80 Jahre alt. In: Kölner Stadt-Anzeiger (KStA) vom 17. Juli 2013, Seite 25. (Interview von Andreas Damm und Christian Hümmeler).
- Wolfram Hagspiel: Peter Busmann. In: ders.: Lexikon der Kölner Architekten vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Bd. 1: A-G. Böhlau, Wien, Köln 2022 (Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins e. V.; 52), ISBN 978-3-412-52446-3, S. 292f.
Ausstellungen
- 2023: Peter Busmann Chin-fa Cheng. Chinesische Kalligraphie (anlässlich seines 90. Geburtstages); Überlebensstation Gulliver, Köln[10]
- 2012: Architektur-Skizzen – Monotypien und Bilder, in der Überlebensstation Gulliver (anlässlich seines 50. Berufsjubiläum als freier Architekt)[11]
- 2012: Kirche trifft Kultur: Zerstörungspotentiale und Heilungsstrategien in der Architektur, in der Matthäuskirche Forumkirche Paul-Gerhardt in Köln-Lindenthal[12]
Weblinks
- Peter Busmann beim Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste
- Biografische Daten auf der Website der Initiative Bürger und Bürgerinnen für Ma'alot
- Kölnische Rundschau 14. August 2012 Köln Bausünden. „Ich wär längst in Berlin“
- WDR 5 (Westdeutscher Rundfunk) Erlebte Geschichten vom 17. Juli 2005: Erlebte Geschichten mit Peter Busmann, von Ingrid von Saldern, Redaktion Hanns Otto Engstfeld
- Kölner Stadt-Anzeiger Kultur & Medien vom 16. Juli 2023: Peter Busmann. Der Schöpfer der schönsten Welle am Rhein wird 90, von Michael Kohler
- Domradio vom 15. September 2022: Die Gotik beeinflusst die Architektur bis heute. „Den Blick auf den Dom nicht verdecken!“, von Mathias Peter
- Traumathek.de: Peter Busmann. Skizzen zum Lebenswerk, Deutschland 2013, Dolby Digital 2, Regie und Drehbuch: Karl Piberhofer, 45 Minuten
- WDR 3 (Westdeutscher Rundfunk) Mosaik. Gespräch am Samstag vom 7. September 2024: Gespräch am Samstag mit Peter Busmann, Architekt