Peter Markus

Schweizer Schauspieler, Theaterregisseur und Musikhistoriker From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Markus (* 25. April 1924 in Bern; † 1. Oktober 2016 in Hamburg; bürgerlich Pierre Marcel Tagmann) war ein Schweizer Schauspieler, Theaterregisseur und Musikhistoriker.

Leben und Karriere

Peter Markus wurde 1924 in Bern als Pierre Marcel Tagmann geboren. Als Künstlernamen wählte er die Verdeutschung seiner beiden französischen Vornamen.[1]

Sein Filmdebüt hatte er 1954 in der Rolle des Melkers in Uli, der Knecht. Obwohl er ursprünglich für die Titelrolle in Betracht gezogen wurde, gab man diese schliesslich an Hannes Schmidhauser. Begeistert von seiner Ausdrucksstärke, besetzte ihn Regisseur Franz Schnyder in der Folge in mehreren seiner Filme, oft in Charakterrollen mit negativem Einschlag.[2]

Zu seinen bekannten Rollen bei Schnyder zählen Auftritte in Zwischen uns die Berge (1956), Der 10. Mai (1957), Anne Bäbi Jowäger 1. Teil (1960) sowie die Hauptrolle in Der Sittlichkeitsverbrecher (1963). In Geld und Geist (1964) spielte er den Notar und in Die sechs Kummerbuben (1968) war er ein letztes Mal in einem Film von Schnyder zu sehen.

Neben seiner Arbeit im Schweizer Film war Markus auch in den USA aktiv, wo er in den 1960er-Jahren in mehreren Fernsehserien auftrat. So hatte er Gastrollen in 12 O’Clock High (1966), The Girl from U.N.C.L.E. (1967) und spielte einen KGB-Agenten in einer Episode von Run for Your Life (1967).

Parallel zu seiner Schauspielkarriere widmete sich Markus, unter seinem bürgerlichen Namen Pierre Marcel Tagmann, hauptberuflich der Musik. Er studierte Violine bei Georg Kulenkampff (Luzern), Boris Kamensky (London), Max Rostal (Bern) und Peter Rybar (Winterthur). Er unterrichtete Violine u. a. an der Zürcher Hochschule der Künste, leitete das Streicherensemble „Berner Kammermusiker“ und arbeitete im Musikdepartement für die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft bei Studio Bern, wo er Sendungen schrieb, als Sprecher auf Deutsch sowie Französisch tätig war und das Kammerorchester des Radio Bern betreute. 1965 schloss er sein Studium der Musikwissenschaft an der Universität Bern mit dem Doktorat ab. Tagmann wanderte 1966 in die USA aus, wo er 1967 als Professor für Musikwissenschaft berufen wurde von der University of Southern California[3] in Los Angeles. Tagmann veröffentlichte mehrere musikhistorische Werke, hauptsächlich als Spezialist für Musik des 16. und 17. Jahrhunderts in Norditalien.[1] Tagmann war verheiratet mit der Psychiaterin Barbara Tagmann-Heidemann (1938–1988) und war Vater einer Tochter (* 1977). Er starb am 1. Oktober 2016 in Hamburg.

Musikhistorische Werke

  • Archivalische Studien zur Musikpflege am Dom von Mantua (1500–1627) (= Publikationen der Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft. Serie 2, Band 14). Paul Haupt, Bern 1967 (zugleich: Dissertation, Universität Bern, 1965).
  • Ferraras Festivitäten von 1529. Christoforo di Mussibugos Aufzeichnungen zur Musikpraxis am estensischen Hof. Paul Haupt, Bern 1978.

Filmografie (Auswahl)

US-Fernsehserien (als Peter Marcus)

  • 1966: 12 O’Clock High
  • 1967: Dancer für U.N.C.L.E. (The Girl from U.N.C.L.E.)
  • 1967: Run for Your Life

Einzelnachweise

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