Peter Schurmann

sorbischer Historiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Schurmann, sorbisch Pětš Šurman (* 1961 in Cottbus), ist ein sorbischer wissenschaftlicher Historiker, der zur Kultur- und Sozialgeschichte der Sorben insbesondere in der Niederlausitz sowie zur Minderheitenpolitik der DDR forscht und publiziert.[1]

Leben

Schurmann studierte von 1982 bis 1987 Geschichte an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für sorbische Volksforschung in Bautzen tätig. Nach dessen Umwandlung in das Sorbische Institut wechselte er in seine Heimatstadt Cottbus in die neu geschaffene Zweigstelle für niedersorbische Forschungen.

Im Jahr 1997 promovierte Schurmann an der Freien Universität Berlin über die sorbische nationale Bewegung nach dem Zweiten Weltkrieg. In den Jahren 1998 bis 2011 hielt er Vorlesungen zur sorbischen Geschichte an der Universität Leipzig und unterrichtete an der Arbeitsstelle für sorbische/wendische Bildungsentwicklung in Cottbus. Von 2015 bis 2018 übernahm er zusammen mit Ines Kellerowa die Leitung der Abteilung Kulturwissenschaften des Sorbischen Instituts.

Seit 1990 arbeitet Peter Schurmann an der Sorbischen Bibliographie mit, insbesondere zur Geschichte. Seit 2017 ist er Redakteur des historischen Teils des Lětopis. Schurmann ist im Vorstand der sorbischen wissenschaftlichen Gesellschaft Maćica Serbska und Vorsitzender ihrer niedersorbischen Abteilung Maśica Serbska. Er war darüber hinaus Regionalvorsitzender und ist Vorstandsmitglied des Domowina-Regionalverbands Niederlausitz. Des Weiteren ist er Mitglied der Niederlausitzer Gesellschaft für Geschichte und Landeskunde und Redakteur deren Vereinszeitschrift Niederlausitzer Studien sowie in der Redaktion der vom Wendischen Museum Cottbus herausgegebenen Schriftenreihe Sorbische Kostbarkeiten / Serbske drogotki. In seiner Heimatstadt engagiert er sich außerdem in der von Stadtverwaltung und Domowina geförderten Arbeitsgruppe Sorbische/wendische Denkmale der Stadt Cottbus/Chóśebuz.[2]

Peter Schurmann lebt in Cottbus, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die sorbische Bewegung 1945–1948 zwischen Selbstbehauptung und Anerkennung (= Schriften des Sorbischen Instituts. Band 18). Domowina-Verlag, Bautzen 1998, ISBN 3-7420-1681-4.
  • Nadźija na swobodu. Serbja w Sowjetskim wobsadniskim pasmje 1945–1949. Domowina-Verlag, Bautzen 2000, ISBN 978-3-7420-1833-5.
  • Zur Geschichte der Sorben (Wenden) in der Niederlausitz im 20. Jahrhundert. Arbeitsstelle für sorbische/wendische Bildungsentwicklung, Cottbus 2003.
  • mit Martina Noack: Maśica Serbska – 130 Jahre Bestrebungen zum Erhalt der niedersorbischen Sprache und Kultur (= Sorbische Kostbarkeiten/Serbske drogotki (Edition Wendisches Museum). Band 5). Cottbus 2010, ISBN 978-3-86929-168-0.
  • mit Katja Atanasov, Katharina Herrmann, Alfred Roggan: Das Wendische Cottbus – Serbski Chóśebuz. Cottbus 2011, ISBN 978-3-86929-093-5.
  • Sorbische Interessen und staatliche Minderheitenpolitik in der DDR. Quellenedition (1947–1961) (= Schriften des Sorbischen Instituts. Band 61). Bautzen 2016, ISBN 978-3-7420-2269-1.
  • mit Katja Atanasov, Alfred Roggan: Wendisches Museum (Hrsg.): Der Landkreis Spree-Neiße und seine sorbische/wendische Kulturgeschichte. Der Altkreis Spremberg (= Sorbische Kostbarkeiten/Serbske drogotki (Edition Wendisches Museum). Band 10). Cottbus 2023, ISBN 978-3-86929-528-2.

Fußnoten

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