Pfaffstätt
Gemeinde im Bezirk Braunau, Oberösterreich
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Pfaffstätt ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Braunau im Innviertel mit 1293 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025). Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Mattighofen.
Pfaffstätt | ||
|---|---|---|
| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Braunau | |
| Kfz-Kennzeichen: | BR | |
| Fläche: | 9,20 km² | |
| Koordinaten: | 48° 5′ N, 13° 9′ O | |
| Höhe: | 471 m ü. A. | |
| Einwohner: | 1.293 (1. Jän. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 141 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 5223 | |
| Vorwahl: | 07742 | |
| Gemeindekennziffer: | 4 04 31 | |
| NUTS-Region | AT311 | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Kirchenplatz 1 5223 Pfaffstätt | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister | Wolfgang Gerner (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2021) (13 Mitglieder) |
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| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||

Geografie
Pfaffstätt liegt auf 471 Meter Höhe an der Mattig und steigt nach Westen bewaldet zum 541 Meter hohen Siedelberg an. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 4,8 km, von West nach Ost 3,3 km.[1] Die Gemeinde ist rund neun Quadratkilometer groß, davon wird beinahe die Hälfte landwirtschaftlich genutzt, mehr als ein Drittel ist bewaldet.[2]
Gemeindegliederung
Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[3]):
- Erlach (7)
- Fludau (8)
- Kitzing (17)
- Kuglberg (110)
- Pfaffstätt (1012)
- Sollern (139)
Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde Pfaffstätt.
Nachbargemeinden
| Pischelsdorf am Engelbach | Mattighofen | |
| Auerbach | Munderfing | |
| Kirchberg bei Mattighofen | Jeging |
Geschichte
Im 8. Jahrhundert wurde das Gebiet von Pfaffstätt von Salzburg aus christianisiert. Die erste Kirche stand an der Mattig und war dem hl. Vitus geweiht.
Die erste urkundliche Erwähnung von Pfaffstätt stammt aus dem Jahr 1150, wo ein „Herrant de Phafstete“ genannt wird. Ihm folgten ein „Gerhart de Pfaffenstetin“ (1147–1167), Heinrich von Pfaffstätt (1154), Amelrich und Otto (1170–1180), Albert (1188) und Albero (1222) nach. Die Herren von Pfaffstätt lebten in einem Schloss auf dem Siedelberg. Sie waren Ritter und hatten die patrimoniale Gerichtsbarkeit inne. Die Spuren dieses Schlosses verlieren sich. Zwar wird 1843 noch beschrieben, dass Ruinen und Reste von Gräben zu sehen sind, heute kann man nur noch Spuren von Gräben erkennen.
In der Zeit um 1500 wurde vom Geschlecht der Reuter das Schloss im Ort Pfaffstätt gebaut. Zur gleichen Zeit dürfte auch die heutige Kirche errichtet worden sein. Der erste bekannte Besitzer des Schlosses ist Georg Reuter zu Pfaffstätt, dessen Grabstein mit Wappen in der Propsteikirche zu sehen ist. Das Schloss war damals von einem Weiher umgeben, was man auf einem Stich von 1721 erkennen kann. Als bald darauf Gräfin Maria von Wartenberg das Wasserschloss kaufte, ließ sie es nach Plänen, die angeblich von Fischer von Erlach stammten, umbauen. Dabei wurde der Wassergraben zugeschüttet.
Die älteste Kirche des Ortes, die Veitskapelle, wurde 1787 abgetragen.[4][5]
Seit Gründung des Herzogtums Bayern war Pfaffstätt bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals 'Innbaiern') zu Österreich. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört er seit 1814 endgültig zu Oberösterreich.
Bis 1904 war Pfaffstätt ein Teil der Pfarre Kirchberg. Bei der Erlangung der Selbständigkeit wurde ein neuer Pfarrhof gebaut. Das Schloss wurde nach mehreren Besitzerwechseln von Adolf Graf von Peckenzell 1909 bis 1910 grundlegend renoviert, wobei es sein heutiges Aussehen erhielt.[4][5]
Einwohnerentwicklung
| Pfaffstätt: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 540 | |||
| 1880 | 486 | |||
| 1890 | 475 | |||
| 1900 | 512 | |||
| 1910 | 547 | |||
| 1923 | 598 | |||
| 1934 | 705 | |||
| 1939 | 653 | |||
| 1951 | 769 | |||
| 1961 | 673 | |||
| 1971 | 710 | |||
| 1981 | 764 | |||
| 1991 | 893 | |||
| 2001 | 948 | |||
| 2011 | 1.000 | |||
| 2021 | 1.203 | |||
| 2025 | 1.293 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021 | ||||
1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 893 Einwohner, 2001 dann 948 Einwohner. Da sowohl Geburtenbilanz als auch Wanderungsbilanz positiv waren, stieg die Einwohnerzahl weiter auf 1.000 im Jahr 2011 und auf einen neuen Höchststand von 1.293 im Jahr 2025.[6]
Kultur und Sehenswürdigkeiten


- Schloss Pfaffstätt
- Katholische Pfarrkirche Pfaffstätt hl. Johannes der Täufer
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaftssektoren, Arbeitsplätze
Im Jahr 2010 gab es in Pfaffstätt siebzehn landwirtschaftliche Betriebe. Davon wurden elf im Haupt- und sechs im Nebenerwerb geführt. Im Produktionssektor beschäftigten vier Betriebe des Bereiches Warenherstellung fast 600 Erwerbstätige. Der größte Arbeitgeber im Dienstleistungssektor war der Handel (Stand 2011).[7][8][9]
| Wirtschaftssektor | Anzahl Betriebe | Erwerbstätige | ||
|---|---|---|---|---|
| 2011 | 2001 | 2011 | 2001 | |
| Land- und Forstwirtschaft 1) | 17 | 24 | 16 | 340 |
| Produktion | 8 | 6 | 593 | 24 |
| Dienstleistung | 39 | 18 | 102 | 76 |
1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Pendeln
Im Jahr 2011 lebten 501 Erwerbstätige in Pfaffstätt. Davon arbeiteten 116 in der Gemeinde, 385 pendelten aus. Von den umliegenden Gemeinden kamen 616 Menschen zur Arbeit nach Pfaffstätt.[10]
Verkehr
- Bahnhof: Der nächste Bahnhof liegt vier Kilometer nördlich in Mattighofen.[11]
- Straße: Knapp östlich des Gemeindegebietes verläuft die Braunauer Straße B147.
- Rad: Durch Pfaffstätt führt der Mattigtalradweg R24.[12]
Politik
Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder. Nach den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen:
- 1997: 7 ÖVP, 4 SPÖ und 2 FPÖ.
- 2003: 6 ÖVP, 6 SPÖ und 1 FPÖ.
- 2009: 7 ÖVP, 5 SPÖ und 1 FPÖ.
- 2015: 9 ÖVP und 4 SPÖ.
- 2021: 10 ÖVP und 3 SPÖ.[13][14]
Bürgermeister
- bis 2009 Susanne Lanzer (SPÖ)
- seit 2009 Wolfgang Gerner (ÖVP)[19]
Wappen

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens:
- Zwischen zwei grünen, von silbernen Wellenstäben gesäumten Wellenflanken in Blau ein goldener Taufstein, bestehend aus Säulenbasis, Säule, siebeneckigem Becken und Deckel in Form eines oben mit einem lateinischen Kreuz besteckten, siebenseitigen Pyramidenstumpfes.
Die Gemeindefarben sind Gelb-Grün-Gelb.[20]
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Albert Ritzberger (1853–1915), Zeichner und Maler
- Ludwig Weinberger (1911–1966), Quartärforscher
Weblinks
- 40431 – Pfaffstätt. Gemeindedaten der Statistik Austria
- Webpräsenz der Gemeinde Pfaffstätt
- Weitere Infos über die Gemeinde Pfaffstätt auf dem Geo-Infosystem des Bundeslandes Oberösterreich.
