Pharan

Ort in Ägypten From Wikipedia, the free encyclopedia

Pharan (heute Firan, arabisch فيران, DMG Fīrān) ist ein Dorf auf dem Südsinai (Ägypten), ca. 40 km von der Küste und ca. 50 km von at-Tur, dem antiken Raithu, entfernt.

Geschichte

Nach antiker Tradition fand bei Pharan, das man mit dem biblischen Rephidim identifizierte, die in Exodus 17,10–15 EU erwähnte Schlacht zwischen dem israelischen Volk und den den Durchzug sperrenden Amalekitern statt. Nach Münzfunden lässt sich die Besiedlung bis in das 1. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen. Sie verlief damit parallel zur nabatäischen Einwanderung in Palästina, womit die Pharaniten als ein Bruderstamm der Nabatäer angesehen werden dürfen. Um die Mitte des 4. Jahrhunderts wurde die Bevölkerung der Stadt christianisiert, am Ende desselben Jahrhunderts erklärte man die Stadt zum Bischofssitz. In den zwei oder drei Generationen nach der islamischen Eroberung der Sinai-Halbinsel 639 gaben die Bewohner die Stadt Pharan auf und wurden vermutlich Nomaden. Mit der Absetzung des letzten ökumenischen Bischofs infolge des Dritten Konzils von Konstantinopel ging die Bischofswürde 681 an den Abt des Katharinenklosters über, der sie bis heute innehat. Das Bistum wurde mit dem benachbarten Bischofssitz Raithu zum Erzbistum vom Berge Sinai vereinigt, das die gesamte Sinai-Halbinsel umfasst.[1] In der lateinischen Kirche wurde das Bistum 1933 als Titularbistum Pharan der römisch-katholischen Kirche wiedererrichtet.[2]

Siehe auch

Literatur

  • Peter Grossmann: Die antike Stadt Pharan. Ein archäologischer Führer. Archbishopric of Sinai and the Women’s Convent of Firan, Cairo 1998.

Einzelnachweise

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