Philip Sulumeti
kenianischer Bischof
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Philip Sulumeti (* 15. August 1937 in Kotur; † 9. November 2025 in Nairobi[1]) war ein kenianischer römisch-katholischer Geistlicher und Bischof von Kakamega.
Leben
Philip Sulumeti gehörte dem Volk der Iteso, einem der kleineren Völker Kenias, an. besuchte in Amukura nahe der Grenze zu Uganda die Grundschule. Danach besuchte er von 1952 bis 1958 das Knabenseminar Saint Peters’s in Mukumu bei Kakamega. Sulumeti studierte von 1959 bis 1960 Philosophie und von 1961 bis 1965 Theologie am St. Mary’s Ggaba Seminary in Uganda. Am 6. Januar 1966 empfing er in seiner Heimatgemeinde Amukura durch den Bischof von Kisumu, John de Reeper MHM, das Sakrament der Priesterweihe. Danach unterrichtete er an einem Gymnasium, der Kaplong Secondary School. Seine erste Pfarrstelle nahm er in der Gemeinde Shibuye an. Ab September 1967 studierte er Kanonisches Recht am Collegio San Pietro Apostolo in Rom und wurde im Dezember 1970 an der Päpstlichen Universität Urbaniana mit einer Dissertationsschrift zum Thema Missionskirche in Kenia im Licht des II. Vaticanums zum Dr. iur. can. promoviert. Während dieser Zeit lernte er in Deutschland die deutsche Sprache und fungierte gelegentlich als Aushilfspriester. Nach der Rückkehr nach Kenia wurde er 1971 Diözesansekretär und zweiter Generalvikar bei Bischof de Reeper in Kisumu.
Am 28. Mai 1972 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Titularbischof von Urci und zum Weihbischof in Kisumu. Die Bischofsweihe spendete ihm der Erzbischof von Daressalam, Laurean Kardinal Rugambwa am 20. August desselben Jahres; Mitkonsekratoren waren der Erzbischof von Nairobi, Maurice Michael Otunga, und der Bischof von Kisumu, John de Reeper MHM. Seinen Wahlspruch „Illum oportet crescere“ (Er muss wachsen) entnahm er dem Jokannesevangeliuem (Joh 3,30 EU).
Am 9. Dezember 1976 berief ihn Paul VI. zum Bischof von Kisumu. Am 27. Februar 1978 wurde er zum ersten Bischof von des mit gleichem Datum errichteten Bistums Kakamega ernannt.
Während seiner Amtszeit in Kakamega wurden während seiner Amtszeit neben zahlreichen Schulen, Krankenhäusern, Konventen und einem großen Pastoral Centre in Kakamega in den 36 Pfarreien 31 Kirchen und Pfarrhäuser erbaut. Die Priesterausbildung entwickelte sich derart, dass die Diözese Kakamega Priester in andere Diözesen Kenias und sogar ins Ausland senden kann. Philip Sulumeti wurde 2006 zum Stellvertretenden Vorsitzenden der Kenianischen Bischofskonferenz (KEC) gewählt.
Papst Franziskus nahm am 5. Dezember 2014 seinen altersbedingten Rücktritt an.[2] Am 7. März 2015 spendete er seinem Nachfolger Joseph Obanyi Sagwe im Bughungu-Stadion von Kakamega die Bischofsweihe.[3]
Wirken
Präsident Mwai Kibaki ernannte ihn 2004 und 2006 zum Senator der neuen Masinde Muliro University of Science and Technology[4] von Kakamega. Als Bischof hat sich Sulumeti stark im Demokratisierungsprozess des Landes engagiert und war Mitglied der KENYA REVIEW COMMISSION, die an zwei Plätzen und Gesprächsrunden in der kenianischen Hauptstadt, den „Safari Park Talks“ (Nobel-Hotel) und den „Bomas of Kenya“ (eine große Halle des Volkstanzes), eine neue Verfassung ausarbeitete. Im Konflikt zwischen den zwei politischen Lagern im Land wurde er zum Vorsitzenden des sogenannten „Consensus building committee“ gewählt und legte einen wichtigen vermittelnden Report (Sulumeti-Report) vor. Über die neue Verfassung wurde im November 2005 in einem Referendum abgestimmt. Der sogenannte Boma-draft war von der Regierung zum Wako-draft verändert worden und diese verlor daraufhin ihren Kampf um die Verfassung.
Nach den Unruhen infolge der Wahlmanipulation im Dezember 2007 mit 1.200 Toten und 350.000 Flüchtlingen im Land, sprach Bischof Philip Sulumeti mit anderen Kirchenvertretern im März 2008 vor dem Parlament in Nairobi ein Gebet, in dem er die 200 Parlamentarier aufforderte, dafür zu sorgen, dass das Land nicht auseinanderbreche: „Hass und Vergeltung in unseren Herzen sind hervorgebrochen; darum haben wir alle diese Untaten verübt. Nun aber kommen wir demütig vor dich und bitten, dass du uns vergibst.“ In seine weniger von den großen Unruhen geplagten Diözese flohen etwa 22.000 Menschen, die er in mehreren Camps versorgte.
Weblinks
- Eintrag zu Philip Sulumeti auf catholic-hierarchy.org (englisch)
- Eintrag zu Philip Sulumeti auf gcatholic.org (englisch)
- www.kec.or.ke (KEC) ( vom 5. November 2007 im Internet Archive)
- www.livenet.ch (Gebet im Parlament)