Philipp Hafner
österreichischer Schriftsteller und Literaturkritiker
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Philipp Hafner (* 27. September 1735 in Wien; † 30. Juli 1764 ebenda) war ein österreichischer Schriftsteller und Literaturkritiker. Häufig verwendete Hafner die Pseudonyme K. Fiedelbogen, J. Wustio und Phakipinpler.
Leben
Hafner besuchte ein Gymnasium, studierte wohl in Wien die Rechte und war dann zeitweilig Schreiber am Wiener Stadtgericht. Nach 1760 lebte er nur noch von der „Poeterei“, der Gelegenheitsdichtung auf lustigen Gesellschaften und höfischer Festpoesie für gehobenen Gesellschaften wie 1761 die Hochzeit des Grafen Franz Josef von Thun (1734–1801) mit der Reichsgräfin Maria Wilhelmine von Uhlefeld (1744–1800). Hafner war "ein Erzpoet, ein ausgelassener Spaßvogel, von dem man sich die tollsten Streiche erzählte."[1]
Hafner gilt als Vater des Wiener Volksstücks. Sein gesamtes literarisches Schaffen gilt dem unterhaltenden und volkstümlichen Theater. Hafner ist hier ein Bindeglied zwischen Barock und Aufklärung.
Hafner starb im Domestikenhaus der Reichshofkanzlei in der Wiener Schauflergasse am "Lunglbrand", der Tuberkulose.
Werke
- Der von dreien Schwiegersöhnen geplagte Odoardo oder Hanswurst und Crispin, die lächerlichen Schwestern von Prag
- Evakathel und Schnudi
- Der Furchtsame
- Mägera, die förchterliche Hexe oder Das bezauberte Schloss des Herrn von Einhorn (1762 oder 1763 aufgeführt)
Ausgaben (Auswahl)
- Gesammelte Schriften. Wien 1812 (Reprint: Saur, München 1991, ISBN 3-598-51045-4)
- Hannswurstische Träume. Nach den Originaldrucken von 1763 und 1764 herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Eberhard Haufe. Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar o. J. [1973]; mit Illustrationen von Karl-Georg Hirsch
- Komödien. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Johann Sonnleitner. Verlag Johann Lehner, Wien 2001, ISBN 3-901749-16-0
- Burlesken und Prosa. Mit Materialien zur Wiener Theaterdebatte. Hrsg. von Johann Sonnleitner. Lehner, Wien 2007, ISBN 978-3-901749-35-3
Literatur
- Constantin von Wurzbach: Hafner, Philipp. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 7. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1861, S. 188–191 (Digitalisat).
- Ernst Alker: Philipp Hafner. Ein altwiener Komödiendichter. (= Theater und Kultur; 9). Amalthea, Zürich 1922
- Heinz Rieder: Hafner, Philipp. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 7. Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 464 (deutsche-biographie.de).
- Ingrid Eyer: Das lyrische und dramatische Werk Philipp Hafners. Seine weltanschauliche und stilistische Position in der österreichischen Literatur der Maria-Theresianischen Ära. Dissertation, Universität Wien 1986
- Philipp Hafner: Komödien. Hrsg. v. Johann Sonnleitner. Wien: Lehner 2002, ISBN 3-901749-16-0
- Philipp Hafner: Burlesken und Prosa. Hrsg. v. Johann Sonnleitner. Wien: Lehner 2007, ISBN 3-901749-35-7
Weblinks
- Literatur von und über Philipp Hafner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Philipp Hafner in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Werke von Philipp Hafner bei Zeno.org.