Phorbol

chemische Verbindung, Naturstoff, From Wikipedia, the free encyclopedia

Phorbol ist ein Naturstoff, der von zahlreichen Pflanzen, vor allem Wolfsmilchgewächsen und Seidelbastgewächsen, produziert wird.[3] Es wurde erstmals im Jahr 1934 aus Crotonöl extrahiert.[4] Phorbol selbst ist ein relativ ungefährlicher Alkohol, jedoch sind insbesondere seine Ester toxisch und für zahlreiche Vergiftungen verantwortlich.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Phorbol
Allgemeines
Name Phorbol
Andere Namen

1,1a,1b,4,4a,7a,7b,8,9,9a-Decahydro-4a,7b,9,9a-tetrahydroxy-3-(hydroxymethyl)-1,1,6,8-tetramethyl-5H-cyclopropa[3,4]benz[1,2-e]azulen-5-on

Summenformel C20H28O6
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 17673-25-5
EG-Nummer (Listennummer) 634-015-4
ECHA-InfoCard 100.162.035
PubChem 442070
ChemSpider 390610
Wikidata Q2705359
Eigenschaften
Molare Masse 364,44 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Schmelzpunkt

250–251 °C (Zersetzung)[1]

Siedepunkt

572 °C (760 mmHg)[1]

Löslichkeit

löslich in Ethanol zu 50 mg/ml als farblose bis leicht gelbliche Lösung[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300+310+330315319335
P: 260262280302+352+310304+340+310305+351+338[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Chemische Struktur und Synthese

Phorbol wurde erstmals aus dem Öl des Krotonölbaums (Croton tiglium) extrahiert.

Phorbol ist ein tetrazyklisches Diterpen und chemisch ähnlich zu anderen Toxinen der Wolfsmilchgewächse wie Ingenolmebutat und der Seidelbastgewächse wie Daphnetoxin und Mezerein. Wie für viele Naturstoffe ist die Totalsynthese herausfordernd, aber möglich.[5] Durch die erfolgreiche Totalsynthese ist es möglich, chemisch ähnliche Verbindungen die nicht in der Natur verfügbar sind, im Labor zu studieren und deren Potential als Wirkstoffe zu bewerten.

Natürliche Vorkommen und Extraktion

Phorbol wurde erstmals aus Crotonöl extrahiert, das auf Grund seiner medizinischen Anwendungen und seiner Giftigkeit einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Die Giftigkeit des Crotonöls wird durch achtzehn leicht verschiedene Diester des Phorbols verursacht[6][7][8], die durch Auswaschen mit Methanol und anschließende Aufreinigung extrahiert werden können.[9]

Ein Äpfelchen des Todes, spanisch Manzanilla de la muerte, Früchte des Manchinelbaum (Hippomane mancinella).

Phorbolester haben einen substantiellen Beitrag zur Giftigkeit des Manchinelbaums und seiner Früchte, der Manzanilla de la muerte (Äpfelchen des Todes).[10][11]

Vergiftungserscheinungen

Phorbolester wie beispielsweise Phorbol-12-myristat-13-acetat imitieren 1,2-Diacylglycerine, einen Aktivator der Proteinkinase C. Diese Proteinkinase ist eine Schlüsselkomponente der zelluläre Signaltransduktion, die dadurch massiv gestört wird.[12][13]

Pflanzen mit höheren Gehalten an Phorbolestern sind problematische Futtermittel in der Tiermast von Pflanzenfressern.[14] Vergiftungen bei Menschen sind durch Honig[15] oder den Konsum von phorbolhaltigen Pflanzenteilen bekannt.[11]

Grundlagenforschung

Zahlreiche Ester des Phorbols haben biologisch bemerkenswerte Eigenschaften. In der Grundlagenforschung werden sie zur Induktion von Tumoren[12] und zur Verstärkung der Ausschüttung von Neurotransmittern verwendet.[13]

Einzelnachweise

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