Picibanil

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Picibanil, meist auch als OK-432 bezeichnet, ist ein Sklerolosant und Immunstimulans.

Zusammensetzung und Eigenschaften

OK-432 besteht aus einem lyophilisierten und mit Benzylpenicillin (Penicillin G) und Wasserstoffperoxid behandeltem speziellen Stamm (Su) von Streptococcus pyogenes (Gruppe A Typ III 3). Dieser Stamm ist niedrig virulent.[1] Picibanil hat die CAS-Nummer 39325-01-4. Der LD50-Wert beträgt:[2]

Anwendung und Wirkung

Bei der Therapie von Lymphangiomen mit OK-432 konnten bei Kindern und bei Erwachsenen positive Resultate erzielt werden. Mittlerweile wird der Einsatz in der Erstlinien-Therapie für diese Indikation diskutiert.[3][4]

OK-432 wird unmittelbar in den Tumor beziehungsweise das Lymphangiom injiziert (intraläsional). Es erzeugt an der Injektionsstelle eine Immunreaktion mit lokaler Entzündung. Die Proliferation von neutrophilen Granulozyten, Makrophagen, NK-Zellen und T-Lymphozyten wird durch die Erhöhung bestimmter Zytokin- und Interleukinspiegel stimuliert.[5] Wird Picibanil in die Zysten einer lymphatischen Erkrankung injiziert, bewirkt der Entzündungsprozess eine erhöhte Durchlässigkeit der Endothelien, was den Abfluss der gestauten Lymphe beschleunigt. Danach kommt es durch einen Schrumpfungsprozess des Gewebes zur Sklerosierung und so zur Rückbildung der zystischen Strukturen.[6][7]

Ursprünglich wurde OK-432 für die Krebsimmuntherapie entwickelt, um eine unspezifische aktive Immunisierung hervorzurufen. Die dabei in klinischen Studien erhaltenen Ergebnisse sind uneinheitlich.

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkungen nach der Injektion von OK-432 werden vorübergehendes Fieber, Erythema, Parästhesien und Schwellungen im Bereich der Injektionsstelle beschrieben. Normalerweise verschwinden diese Nebenwirkungen ab dem vierten Tag nach der Injektion.[7][4][8]

Entwicklungsgeschichte

OK-432 wurde 1967 von H. Okamoto und Kollegen in Japan entwickelt.[9][10]

Einzelnachweise

Weiterführende Literatur

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