Pidhorodnje

Stadt in der Ukraine From Wikipedia, the free encyclopedia

Pidhorodnje (ukrainisch Підгороднє/?; russisch Подгородное Podgorodnoje - bis 2025 Pidhorodne/Підгородне) ist eine Stadt im Rajon Dnipro der ukrainischen Oblast Dnipropetrowsk mit etwa 18.000 Einwohnern (2024).[1]

Kirche in der Stadt
Blick über Pidhorodnje auf die Metropole Dnipro mit dem Wohnkomplex Tower im Hintergrund
Schnelle Fakten Basisdaten, Verwaltung ...
Pidhorodnje
Підгороднє
Wappen von Pidhorodnje
Pidhorodnje (Ukraine)
Pidhorodnje (Ukraine)
Pidhorodnje
Basisdaten
Staat: Ukraine Ukraine
Oblast:Oblast Dnipropetrowsk
Rajon:Rajon Dnipro
Höhe:56 m
Fläche:35,5 km²
Einwohner:19.138 (1. Januar 2022)
Bevölkerungsdichte: 539 Einwohner je km²
Postleitzahlen:52001–52004
Vorwahl:+380 5622
Geographische Lage:48° 34′ N, 35° 6′ O
KATOTTH: UA12020210010051215
KOATUU: 1221411000
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt, 4 Dörfer
Verwaltung
Adresse: вул. Центральна 46
52001 м. Підгородне
Website: Webseite des Gemeinderates
Pidhorodnje (Oblast Dnipropetrowsk)
Pidhorodnje (Oblast Dnipropetrowsk)
Pidhorodnje
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Geographie

Die Stadt liegt an der Mündung des Kiltschen in die zum Dnipro-Stausee (Дніпровське водосховище) angestaute Samara, einem Nebenfluss des Dnepr, 15 km nördlich vom Oblast- und Rajonzentrum Dnipro. Durch Pidhorodnje verläuft die Fernstraße M 04 / E 50, die am Stadtrand mit der M 18 / E 105 zusammentrifft. Außerdem beginnt hier die nach Norden führende Territorialstraße T–04–10.

Geschichte

Erstmals erwähnt wurde ein Dorf am Standort der heutigen Stadt im frühen 17. Jahrhundert. 1778 wurde es Sloboda. Der Volkszählung von 1826 nach lebten 1044 Bewohner in 180 Haushalten im Dorf, das neben 8 Windmühlen auch mehrere Wassermühlen besaß. Vor dem Ersten Weltkrieg lebten 7831 Bewohner in 1170 Haushalten in Pidhorodnje.[2] Bis zur Machtergreifung der Bolschewiki befand sich auf dem Stadtgebiet auch die von deutschen Russlandmennoniten begründete Kolonie Kronsgarten. Heute zeugen nur noch verstreute Scheunen und das Höppner-Denkmal von den Bauten der früheren Bewohner.

In den Jahren 1932 und 1933 war der Ort vom Holodomor, einer großen Hungersnot, betroffen. Während des Deutsch-Sowjetischen Krieges war Pidhorodnje vom August 1941 bis zum September 1943 von der Wehrmacht besetzt.

Zwischen 1920 und 1959 war die Ortschaft das Rajonszentrum des Rajons Pidhorodne. Den Status einer Stadt erhielt Pidhorodnje 1981.

Geschichte der Kolonie Kronsgarten

Das Dorf wurde 1797 sechzehn Kilometer nordöstlich vom damaligen Jekaterinoslaw, dem heutigen Dnipro, gegründet. Der Ort liegt westlich des Flusses Samara an der Mündung des Flüsschens Klitschen in der damals bereits von deutschen Lutheranern besiedelten Gemeinde Josephsthal (heute Außenbezirk der Stadt Dnipro). Die Benennung bezieht sich offenbar darauf, dass sich nicht weit vom zugewiesenen Ort ein kleiner dem Staat, also der Krone, gehörender Obstgarten befand.

Zu Bauzwecken bekam jede Familie 120 Holzstämme und 500 Rubel gestellt, zuzüglich 75 Rubel Reisekostenerstattung pro Person. Erst 1843 kam Kronsgarten unter die Verwaltung der Kolonie Chortitza.

Kronsgarten lag ursprünglich in einer Geländemulde, so dass es alljährlich überflutet wurde. 1847 und 1848 wurde das Dorf mit staatlicher Unterstützung 1 km östlich auf eine Anhöhe umgesiedelt, wobei auch der als Kirche und Schule genutzte Bau ersetzt wurde. In Folge der kommunistischen Repression verließen die Dorfbewohner bis 1926 ihre Heimat.[3]

Verwaltungsgliederung

Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Pidhorodnje (Підгородненська міська громада/Pidhorodnenska miska hromada). Zu dieser zählen auch die 4 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer,[4] bis dahin bildete sie zusammen mit dem Dorf Peremoha die gleichnamige Stadtratsgemeinde Pidhorodne (Підгородненська міська рада/Pidhorodnenska miska rada) im Nordosten des Rajons Dnipro.

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Pidhorodnje Teil der Gemeinde:

Weitere Informationen Name, ukrainisch transkribiert ...
Name
ukrainisch transkribiertukrainischrussisch
Chutoro-Hubynycha Хуторо-Губиниха Хуторо-Губиниха (Chutoro-Gubinicha)
Dmytriwka Дмитрівка Дмитровка (Dmitrowka)
Peremoha Перемога Перемога (Peremoga)
Spaske Спаське Спасское (Spasskoje)
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Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
1826189719391959197019791989200120102020
1.044 7.831 12.537 13.262 17.423 23.490 19.219 17.763 19.148 19.526

Quelle: 1826, 1897;[2] 1939–2020[5]

Commons: Pidhorodnje – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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