Pierre Julien Gilbert

französischer Maler (1783–1860) From Wikipedia, the free encyclopedia

Pierre Julien Gilbert (* 15. März 1783 in Brest; † 21. September 1860 ebenda), auch Gibert genannt, war ein französischer Marine- und Historienmaler. Er machte sich vor allem durch seine detaillierten Darstellungen von Seeschlachten der französischen Marine vom späten Ancien Régime bis zur Restauration einen Namen.[1]

Pierre-Julien Gilbert: Entrée de la rade de Toulon (1858). Musée d'Art et d'Histoire de Saint-Brieuc

Leben

Pierre Julien Gilbert wurde 1783 in Brest geboren. Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt er in seiner Heimatstadt bei Nicolas Ozanne. Anschließend setzte er seine Studien in Paris bei Louis-Philippe Crépin fort. Im Jahr 1800 trat er in die französische Marine ein. Zunächst arbeitete er dort als Schiffszimmermann, ab 1804 als Commis Dessinateur und von 1810 bis 1816 schließlich als leitender Bildhauer. Von 1816 bis 1830 wirkte er als Zeichenlehrer an der École de la Marine Royale in Brest. Zwischen 1830 und 1833 sowie zwischen 1842 und 1850 war er auf Schulschiffen eingesetzt. Trotz seiner Verpflichtungen im Marinedienst wurde er häufig für seine malerische Tätigkeit freigestellt. Gilbert wurde 1830 zum offiziellen Maler der französischen Expedition nach Algerien ernannt. Im Jahr 1834 hielt sich Gilbert in Paris auf, wo er ein Atelier im Louvre unterhielt. Dort erhielt er wiederholt Besuch von König Louis-Philippe, was zu staatlichen Aufträgen für das Schloss Versailles führte. Im selben Jahr, nach anderen Angaben 1853, wurde er zum Chevalier der Ehrenlegion ernannt. Gilbert starb 1860 in Brest.[1]

Werk

Pierre-Julien Gilbert: Combat de la Surveillante (1838). Musée des beaux-arts de Brest

Er spezialisierte sich auf dokumentarisch genaue Darstellungen von Seeschlachten des ausgehenden 18. Jahrhunderts, der napoleonischen Zeit und der Restauration. Seine Werke zeichnen sich durch eine präzise Wiedergabe maritimer Technik aus, die auf seinen eigenen Erfahrungen als Seemann beruhte. Neben großformatigen Historiengemälden schuf er auch kleinformatige Ansichten bretonischer Häfen sowie Marinebilder in Öl, Aquarell und Pastell. Darüber hinaus entstanden Sepiazeichnungen, insbesondere mit Motiven aus Algerien, sowie lithografische Arbeiten, darunter die Folge Faits mémorables de la marine française. Ein Teil seiner Werke wurde für die Historische Galerie von Versailles angefertigt, häufig als Kopien nach Gemälden von Auguste-Louis de Rossel de Cercy. Pierre Julien Gilbert stellte regelmäßig im Pariser Salon aus, erstmals 1822 und zuletzt 1859. Im Jahr 1930 wurden seine Arbeiten im Rahmen der Exposition du Centenaire de l’Algérie im Petit Palais gezeigt. Zahlreiche seiner Gemälde befinden sich heute in französischen Museen, darunter im Musée national de la Marine, im Château de Versailles, im Musée des beaux-arts de Brest, im Musée des beaux-arts de Nancy sowie in weiteren regionalen Sammlungen.[1]

Literatur

  • Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 14, E. A. Seemann, Leipzig 1921.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs, Band 6, Gründ, Paris 1999.
  • Marcel Vidal-Bué: L'Algérie du sud et ses peintres 1830–1960, Paris 2013.
  • Elisabeth Cazenave: Les artistes de l’Algérie, Paris 2001.
  • Daniel Yonnet, André Cariou: Le Finistère des peintres, Rennes 1999.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 6: Gémignani – Herring. Paris, 2006.
Commons: Pierre-Julien Gilbert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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