Planeil
Siedlung von Mals, Südtirol, Italien
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Planeil (auch Planail; mundartlich [ˈplanɔɐl]; italienisch Planol) ist eine Fraktion der Gemeinde Mals im Vinschgau in Südtirol (Italien). Planeil liegt auf 1599 Metern Seehöhe in dem von der Puni entwässerten Planeiltal am äußersten Westrand der Ötztaler Alpen. Bei der Siedlungsform handelt es sich um ein rätoromanisches Haufendorf, das aus eng aneinander gebauten Bergbauernhöfen besteht. Planeil hat derzeit 146 Einwohner (Januar 2026) und unterhält eine deutsche Grundschule mit 10 Schülern (Schuljahr 2021/2022). Durch die abgeschiedene Lage in einem Seitental des Vinschgaus konnte sich Planeil einen sehr ursprünglichen Charakter bewahren, obwohl 1985 und 1986 der Dorfkern durch zwei Großbrände fast völlig zerstört wurde. Planeil ist vom Tourismus wenig berührt. Die örtliche Pfarrkirche ist dem heiligen Nikolaus geweiht.


Die Flur wurde ersturkundlich 1258 als Plagnol genannt. Zur damaligen Zeit waren alle Bewohner als sogenannte Gotteshausleute Untertanen des Bischofs von Chur.[1] Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts blieb der Bischof von Chur der bei weitem größte Grundherr im gesamten Planeiltal. Erst im Rahmen der Säkularisation 1803 gingen diese Liegenschaften an das Heilige Römische Reich bzw. nach dessen Auflösung an das Kaisertum Österreich über.[2] 1928 wurde das bis dahin eigenständige und selbstverwaltete Planeil der Gemeinde Mals zugeschlagen.
Der heutige Name Planeil geht vermutlich auf das lateinische planeola („kleine Verebnungen“) zurück.[1]
Literatur
- Mercedes Blaas, David Fliri, Herbert Raffeiner: Planeil: Leben am Rande der Abgelegenheit. Eigenverwaltung Bürgerlicher Nutzungsrechte Planeil, Mals 2023, ISBN 979-1-22103928-3.
Weblinks
- Fotos von Planeil
- Planeil auf der Website der Gemeinde Mals
- Website der Grundschule Planeil