Polyallylamin
chemische Verbindung
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Polyallylamin, Kurzzeichen PAAm beziehungsweise PAH für Polyallylamin-Hydrochlorid, ist ein wasserlösliches kationisches Polymer des Allylamins.
| Strukturformel | |||
|---|---|---|---|
| Allgemeines | |||
| Name | Polyallylamin | ||
| CAS-Nummer | 30551-89-4 | ||
| Monomer | Allylamin | ||
| Summenformel der Wiederholeinheit | C3H7N | ||
| Molare Masse der Wiederholeinheit | 57,09 g·mol−1 | ||
| Art des Polymers | |||
| Kurzbeschreibung |
gelblicher, wasserlöslicher Kunststoff[1] | ||
| Eigenschaften | |||
| Aggregatzustand |
fest | ||
| Löslichkeit |
sehr gut wasserlöslich[2] | ||
| Sicherheitshinweise | |||
| |||
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||
Herstellung
Polyallylamin ist durch radikalische oder kationische Polymerisation von Allylamin mit unterschiedlichen Polymerisationsgraden leicht herstellbar.
Eigenschaften und Verwendung
Polyallylamin ist stark basisch und kann beispielsweise Kohlendioxid binden.[4] An wasserunlösliche Polymere, wie Cellulose, gebunden kann es als Anionenaustauscher mit hoher Beladungskapazität verwendet werden.[5]
Schwermetallionen wie beispielsweise von Nickel, Kupfer, Zink, Cadmium oder UO22+ werden in wässriger Lösung von Polyallylamin komplexiert. Diese Eigenschaft kann zur Metallionenabtrennung mittels polymergestützter Membranen genutzt werden.[6][7]
PAAm ist zytotoxisch[8] speziell gegenüber Zellen der glatten Muskulatur der Blutgefäße.[9] Durch Derivatisierung der Aminogruppen, beispielsweise durch Glykation, kann die Zytotoxizität deutlich gesenkt werden. Entsprechend verändertes PAAm kann dann für den Gentransfer in Zellen verwendet werden.[10]
Polyallylamin ist ein sehr effektives Mittel, um Zellen zu immobilisieren.[11]
Polyallylamin ist als Copolymer mit 90 Mol% Hauptbestandteil des verschreibungspflichtigen Arzneistoffes Sevelamer [Poly(allylamin-co-N,N′-diallyl-1,3-diamino-2-hydroxypropan)], welcher bei Dialysepatienten mit Hyperphosphatämie als Phosphatbinder therapeutisch eingesetzt wird.