Porte Dijeaux

Stadttor in Bordeaux, Frankreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Porte Dijeaux ([pɔʁt diʒo]) ist ein neuzeitliches Stadttor in Bordeaux und steht seit 1921 unter Denkmalschutz.[1] Sie befindet sich am westlichen Ende der Rue Dijeaux am Übergang zur Place Gambetta. Ihr Vorgängerbau von 1302, der sich nur wenige Meter weiter östlich befand, schloss die mittelalterliche Bebauung der Stadt ab.[2] Der Name Dijeaux leitet sich vom römischen Gott Jupiter ab. An dieser Stelle befand sich bereits in der Antike das westliche Stadttor des römischen Burdigala, die Porta Jovis (Tor des Jupiter) genannt wurde. Im lokalen Dialekt wurde daraus mit der Zeit „Dijeaux“. Das heutige Tor wurde zwischen 1748 und 1750 nach dem Entwurf des Architekten André Portier (1702–1770) erbaut. Diese Monumentalisierung des historischen Vorbilds gehört zum klassizistischen Zeitgeschmack, der große Teile der Innenstadt Bordeaux’ noch heute prägt.[3] Nach Ansicht des Kulturministeriums ist es ein perfektes Beispiel für den neoklassizistischen Stil des 18. Jahrhunderts, der Bordeaux den Titel „Port de la Lune“ und den Status als UNESCO-Welterbe zuschrieb.[1][4]

Porte Dijeaux; Außenfassade, Blick in die Altstadt
Ausschnitt des historischen Stadtplans. Im Zentrum die Lage der drei Stadttore: römisch violett, mittelalterlich rot, neuzeitlich gelb

Geschichte

Im Jahr 1748 hatte Bordeaux von ehemals etwa einem Dutzend noch sieben Stadttore. Nördlich lag die Porte Dauphine, die den Abschluss der Rue de l’Intendance bildete und ebenfalls auf die Place Gambetta mündete. Nach Wegfall der Zollschranken während der Französischen Revolution 1792 wollte man an dieser Stelle damit den urbanen Raum öffnen.[5.1] Weiter südlich befand sich die Porte St.-Symphorien, die bereits mit der 3. Stadterweiterung im 14. Jahrhundert abgebrochen worden war.

Ausgrabungen, die ab Mitte der 1980er Jahre durchgeführt worden sind, brachten Funde zutage, die auf die Zeit zwischen dem 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 2. Jahrhundert n. Chr. datiert werden konnten. Demnach war in dem Bereich östlich der Porte Dijeux eine dauerhafte Siedlungsgeschichte nachweisbar.[6]

Das Tor wurde unter der Leitung des Stadtplaners Louis de Tourny errichtet, der sich in der Mitte des 18. Jahrhunderts maßgeblich um die großstädtische Neugestaltung von Bordeaux verdient machte. Am 18. Oktober 1792 beschloss der Generalrat den Abriss von fünf Toren, namentlich die Porte Saint-Germain, die Porte Dauphine, die Zollschranke an der Börse, das mittelalterliche Vorgängertor Porte Dijeaux und die Portes du Chapeau-Rouge et Richelieu.[5.2]

Der von Joseph de Voisin (fl. 1640–1680) geleitete Bau wurde 1750 vollendet. Die dekorative Ausstattung geht auf Claude Francin zurück und umfasst vier Trophäen auf den Akroterien. Auf der Westseite befinden sich das Wappen Frankreichs sowie eine Kartusche mit der Jahreszahl 1748. Die Ostseite zeigt das Wappen von Bordeaux und eine Kartusche mit dem Kopf des Neptun, flankiert von Meerjungfrauen. Eine Generation später während der Französischen Revolution wurden die Flügel, mit denen der zentrale Bogen verschlossen werden konnte, sowie die infolge der Abschaffung der Zölle entbehrlich gewordenen Schalter entfernt.[1]

In den 1830er Jahren wurde über einen Abriss des Bauwerks diskutiert. Nachdem ihr Erhalt gewährleistet war, schrieb der Historiker Paul Courteault (1867–1950):

« Ce qui l’a sauvee, c’est sa faiblesse. Elle est chenue, elle est moussue, elle est branlante; et c’est pourquoi la vieille a resiste. »

„Was sie gerettet hat, ist ihre Schwäche. Sie ist grau, sie ist moosig, sie ist wackelig; und deshalb hat die Alte Widerstand geleistet.“

Paul Courteault: La Porte Dijeaux, Bordeaux 1934.

Beschreibung

Wie viele andere Bauwerke in Bordaux auch, wurde der repräsentative Bogen aus Kalksteinen des Carrière de Frontenac errichtet. Dieser weiterhin aktive Steinbruch liefert Baumaterial gleichbleibender Qualität und ist verbindlich vorgeschrieben für unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden gemäß der Empfehlung von dem Ministère de l’Industrie, de la Poste et des Télécommunications in der Region Aquitaine.[7][8]

Paul Courteault beschreibt den Bau als vollständige Neugestaltung im Sinne Tournys als „repräsentative Stadtgestaltung“ und nicht einer militärischen Notwendigkeit wie sein Vorgängerbau.

Commons: Porte Dijeaux – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

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