Portomarín

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Portomarín ist ein Ort und ein Municipio am Rande des Jakobsweges in der Provinz Lugo der Autonomen Gemeinschaft Galicien (Spanien). Bei der Anlage des Belesar-Stausees wurde der Ortskern am Hang höher neu angelegt, neben der Kirche San Nicolas (Ortsmitte) wurden ein alter Brückenbogen (Ortseingang) und die Portalfront der Kapelle San Pedro (nahe der Pilgerherberge) abgetragen und am neuen Standort wieder aufgebaut.

Schnelle Fakten Gemeinde Portomarín, Wappen ...
Gemeinde Portomarín
Wappen Karte von Spanien
Portomarín (Spanien)
Portomarín (Spanien)
Basisdaten
Land: Spanien Spanien
Autonome Gemeinschaft: Galicien Galicien
Provinz: Lugo
Comarca: Lugo
Gerichtsbezirk: Chantada
Koordinaten: 42° 48′ N,  37′ W
Höhe: 391 msnm[1]
Fläche: 115,10 km²[2]
Einwohner:1.277 (Stand: 2025)[3]
Bevölkerungsdichte:11 Einw./km²
Postleitzahl(en): 27170
Gemeindenummer (INE): 27049 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Amtssprache: Kastilisch, Galicisch
Bürgermeister: Juan Carlos Serrano López (PSdeG-PSOE, 2011)
Website: Portomarín
Gemeindegliederung
Lage des Ortes
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Geschichte

Im Gemeindegebiet existieren zahlreiche archäologische Zeugnisse, deren sichtbarer Teil durch die Castro genannten Wehrdörfer der Keltiberer repräsentiert werden. Beispiele dafür sind: Castro de Castromaior, Castro da Vires, Castro de Bedro, Castrolobrixe, Castro de Vila und der Castro de Soengas.

Castro de Castromaior

Der Bau der ersten Brücke über den Miño geht auf die Römer zurück. Sie verband im zweiten Jahrhundert erstmals baulich die auf den zwei Ufern gegenüberliegenden Ortsteile (später benannt San Pedro, linkes Ufer, und San Xoán, rechtes Ufer), lenkte später die Pilgerströme nach Portomarin und ließ es zur Pilgerhauptstation werden. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahr 792 als „Portumarini“.

Im Liber Sancti Jacobi heißt Portomarín „Pons Minea“ (Miño-Brücke). Aufgrund der wenigen Brücken über den Miño war es obligatorischer Durchgangspunkt für die Jakobspilger. Dank der ansteigenden Pilgerzahlen prosperierte es und entfaltete den größten Glanz vom 10. bis 12. Jahrhundert. Die Bedeutung Portomarins im Mittelalter unterstreichen die Stützpunkte gleich dreier Ritterorden, die sich im Ort befanden: auf dem linken Miño-Ufer hatten sich die Santiagoritter und die Tempelritter niedergelassen, auf dem rechten Ufer die Johanniter. Der kriegerische Charakter dieser Orden spiegelt sich heute noch wider in der Wehrkirche Sankt Johannes (oder San Nicolás) die sich heute in der Mitte des neuen Portomarin befindet.

1112 zerstörte Königin Urraca von León-Kastilien die Brücke, um die Truppen ihres Mannes, Alfons I., zu stoppen. Acht Jahre später ordnete sie den Wiederaufbau an, der durch einen Baumeister namens Pedro Peregrinus (Peter der Pilger) geleitet wurde. Erzbischof Pedro Arias übertrug Portomarín dem gerade gegründeten Orden der Santiagoritter.

Das alte Portomarin vor dem Talsperrenbau, links im Bild die Kirche San Nicolás
Die ins neue Dorf versetzte Kirche San Nicolás
Kreuzstock und Apsis von San Nicolas de Portomarín

1126 entstand unter der Leitung von Pedro Peregrino ein Pilgerhospiz, dessen Fassade den Schriftzug „Domus Dei“ (Haus Gottes) zierte und durch die Santiagoritter betreut wurde. Das Gebäude wurde 1944 abgerissen.

Am 8. Februar 1946 wurde Portomarín zum künstlerisch-historischen Ensemble (Conxunto Histórico Artístico) erklärt.

1956 begann der Bau der vierzig Kilometer entfernten Staumauer des Belesar-Stausees, dessen Wasser den Ort überfluten würden. Portomarín wurde deshalb auf den Terrassen des Monte do Cristo auf dem rechten Ufer des Miño neu errichtet. Das alte Portomarín verschwand unter dem ansteigenden Wasser des Belesar-Stausees und wird nur bei sehr tiefen Pegelständen wieder sichtbar. Abgetragen und im neuen Ort wieder aufgebaut wurden die Kirchen San Nicolás und San Pedro (Portalfront), ein Brückenbogen der mittelalterlichen Brücken (Christinabogen) sowie der Palast des Grafen Maza, 16. Jh., und der der Pimentales auch genannt Berbeteros, 17. Jh., beide im heutigen Ortszentrum stehend.[4]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde

Legende: Puertomarín___Portomarín
Quelle:INE-Archiv – grafische Aufarbeitung für Wikipedia

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Portomarín ist in 19 Parroquias gegliedert:

Weitere Informationen Parroquias, Patrozinium ...
Parroquias Patrozinium Einwohner[5]
2024
Fläche[6]
km²
Dichte
Einw./km²
Höhe[7]
msnm
Ortskennzahl
Bagude San Bartolomeu 42 10,59 4 588 27049010000
Caborrecelle San Xulián 60 7,86 8 496 27049030000
O Castro de Soengas San Martiño 103 8,46 12 617 27049040000
Castromaior Santa María 23 2,01 11 591 27049050000
Cortapezas Santa María 47 3,83 12 425 27049060000
Fiz de Rozas San Lourenzo 57 3,41 17 477 27049070000
Gonzar Santa María 40 5,86 7 544 27049080000
León San Martiño 40 3,82 10 436 27049090000
Narón Santa María 55 8,98 6 610 27049100000
Nespereira San Cibrao 33 6,83 5 573 27049110000
Portomarín San Nicolao 458 8,05 57 395 27049120000
Recelle San Pedro 89 6,11 15 482 27049140000
Sabadelle San Salvador 13 5,90 2 409 27049160000
San Mamede de Belaz San Mamede 24 3,40 7 0 27049020000
San Mamede do Río San Mamede 27 4,46 6 0 27049150000
Soengas Santiago 52 7,35 7 637 27049170000
Vedro San Martiño 80 3,17 25 444 27049180000
Vilarbasín San Pedro 10 5,16 2 505 27049190000
Vilaxuste San Pedro 92 9,86 9 498 27049200000
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Wirtschaft

Weitere Informationen Sektor, Beschäftigte ...
Beschäftigungszahlen der Gemeinde Portomarín in den Wirtschaftszweigen
Stand: März 2025
Sektor Beschäftigte Anteil in Prozent
Ackerbau, Viehzucht und Fischerei158030,33
Industrie044008,45
Bauwirtschaft030005,76
Dienstleistungsbetriebe289055,47
Total521100,00
* Daten aus dem Statistischen Amt für Wirtschaftliche Entwicklung in Galicien, IGE
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Feste

Alljährlich am Ostersonntag wird hier die Fiesta de Aguardiente (Schnapsfest) mit einem Schaubrennen und der Wahl des besten Orujo-Destillateurs gefeiert.

Commons: Portomarín – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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