Postbauer

Pfarrdorf und eine der beiden Gemeinden, aus denen 1971 Postbauer-Heng, ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz, gebildet wurde From Wikipedia, the free encyclopedia

Postbauer ist ein früheres Pfarrdorf und eine der beiden Gemeinden, aus denen 1971 Postbauer-Heng, ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz, gebildet wurde. Der jetzige Hauptort der Gemeinde, Postbauer-Heng, ist aus den früheren Orten Heng und Postbauer zusammengewachsen.

Ehemaliges Pflegschloss des Deutschen Ordens
Postbauer, Hauptstraße

Geschichte

Der Ort Postbauer fand als "Bospawer" erstmals im Jahre 1271 in einer Urkunde der Deutschordenskommende Nürnberg Erwähnung.[1]

Von 1283 bis 1805 war der Deutsche Orden mit einem Pflegamt und dem Schloss in Postbauer vertreten, welches 1996 renoviert wurde und heute als Kulturstätte benutzt wird. Der Ort gehörte während dieser Zeit zur Deutschordensballei Franken und somit auch zum Fränkischen Reichskreis.[2]

1381 wurde der Raubritter Eppelein von Gailingen im Ort Postbauer festgenommen und wenige Tage später in Neumarkt hingerichtet.

1401 kam es zur Errichtung einer Befestigungsanlage für das Pflegamt des Deutschen Ordens, 1430 Errichtung eines Burgturmes. 1722/24 erfolgte der Neubau des dreiseitigen Schlosses und der Kirche St. Johannes.[3]

Es waren verschiedene Landadelsgeschlechter oder Nürnberger Patrizier Pfleger in Postbauer; zu nennen sind nach den Amann (1280–1438) Wilhelm Pilsacher (1438–1463), H. Holzschuher (bis 1500), Keuth (bis 1542), Dorst (bis 1555), Kunlein (bis 1575), Schaller (bis 1582), Adelmann (bis 1596), Hutzler (ab 1606), Familie Adelmann (bis 1695), M. Seidl (bis 1701), Georg Wilhelm Pfau (bis 1738), Sartorius (bis 1763) und Sebastian Hafner (bis 1807).

Im Zuge der Säkularisation wurden die Besitzungen des Deutschordensamtes am 20. November 1805 enteignet, dem Staat unterstellt und verkauft.

Die landgerichtsunmittelbare Gemeinde Postbauer wurde mit dem bayerischen Gemeindeedikt von 1818 gebildet.[3] Die Gemeinde Postbauer bestand - neben dem Hauptort - aus den Orten/Weilern Brandmühle, Buch, Dillberg, Kemnath, Kothmühle und Wurzhof.[4]

Die katholische Filialkirche und ehemalige Deutschordenspflegamts-Kirche St. Johann Baptist wurde nach Kriegszerstörung 1945 im Jahr 1951 erneuert.

Von 1966 bis 1971 war der 1. Bürgermeister von Postbauer Stefan Leonhard, der dann auch zum ersten Bürgermeister der in 1971 neu gebildeten Gemeinde Postbauer-Heng gewählt wurde.

Die Gemeinde Postbauer-Heng entstand am 1. April 1971 im Zuge der Gebietsreform in Bayern durch die Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Postbauer und Heng.[5] Die 1.452 Bürger von Postbauer und die 1.424 Bürger von Heng hatten zuvor am 13. September 1970 mit 86 % für die Zusammenlegung der beiden Gemeinden gestimmt.[3]

Da der jetzige Hauptort der Gemeinde Postbauer-Heng aus den früheren Orten Heng und Postbauer zusammengewachsen ist, wird kein amtlicher Gemeindeteil Postbauer mehr ausgewiesen.[3]

Einzelnachweise

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