Messier 44

offener Sternhaufen From Wikipedia, the free encyclopedia

Messier 44, M44 oder Praesepe (lateinisch für Krippe, im Englischen auch „Beehive“ für „Bienenkorb“[3]) wird in der Astronomie ein Offener Sternhaufen genannt, der am abendlichen Winter- und Frühlingshimmel schon freiäugig als Nebelfleckchen zu sehen ist. Die himmlische Futterkrippe – eine Art Schimmer zwischen zwei Sternen im Sternbild Krebs – diente einst auch zur kurzfristigen Wetterprognose, weil sie bei Cirrus-Bewölkung unsichtbar wird.

Schnelle Fakten Offener Sternhaufen, Position Äquinoktium: J2000.0 ...
Offener Sternhaufen
Messier 44
Praesepe, der offene Sternhaufen Messier 44
Messier 44
AladinLite
Sternbild Krebs
Position
Äquinoktium: J2000.0
Rektaszension 8h 40.4m [1]
Deklination +19° 41′ [1]
Erscheinungsbild
Klassi­fikation II,2,m (Trumpler),
d (Shapley) [2]
Helligkeit (visuell) 3,1 mag [1]
Helligkeit (B-Band) 3,46 mag [1]
Winkel­ausdehnung 95' [2]
Anzahl Sterne 350 [2]
Hellster Stern ε Cancri, 6,3 mag [2]
Veränder­liche Sterne
Rötung (Farbexzess E(B-V))
Physikalische Daten
Zugehörigkeit {{{Zugehörigkeit}}}
Rotverschiebung 112e-6 [1]
Radial­geschwindigkeit 33,57 km/s [1]
Entfernung [2] 577 Lj
(176 pc)
Absolute Helligkeit mag
Masse M
Durchmesser 22,8 Lj [2]
Alter 600–750 Mio. Jahre [2]
Metallizität [Fe/H] {{{Metallizität}}}
Geschichte
Entdeckt von
Entdeckungszeit prähistorisch
Katalogbezeichnungen
 M 44  NGC 2632  C 0837+201  OCl 507  Mel 88  Cr 189  Lund 468
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Dieser Sternhaufen ist nach den Plejaden der zweithellste Sternhaufen des Messier-Katalogs und fällt an seiner Position auf, weil es im Krebs keine helleren Sterne als 4. Größenklasse gibt. Der Sternhaufen der relativ nahen Hyaden ist zwar noch heller, kann aber mit seinen scheinbar weit verteilten Sternen nicht unmittelbar als Sternhaufen erkannt werden.

Der Sternhaufen Praesepe hat einen deutlich größeren scheinbaren Durchmesser als der Mond. Die Ekliptik verläuft entlang der roten Linie. Am 14. September 2020 standen Mond und Venus in Konjunktion bei Praesepe. Der abnehmende Mond (oben links) befand sich nördlich und die Venus (halb rechts unten) südlich der Ekliptik.

Praesepe liegt etwas westlich der gedachten Verbindungslinie der zwei Sterne γ Cancri und δ Cancri, die auch Asellus Borealis und Asellus Australis genannt werden (nördlicher und südlicher Esel), und dient den zwei Lasttieren der griechischen Mythologie als Futterkrippe.

Praesepe enthält über 300 Sterne in den Größenklassen zwischen 6 mag und 12 mag. Die Sterne sind physikalisch und dynamisch den Sternen der Hyaden sehr ähnlich, so dass ein gemeinsamer Ursprung beider Haufen nahe liegt. Beide enthalten Hauptreihensterne vom Spektraltyp A und kühler, wodurch das Alter auf etwa 600 Millionen Jahre geschätzt werden kann.[4] Die Entfernung von Praesepe, die vom Weltraumteleskop Hipparcos auf 182 Parsec bestimmt wurde,[5] ist etwas größer als der Abstand der Hyaden. Die massereichsten Sterne von Praesepe befinden sich im Zentrum des Haufens, der einen Durchmesser von etwa 11 Lichtjahren hat. Die insgesamt über 1000 Sterne, die gravitativ an den Haufen gebunden sind, besitzen eine Gesamtmasse von etwa 500 bis 600 Sonnenmassen.[6]

Da Praesepe nur geringfügig nördlich der Ekliptik liegt, ziehen immer wieder der Mond und die Planeten nahe an diesem Haufen vorbei oder sogar durch ihn hindurch. Im Herbst des Jahres 2011 zog beispielsweise der Planet Mars durch den Haufen hindurch.

Sterne (Auswahl)

Weitere Informationen Name, F ...
Name F scheinbare
Helligkeit
Spektral-
klasse
Eigenbewegung (mas/a)
Rektaszension
Eigenbewegung (mas/a)
Deklination
Entfernung
(Lj)
Epsilon Cancri (Meleph)416,29A7m−36,3−12,3615
39 Cancri396,39K0 III−35,6−12,0615
HD 73710-6,39G9 III-IIIb−36,2−14,0605
35 Cancri356,56G0 III−34,6−12,4630
HD 73598-6,60G8 III-IIIb−35,1−14,1590
40 Cancri406,61A1 V−35,3−13,6625
38 Cancri (BT Cancri)386,66F0 III−36,9−13,1605
HD 73210-6,75A5 V−35,0−12,8645
HD 73712-6,78A9 V−38,9−8,3645
EP Cancri-6,78A6 Vn−36,0−14,0615
42 Cancri426,84A9 III−36,2−12,1615
HD 73974-6,92G8 III-IIIb−36,9−13,8600
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Literatur

  • König, Michael & Binnewies, Stefan (2023): Bildatlas der Sternhaufen & Nebel, Stuttgart: Kosmos, S. 298
Commons: Beehive Cluster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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