Presseck

Markt in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Presseck ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Kulmbach in Bayern.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Presseck
Deutschlandkarte, Position des Marktes Presseck hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 13′ N, 11° 33′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kulmbach
Höhe: 642 m ü. NHN
Fläche: 54,82 km²
Einwohner: 1681 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 95355, 95131
Vorwahl: 09222
Kfz-Kennzeichen: KU, EBS, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 77 148
Marktgliederung: 46 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 8
95355 Presseck
Website: www.presseck.de
Erster Bürgermeister: Christian Ruppert (CSU)
Lage des Marktes Presseck im Landkreis Kulmbach
Karte
Karte
Schließen
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde liegt etwa 15 km nordöstlich von Kulmbach im Naturpark Frankenwald auf der Gemarkung Presseck sowie auf einer Hochfläche zwischen den Tälern der Unteren Steinach und der Wilden Rodach. Der Ort Presseck befindet sich am Fuß des 690 m hohen Pressecker Knock.[2] Durch Presseck verläuft der Fränkische Marienweg.

Gemeindegliederung

Es gibt 45 Gemeindeteile[3] (in Klammern ist der Siedlungstyp[4] angegeben):

Auf dem Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Birken (Schlackenreuth), Güldenstein, Lautengrund und Teichbühl.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Heinersreuth, Köstenberg, Oberehesberg, Presseck, Reichenbach, Rodecker Forst-West, Schlackenreuth, Schnebes, Schwand (Gemarkungsteil 0), Wartenfels und Wildenstein.[5]

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

1362 wurde der Ort in einem Wegerechtsvertrag zwischen Fürstbischof Lupold von Bamberg und dem Ritter Hans von Waldenfels als „Pressek“ erstmals schriftlich erwähnt. Dem Ortsnamen liegt das slawische Wort presěka zugrunde, das Ausrodung bedeutet.[6]

Von 1697 bis 1823 gehörte der Markt Presseck den Voit von Rieneck und war der Gerichtssitz der Herrschaft Wildenstein.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Presseck aus 101 Anwesen. Das Hochgericht übte die Herrschaft Wildenstein. Grundherren waren die Herrschaft Wildenstein (6 Höfe, 2 Halbhöfe, 2 Viertelhöfe, 10 Güter, 8 Drittelgüter, 1 Viertelgut, 2 Achtelgüter, 67 Tropfhäuser, 1 Wirtshaus), die Pfarrei Presseck (1 Pfarrgut) und die Schule (1 Haus).[7]

Mit der Rheinbundakte kam der Ort 1806 zu Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Presseck gebildet, zu dem Fürstenhof und Lautengrund gehörten. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Presseck, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Stadtsteinach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Stadtsteinach (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Von 1816 bis 1823 war das Herrschaftsgericht Heinersreuth zuständig.[8] 1818 kamen zum Steuerdistrikt folgende Orte hinzu: Neumühle, Papiermühle, Premeusel, Schlackenmühle, Schlopp, Waffenhammer und Wildenstein. Ab 1862 gehörte Presseck zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 4,845 km².[9]

Am 1. Juli 1972 kam Presseck durch die Auflösung des Landkreises Stadtsteinach zum Landkreis Kulmbach, zugleich auch an das Amtsgericht Kulmbach und das Finanzamt Kulmbach.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Köstenberg und Schlackenreuth eingegliedert.[10] Am 1. Januar 1974 kamen Wildenstein und ein kleinerer Teil der aufgelösten Gemeinde Schwand dazu. Heinersreuth folgte am 1. Januar 1978. Den Abschluss bildete am 1. Mai 1978 der Markt Wartenfels mit der schon am 1. Januar 1976 eingegliederten Gemeinde Reichenbach.[11]

Einwohnerentwicklung

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 2313 auf 1783 um 530 bzw. um 22,1 %, das ist der deutlichste prozentuale Einwohnerrückgang im Landkreis im genannten Zeitraum. Am 31. Dezember 1992 hatte Presseck 2530 Einwohner.

Gemeinde Presseck

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181918401852186118671871187518801885189018951900190519101919192519331939194619501961197019872007201020152019
Einwohner 59889392193993098598610311040947970104710461074935917915816115511421232117323692041195218691764
Häuser[12] 123122120125149162233765738741
Quelle [13][14][14][15][16][17][18][19][20][21][14][22][14][23][14][24][14][14][14][25][9][26][27][28][28][28][29]
Schließen

Ort Presseck

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001809001818001819001861001871001885001900001925001950001961001970001987
Einwohner 56559892596910271042911113812301169850
Häuser[12] 109120124148161232267
Quelle [30][8][13][15][17][20][22][24][25][9][26][27]
Schließen

Politik

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit 2020 Christian Ruppert (CSU). Vorgänger waren Siegfried Beyer (CSU) ab 2008 und davor Erhard Hildner (CSU). Zweiter Bürgermeister ist Raimund Graß (CSU)

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder:

(Stand: Kommunalwahl 2020)

Wappen

Wappen von Presseck
Wappen von Presseck
Blasonierung:Geviert; 1: in Gold ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; 2: in Silber die blau gekleidete Justitia mit rotem Mieder, in der Rechten ein Schwert, in der Linken eine goldene Waage; 3: in Silber ein roter Balken, begleitet oben und unten von je einem schreitenden blauen Löwen; 4: in Gold drei mit roten Kugeln besteckte schwarze Spitzen.“[31]
Wappenbegründung: Das älteste Siegel stammt wohl aus dem späten 17. Jahrhundert und war ein Siegel des Wildensteiner Halsgerichts. Um die Burg Wildenstein bildeten die Herren von der Grün im 13. Jahrhundert die Herrschaft Wildenstein mit Gerichts- und Verwaltungssitz in Presseck. Sie war ein Bamberger Rittermannlehen. Der mit einer Schrägleiste überdeckte Löwe ist die Wappenfigur des Bistums Bamberg. Die Justitia weist auf das Wildensteiner Halsgericht. Das Wappen der Familie Schenk von Stauffenberg im dritten Feld erinnert an den Bamberger Bischof Marquard Sebastian (1683 bis 1693), der diesem Geschlecht angehörte. Die Herrschaft war ein Bamberger Rittermannlehen. Das vierte Feld ist bis heute ungeklärt.

Wappenführung seit 17. Jahrhundert. Im Jahr 1952 wurde die Weiterführung des Wappens genehmigt.

Eine Gemeindeflagge hat Presseck nicht.[32]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Marktplatz
Schloss Heinersreuth
Ministerhaus neben dem Schloss Heinersreuth

Bau- und Bodendenkmäler

Tourismus

Presseck liegt auf dem Radfernweg Euregio Egrensis und am Frankenweg. Der benachbarte Mühlenweg bietet neben interessanten Informationen auf Tafeln über Geschichte und Brauchtum eine zauberhafte Natur.[35]

Verkehr

Die Staatsstraße 2195 führt nach Unterzaubach zur Bundesstraße 303 (7,5 km südwestlich) bzw. über Schnebes und Heinersreuth nach Enchenreuth (5,2 km nordöstlich). Die Kreisstraße KU 24 führt über Kunreuth nach Reichenbach (4,1 km nordwestlich). Die Kreisstraße KU 25/KC 20 verbindet Presseck mit der Bundesstraße 173 bei der Neumühle (5,5 km nordwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Premeusel (1,5 km südlich) und nach Trottenreuth (1,7 km südöstlich). Ein Anliegerweg verbindet Presseck mit Schöndorf (1,2 km südwestlich).[2]

Ansässige Unternehmen

  • BOSCHAGROUP, Hersteller von Taschen und Lederwaren

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI