Pridinol
zentral wirksames Muskelrelaxans
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Pridinol ist ein zentral wirksames Muskelrelaxans mit anticholinergem Wirkmechanismus. Die muskelrelaxierende Wirkung von Pridinol soll über die Hemmung polysynaptischer Reflexe erfolgen.[2] Der genaue Wirkmechanismus ist noch ungeklärt.
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Freiname | Pridinol | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C20H25NO | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
weißer Feststoff (Pridinolmesilat)[1] | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse | ||||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 295,42 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest (Pridinolmesilat)[1] | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
147–149 °C (Pridinolmesilat)[1] | |||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
schwer löslich in Chloroform, Ethylacetat und Methanol (Pridinolmesilat)[1] | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
Arzneilich eingesetzt wird der Wirkstoff als Pridinolmesilat,[3] also Salz der Methansulfonsäure, und steht in Tablettenform und als Injektionslösung zur Verfügung.
Anwendungsgebiete
Der Arzneistoff ist zugelassen zur Behandlung von Muskelspasmen, Lumbalgie, Torticollis (Schiefhals) und allgemeinen Muskelschmerzen bei Erwachsenen.[4]
Nebenwirkungen
Gelegentlich (≥1/1000, <1/100) können u. a. Nebenwirkungen wie Unruhe, Schwindel, Übelkeit, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Müdigkeit auftreten. Seltene (≥ 1/10.000, < 1/1.000) Nebenwirkungen sind u. a. Überempfindlichkeitsreaktionen, Störungen der Aufmerksamkeit, Koordination oder des Geschmacks und Sehstörungen.
Wechselwirkungen
Pridinol verstärkt die Wirkung von Anticholinergika wie z. B. Atropin.[4]
Pharmakodynamik
Die pharmakologische Wirkung wird über einen atropinähnlichen Mechanismus vermittelt, der an der glatten Muskulatur der Organe als auch der quergestreiften Skelettmuskulatur angreift. Dadurch können zentral als auch peripher verursachte Verspannungszustände der Skelettmuskulatur behandelt werden. Zentrale Verspannungszustände (Spastizität) werden stets durch Schädigungen im Zentralen Nervensystem (ZNS) verursacht, während periphere Verspannungen ihre Ursache außerhalb des ZNS haben und z. B. durch Bewegungsmangel oder Fehlhaltung ausgelöst werden.