Projekt 97P

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Das Projekt 97P (russisch 97П) nach dem Typschiff auch als Iwan-Susanin-Klasse bezeichnet, ist eine Klasse von acht Eisbrechern, bzw. Patrouillenbooten. Die Schiffe wurden für die sowjetische Marine und die sowjetischen Grenztruppen gebaut und werden heute teilweise von der russischen Marine und der Küstenwache des Grenzdienstes des FSB betrieben.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
Projekt 97P
Wolga (#183) im September 2007
Wolga (#183) im September 2007
Schiffsdaten
Schiffsart Patrouillenboot, Eisbrecher
Bauwerft Admiralitätswerft (Sankt Petersburg)
Bauzeitraum 1972 bis 1981
Stapellauf des Typschiffes 28 Februar 1973
Gebaute Einheiten 8
Dienstzeit seit 1973
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 69,93 m (Lüa)
Breite 18 m
Tiefgang (max.) 6,5 m
Verdrängung 2900–3710
 
Besatzung 123
Maschinenanlage
Maschine 3 × 13D100-Dieselmotor
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat 3.900 kW (5.303 PS)
Höchst­geschwindigkeit 15 kn (28 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
  • 2 × 30-mm-CIWS AK-630
  • 1 × 2er 76-mm АК-726
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Geschichte

Mitte der 1950er Jahre begann die Sowjetunion mit der Entwicklung eines neuen dieselelektrischen Eisbrechers, der auf dem 1942 gebauten, dampfbetriebenen Eisbrecher Ilja Muromez basierte und den Anforderungen sowohl ziviler als auch militärischer Betreiber gerecht werden sollte. Die bis Anfang der 1980er Jahre in verschiedenen Konfigurationen gebauten Eisbrecher des Projekts 97 und ihre Derivate sind die größte und am längsten eingesetzte Klasse von Eisbrechern, die je weltweit gebaut wurde.[1]

Ivan Susanin im April 1985

Die Schiffe des Projekts 97P waren für den Wachdienst in Gebieten mit schwierigen Eisbedingungen vorgesehen. Insgesamt wurden acht Schiffe gebaut, darunter zwei für die Marine.[2]

Zu den Versorgungsschiffen beim Eistest mit der Ilya Muromez im April 2018 gehörte auch der Eisbrecher Ruslan vom Typ 97P der Weißmeer-Marinebasis.[3]

Der Patrouillen-Eisbrecher des Projekts 97P Iwan Sussanin befreite am 22. Januar 2020 eine Fläche von etwa 10 km² im Bereich der Basis der Atom-U-Boote der Pazifikflotte auf Kamtschatka vom Eis. Das bis zu 0,8 Meter dicke Eis beeinträchtigte die Sicherheit der Liegeplätze und die Fahrt der U-Boote.[4]

Entwurf

Mit einer Gesamtlänge von etwa 70 Metern und einer Breite von rund 18 Metern sind die Patrouillenschiffe der Ivan-Susanin-Klasse etwas größer als die Eisbrecher des Projekts 97, auf denen sie basieren. Voll beladen haben die Schiffe einen Tiefgang von 6,5 Metern und eine Verdrängung von 3710 Tonnen. Der Rumpf, der von einem älteren, in Schweden gebauten Eisbrecher abgeleitet ist, zeichnet sich durch einen runden Mittelteil mit ausgeprägter Verengung des Schiffskörpers oberhalb der Wasserlinie und praktisch ohne flachen Boden oder Seiten aus; dies macht die Schiffe für die Besatzung bei schwerer See unangenehm, obwohl sie über zwei Rollentankdämpfer verfügen. Das vergrößerte Deckshaus ist aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung gebaut, um das Gewicht zu reduzieren, und bietet Platz für 10 Offiziere und 113 Besatzungsmitglieder.[1]

Anadyr im Jahr 1885

Die Patrouillenschiffe der Ivan-Susanin-Klasse verfügen über denselben dieselelektrischen Antrieb wie die anderen Varianten des Projekts 97. Ihre 1800 PS (1300 kW) starken 10-Zylinder-13D100-Zweitakt-Gegenkolben-Hauptdieselmotoren sind nachgebaute Fairbanks-Morse-Dieselmotoren des Typs 38 8 1/8, die von der Malyshev Factory in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik hergestellt wurden. Die Motoren sind mit Doppelankermotoren (2 × 625 kWe) gekoppelt, die zwei 3,5 Meter große Vierblatt-Festpropeller im Heck mit einer Leistung von 2400 PS (1800 kW) antreiben. Die Patrouillenschiffe wurden zwar nicht wie die Eisbrecher, auf denen sie basieren, mit einem dritten Propeller am Bug ausgestattet, da dieser unter den Eisbedingungen der Arktis anfällig für Beschädigungen war, dennoch können sie bis zu 70 Zentimeter (28 Zoll) dickes Eis brechen. Die Schiffe verfügen über fünf 6Ch2B/34-Dieselgeneratoren für den Schiffsbetrieb.[1]

Schiffe

Von den acht gebauten Einheiten befinden sich noch vier im Dienst.

Weitere Informationen Name, Baunummer ...
Name Baunummer Kiellegung Stapellauf Indienststellung Betreiber Einsatzgebiet Status
Ivan-Susanin

«Иван Сусанин»

02650 31. Juli 1972 28. Februar 1973 30. Dezember 1973 Marine Pazifik Im Dienst

(Stand 2022)[5]

Aysberg

«Айсберг»

02651 17. Oktober 1973 27. April 1974 25. Dezember 1974 1974–1993 Marine

1993–2006 Küstenwache

Pazifik Verschrottet

2006

Ruslan «Руслан» 02652 26. Dezember 1973 28. Mai 1974 26. September 1975 Marine Nordflotte Im Dienst

(Stand 2020)

Anadyr

«Анадырь»

02653 16. Juli 1975 14. Februar 1976 30. September 1976 Küstenwache Pazifik Verschrottet

2019

Dunay

«Дунай»

02654 24. Dezember 1976 5. August 1977 31. Dezember 1977 Küstenwache Pazifik Verschrottet

2019

Neva #170

«Нева»

02655 23. November 1977 28. Juli 1978 27. Dezember 1978 Küstenwache Pazifik Im Dienst

(Stand 2021)

Wolga #183

«Волга»

02656 27. Februar 1979 19. April 1980 26. Dezember 1980 Küstenwache Pazifik Im Dienst

(Stand 2022)[6]

Murmansk

«Мурманск»

02657 22. April 1980 03. Juli 1981 25. Dezember 1981 Küstenwache Nordflotte Verschrottet

2017[7]

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Galerie

Einzelnachweise

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