Projekt NG408

Beschreibung eines Fährschiffstyps From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Projekt NG408 beschreibt einen Fährschiffstyp, von dem zwei Einheiten für das Alaska Marine Highway System gebaut wurden. Beide Schiffe wurden 2021 nach Spanien verkauft und von Trasmapi im Fährverkehr zu und zwischen den Balearen eingesetzt.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
Projekt NG408
Fairweather
Fairweather
Schiffsdaten

zugehörige Schiffe

Fairweather
Chenega

Schiffsart Katamaran
Reederei Trasmapi, Ibiza
Bestellung Februar 2002
Entwurf BMT Nigel Gee & Associates, Southampton
Bauwerft Derecktor Shipyards, Bridgeport, Connecticut
Bauzeitraum 2002 bis 2005
Gebaute Einheiten 2
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 71,75 m (Lüa)
64,10 m (Lpp)
Breite 18,0 m
Seitenhöhe 5,70 m
Tiefgang (max.) 2,65 m
Vermessung 3424 BRZ / 1027 NRZ
 
Besatzung 10
Maschinenanlage
Maschine 4 × MTU-Dieselmotor (Typ: 16V 595)
Dienst­geschwindigkeit

35 kn (65 km/h) Vorlage:Infobox Schiff/Antrieb/Geschwindigkeit_B

Höchst­geschwindigkeit 43 kn (80 km/h)
Propeller 4 × Wasserstrahlantrieb
Maschinenanlage ab 2013
Maschine 4 × MTU-Dieselmotor (Typ: 20V 4000 M73L)
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat 14.400 kW (19.579 PS)
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 200 tdw
Zugelassene Passagierzahl 250
Fahrzeugkapazität 35 PKW
Sonstiges
Klassifizierungen DNV
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Geschichte

Die Schiffe wurden im Februar 2002 bestellt.[1] Sie wurden für jeweils 36 Mio. US-Dollar von Derecktor Shipyards in Bridgeport im US-Bundesstaat Connecticut für das Alaska Marine Highway System gebaut.[2] Die Schiffe wurden auf der Bauwerft mithilfe eines Travellifts ins Wasser gesetzt.[3] Der Schiffsentwurf stammte vom britischen Unternehmen BMT Nigel Gee & Associates in Southampton.[4][5]

Die Schiffe wurden unter US-amerikanischer Flagge auf dem Alaska Marine Highway eingesetzt. Die Fairweather wurde im Norden der Inside Passage zwischen Juneau und Sitka sowie nach Skagway, die Chenega im Prinz-William-Sund zwischen Valdez, Cordova und Whittier eingesetzt.[1][6] Zeitweise verkehrte die Fairweather im Prinz-William-Sund.[7] Ursprünglich war der Bau zwei weiterer Schnellfähren geplant, die ebenfalls in der Inside Passage zwischen Juneau und Petersburg bzw. Ketchikan und Mitkof Island eingesetzt werden sollten.[3]

Die Fähren waren für Fährverbindungen gebaut, auf denen Rundläufe nicht länger als zwölf Stunden, der maximalen Arbeitszeit von Seeleuten auf US-amerikanischen Schiffen, dauern. Hierdurch sollten signifikante Einsparungen bei den Personalkosten erreicht werden. Diese waren ursprünglich auch ein Argument für den Bau der Fähren.[3]

Wegen der trotz Einsparungen bei den Personalkosten hohen Betriebskosten wurden die Chenega 2015 außer Dienst gestellt, die Fairweather folgte 2019.[8] Am 10. März 2021 wurden beide Schiffe vom Alaska Department of Transportation & Public Facilities für zusammen rund 5,17 Mio. US-Dollar an die spanische Reederei Servicios y Concesiones Maritimas Ibicencas verkauft. Beide Schiffe wurden an Deck des Halbtauchers Red Zed 1 von Ketchikan aus nach Spanien verschifft.[9][10][11] Sie wurden unter spanischer Flagge von dem von Trasmapi durchgeführten Fährverkehr zu und zwischen dem Balearen eingesetzt. Die Fairweather wurde 2025 an die griechische Reederei Seajets verkauft und in Speedlink Jet umbenannt.

Beschreibung

Fairweather

Die Schiffe sind als Katamarane ausgelegt. Sie werden von vier MTU-Dieselmotoren angetrieben. Gebaut wurden sie mit vier Sechzehnzylinder-Dieselmotoren des Typs 16V 595. Die Motoren wurden bei beiden Schiffen 2013 bzw. 2014 durch vier Zwanzigzylinder-Viertakt-Dieselmotoren des Typs 20V 4000 M73L mit jeweils 3600 kW Leistung ersetzt. Durch die Neumotorisierung sank der Treibstoffverbrauch um einige Prozent.[12] Die Motoren wirken über Untersetzungsgetriebe auf vier Kamewa-Wasserstrahlantriebe. Für die Stromerzeugung an Bord stehen vier von Sechszylinder-Dieselmotoren mit je 185 kW Leistung angetriebene Generatoren zur Verfügung. Die Antriebe sind paarweise in den beiden Schwimmkörpern untergebracht. Weiterhin ist in den Schwimmkörpern jeweils ein elektrisch angetriebenes Bugstrahlruder installiert.

Auf den Schwimmkörpern sind drei Decks aufgesetzt. Auf dem Hauptdeck befindet sich das über eine Heckrampe und eine Seitenpforte auf der Steuerbordseite zugängliche Fahrzeugdeck mit vier Fahrspuren. Darüber befindet sich das Passagierdeck unter anderem mit zwei Bereichen mit insgesamt 251 Sitzgelegenheiten für die Passagiere und einem Selbstbedienungsrestaurant sowie einem überdachten Deckbereich mit weiteren Sitzgelegenheiten am Heck der Schiffe. Oberhalb des Passagierdecks ist im vorderen Bereich der Schiffe die geschlossene Brücke aufgesetzt, hinter der sich ein Aufenthaltsraum für die Schiffsbesatzung befindet.

Die Schiffe sind mit zwei Schiffsevakuierungssystemen ausgestattet. Weiterhin steht ein Rettungsboot zur Verfügung, das im Heckbereich an Deck mitgeführt wird.

Schiffe

Weitere Informationen Bauname, Bau-nummer ...
Projekt NG408
BaunameBau-
nummer
IMO-
Nummer
Kiellegung
Stapellauf
Fertigstellung
Umbenennungen
und Verbleib
Fairweather2019265809November 2002
14. November 2003
28. Februar 2004
2025: Speedlink Jet
Chenega205926579415. April 2003
13. Februar 2004
20. April 2005
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Die Fairweather war nach dem Fairweather-Gletscher, die Chenega ist nach dem Chenega-Gletscher in Alaska benannt.[4][5]

Commons: Project NG408 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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