Pucken
Wickeltechniken
From Wikipedia, the free encyclopedia
Pucken ist eine Wickeltechnik für Säuglinge.
Im engeren Sinn bezeichnet es eine moderne Wickeltechnik, bei der Säuglinge in den ersten Lebensmonaten eng in ein quadratisches Moltontuch eingeschlagen werden. Die aufgeraute Oberfläche des Moltons sorgt dafür, dass der Puck zusammenhält. Pucken begrenzt die Bewegungen des Neugeborenen, was beruhigend wirkt und den Schlaf fördert. Diese Methode eignet sich für Säuglinge bis etwa zwei bis drei Monate,[1] da der Puck bei älteren Babys durch bewusstes Strampeln schnell auseinanderfällt,[2] und Babys ungefähr ab dem dritten Monat damit beginnen, ihre Umwelt auch mit den Händen zu erkunden.[3]
Im weiteren Sinn ist Pucken ein Synonym für traditionelles Wickeln,[4] bei dem das Baby so in Stoff eingewickelt wird, dass es sich nicht durch einfaches Strampeln befreien kann. Traditionelles Wickeln kann das Risiko für Hüftdysplasie erhöhen, wenn die Beine gestreckt und aneinandergelegt sind.[5]
Vorgehen
Zum Pucken dient ein Moltontuch von etwa 75 × 75 cm Größe aus Baumwolle oder Wolle. Der Säugling wird auf eine Tuchdiagonale gelegt, der Kopf nahe an einer Ecke. Die untere Ecke wird locker über den Säugling geschlagen, ohne das Gesicht zu bedecken, bei Bedarf kann die Ecke noch einmal umgeklappt werden. Ein Arm wird dicht an den Körper gelegt, die entsprechende Tuchecke straff darübergelegt und unter den Rücken geschoben. Dasselbe erfolgt mit dem anderen Arm und der letzten Tuchecke.
Das Gesicht muss frei bleiben, das Tuch sollte eng anliegen, der Säugling soll sich aber wohlfühlen und frei atmen können. Außerdem müssen die Beine ausreichend Platz zum Abspreizen haben. Andernfalls kann eine Fehlstellung des Hüftgelenks (Hüftdysplasie) begünstigt werden. Es werden keine Verschlüsse verwendet. Sobald sich das Baby freistrampeln kann, ist Pucken im engeren Sinn nicht mehr möglich.
Wirkung
Untersuchungen zeigen, dass gepuckte Säuglinge länger und ruhiger schlafen, mehr Non-REM-Schlaf haben und weniger spontan, aber leichter durch Geräusche aufwachen.[6][7]
Literatur
- L. E. Meyer, T. Erler: Swaddling: a traditional care method rediscovered. In: World J Pediatr. Band 7, Nr. 2, Mai 2011, S. 155–160.
- Bregje E. van Sleuwen, Adèle C. Engelberts, Magda M. Boere-Boonekamp, Wietse Kuis, Tom W.J. Schulpen, Monique P. L'Hoir: Swaddling: A Systematic Review. In: Pediatrics. Band 120, Nr. 4. American Academy of Pediatrics, Oktober 2007, S. 1097–1106, doi:10.1542/peds.2006-2083 (englisch, aappublications.org [PDF; abgerufen am 29. September 2019]).
- Abdurrahman Kutlu, Recep Memik, Mahmut Mutlu, Ruhusen Kutlu, Ahmet Arslan: Congenital Dislocation of the Hip and Its Relation to Swaddling Used in Turkey. In: Journal of Pediatric Orthopaedics. Band 12, 1992, S. 598–602.