Puschendorf

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Puschendorf (fränkisch: Buschn-doaf[2]) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Fürth in Bayern.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Puschendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Puschendorf hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 31′ N, 10° 50′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Fürth
Höhe: 363 m ü. NHN
Fläche: 3,39 km²
Einwohner: 2195 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 647 Einwohner je km²
Postleitzahl: 90617
Vorwahl: 09101
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 5 73 124
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Neustädter Straße 7
90617 Puschendorf
Website: www.puschendorf.de
Bürgermeister: Alexander Dörr (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Puschendorf im Landkreis Fürth
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Lage von Puschendorf im Landkreis Fürth (Nordgrenze)

Geografie

Lage

Der Ort liegt direkt an der Bahnstrecke Fürth–Würzburg im östlichen Rangau. Im südlichen Gemeindegebiet fließt der Fembach, ein linker Zufluss der Zenn. An der Neustädter Straße gibt es eine Eiche, die als Naturdenkmal geschützt ist.[3]

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Herzogenaurach, Tuchenbach, Veitsbronn, Langenzenn, Emskirchen.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht nur aus dem Pfarrdorf Puschendorf.[4][5]

Die Gemarkung Puschendorf umfasst das gesamte Gemeindegebiet. Sie hat eine Fläche von 3,392 km² und ist in 1263 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2685,65 m² haben.[6][7]

Geschichte

Der Ort wurde 1348 in Steuerakten des Bistums Bamberg erstmals als „Puschendorf“ erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist wahrscheinlich der Familienname Busch,[8] möglicherweise auch das althochdeutsche Wort „busc/pusc“ (= Wald).[9]

Puschendorf war seit Mitte des 15. Jahrhunderts im Besitz des Kartäuserklosters Marienzell in Nürnberg, dessen Rechtsnachfolger bis zum Ende des Alten Reichs das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg war. Die Reichsstadt war alleiniger Grundherr im Ort.[10]

Die alte Handelsstraße Nürnberg–Frankfurt, die von Burgfarrnbach–Veitsbronn–Emskirchen über Puschendorf führte, hatte erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Ortes. Der Gasthof zum Roten Ochsen war einstmals ein Pferdewechselstall und eine Herberge für Fuhrleute.
Anstelle der Ortskirche St. Wolfgang befand sich früher der Burgstall Puschendorf.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Puschendorf 18 Anwesen (16 Güter, Pfarrhaus, Schulhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Fraischvogteiamt Emskirchen-Hagenbüchach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg.[11]

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Emskirchen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 Puschendorf dem Steuerdistrikt Hagenbüchach zugeordnet. 1813 entstand die Ruralgemeinde Puschendorf, zu der Höfen und Zweifelsheim gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden zwei Ruralgemeinden gebildet:

  • Ruralgemeinde Puschendorf;
  • Ruralgemeinde Zweifelsheim mit Höfen.

Die Gemeinde Puschendorf war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. Am 1. April 1836 wurde Puschendorf dem Landgericht Herzogenaurach zugewiesen, am 1. Oktober 1847 schließlich auch dem Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt).[12][13] Ab 1862 gehörte Puschendorf zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt). Am 1. Oktober 1931 wurde Puschendorf dem Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt) und am 1. Juli 1932 dem Amtsgericht Fürth zugewiesen.[14]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 18181840185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950196119701987200720112016 2021
Einwohner 13518519818320419819619519318219518519120721719624126749247669910481582221321412224 2323
Häuser[15] 27323232324061119393629
Quelle [16][17][17][18][19][20][21][22][23][24][17][25][17][26][17][27][28][28][28][29][30][31][32][33][33][33] [34]
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Politik

Verwaltungsgemeinschaft

1978 kam Puschendorf zur Verwaltungsgemeinschaft Veitsbronn, trat jedoch mit den Gemeinden Obermichelbach und Tuchenbach aus, um die Verwaltungsgemeinschaft Obermichelbach-Puschendorf-Tuchenbach zu gründen. Puschendorf trat 1998 auch aus dieser Verwaltungsgemeinschaft aus.

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Puschendorf hat 14 Mitglieder zuzüglich des Bürgermeisters.

Weitere Informationen CSU, SPD ...
CSU SPD Freie Wähler Grüne BfP Gesamt
2026 4 3 4 3 14 Sitze
20203343114 Sitze
201454514 Sitze
200874314 Sitze
200265314 Sitze
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Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2026 Alexander Dörr (Freie Wähler), der am 8. März 2026 mit 60,7 % der Stimmen gewählt wurde.[35][36] Somit wurde die bisher amtierende Bürgermeisterin Erika Hütten mit einer 2/3 Mehrheit abgewählt.

Wappen und Flagge

Wappen
Wappen von Puschendorf
Wappen von Puschendorf
Blasonierung: „Über rotem Zinnenschildfuß gespalten; vorne in Gold ein golden bewehrter halber schwarzer Adler am Spalt; hinten in Silber ein grüner Eichenzweig mit drei Blättern.“[37]
Wappenbegründung: Der halbe Adler weist auf die einstige Verbindung des Ortes zur Reichsstadt Nürnberg hin. Der Zinnenschildfuß weist auf die spätgotische Kirche, die auf dem durch Mauer und Graben befestigten Burgstall steht. Der Eichenzweig versinnbildlicht ein Naturdenkmal im Gemeindegebiet, eine mehrere Jahrhunderte alte Eiche.

Die Gemeinde führt seit 1977 dieses Wappen.

Flagge

Die Gemeindeflagge ist grün-gelb.[38]

Partnergemeinden

Baudenkmäler

Die Hauptsehenswürdigkeit ist die kleine evangelische Pfarrkirche St. Wolfgang mit einem wertvollen spätgotischen Altar.

Bildung

Puschendorf verfügt über einen evangelischen Kindergarten mit Kinderkrippe und Hort. Die ehemalige Grundschule wurde 1975 aufgelöst. Die Kinder werden seither in Veitsbronn eingeschult.

Religion und Spiritualität

In Puschendorf befindet sich der Hauptsitz des Landeskirchlichen Gemeinschaftsverbands in Bayern (Mitglied im Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband) – die Dachorganisation von 25 Landeskirchlichen Gemeinschaften. Eng damit verbunden ist die Diakoniegemeinschaft Puschendorf, eine christliche Lebensgemeinschaft von Diakonissen und anderen ledigen Frauen. Die Diakoniegemeinschaft verfügt im Ort über ein Mutterhaus, ein Gästehaus, ein Altenheim und zusammen mit dem Gemeinschaftsverband über eine Konferenzhalle.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die Puschendorfer Kirchweih findet jedes Jahr am letzten Wochenende der bayerischen Sommerferien statt.

Verkehr

Durch Puschendorf führt die Kreisstraße FÜ 7/NEA 8, zwischen Pirkach (3,1 km nordwestlich) und Veitsbronn (3,8 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Tuchenbach zur Kreisstraße FÜ 8 (2,1 km östlich), nach Kirchfembach zur  11 (2 km südwestlich) und nach Zweifelsheim (2,5 km nördlich). Ein Wirtschaftsweg führt nach Retzelfembach (2 km südöstlich).[3]

Puschendorf hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Fürth–Würzburg, der stündlich durch die Linie S 6 (Nürnberg–Neustadt (Aisch)) der S-Bahn Nürnberg bedient wird.[39]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

Fußnoten

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