Qingheiit

sehr seltenes Mineral, Natrium-Mangan-Magnesium-Aluminium-Phosphat From Wikipedia, the free encyclopedia

Qingheiit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung Na2MnMgAl(PO4)3[1][5] und ist damit chemisch gesehen ein Natrium-Mangan-Magnesium-Aluminium-Phosphat. In natürlichen Qingheiiten kann allerdings ein Teil des Mangans durch Magnesium und/oder Eisen sowie auch ein Teil des Aluminiums durch Eisen ersetzt (substituiert) sein, sodass die Formel in verschiedenen Quellen in der Form Na2(Mn2+,Mg,Fe2+)2(Al,Fe3+)(PO4)3 angegeben wird.[3]

Schnelle Fakten Allgemeines und Klassifikation, Kristallographische Daten ...
Qingheiit
Dunkelgrüner Qingheiit und brauner Beusit auf Matrix aus dem Santa Ana Pegmatit, Departamento Coronel Pringles, Provinz San Luis, Argentinien (Sichtfeld 5 mm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1981-051[1]

IMA-Symbol

Qin[2]

Chemische Formel
  • Na2MnMgAl(PO4)3[1]
  • Na2(Mn2+,Mg,Fe2+)2(Al,Fe3+)(PO4)3[3]
  • Na3Mn2Mg2(Al,Fe3+)2[PO4]6[4]
  • Na2Na(Mn,Mg,Fe2+)6(Al,Fe3+)[PO4]6[5]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/A.06-010

8.AC.15
38.02.04.04
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m
Raumgruppe P21/n (Nr. 14, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/14.2
Gitterparameter a = 11,86 Å; b = 12,41 Å; c = 6,42 Å
β = 114,4°[5]
Formeleinheiten Z = 2[5]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 5,5[4]; 5,3 bis 5,6[3]
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,718; berechnet: 3,61[3]
Spaltbarkeit unvollkommen nach {010}[3]
Bruch; Tenazität muschelig; spröde[3]
Farbe jadegrün bis gelblichgrün
Strichfarbe gelblichgrün[4]
Transparenz durchscheinend
Glanz Glasglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,678[6]
nβ = 1,684[6]
nγ = 1,691 bis 1,910[6]
Doppelbrechung δ = 0,013 bis 0,232[6]
Optischer Charakter zweiachsig positiv
Achsenwinkel 2V = 79° (gemessen), 22° bis 86° (berechnet)[6]
Pleochroismus Stark:[6]
X = hellgelbgrün
Y = jadegrün (dunkelgrün?)
Z = dunkelblaugrün
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Qingheiit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt tafelige bis kurzprismatische Kristalle, findet sich aber meist in Form durchscheinender, unregelmäßiger Körner bis etwa vier Millimeter Größe.[3] Das Mineral ist von jadegrüner bis gelblichgrüner Farbe, hat eine gelblichgrüne Strichfarbe und zeigt auf den Oberflächen einen glasähnlichen Glanz.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Qingheiit in einem unbenannten, muskovitreichen Pegmatit nahe Qinggil (chinesisch 青河县, Pinyin Qīnghé Xiàn) im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang der Volksrepublik China. Die Erstbeschreibung erfolgte 1983 durch Ma Zhesheng, Shi Nicheng und Peng Zhizhong, die das Mineral nach dessen Typlokalität benannten.

Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial des Minerals ist nicht bekannt.[3]

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Qingheiit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/A.06-010. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate [PO4]3−, ohne fremde Anionen“, wo Qingheiit zusammen mit Alluaudit, Arseniopleit, Bobfergusonit, Canutit, Ferroalluaudit, Ferrobobfergusonit, Ferrohagendorfit, Ferroqingheiit, Ferrorosemaryit, Ferrowyllieit, Groatit, Hagendorfit, Hatertit, Karyinit, Maghagendorfit, Magnesiocanutit, Manitobait, Rosemaryit, Varulith und Wyllieit die „Alluauditgruppe“ mit der Systemnummer VII/A.06 bildet.[4]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[7] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Qingheiit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen“ zu finden, wo es zusammen mit Bobfergusonit, Ferrorosemaryit, Ferrowyllieit, Rosemaryit und Wyllieit die „Wyllieitgruppe“ mit der Systemnummer 8.AC.15 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Qingheiit die System- und Mineralnummer 38.02.04.04. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate etc.“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Phosphate etc., (A+B2+)5(XO4)3“ in der „Alluaudit-Wyllieitgruppe (Wyllieit-Untergruppe)“, in der auch Ferrowyllieit, Wyllieit, Rosemaryit, Bobfergusonit, Bradaczekit und Ferrorosemaryit eingeordnet sind.

Kristallstruktur

Qingheiit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21/n (Raumgruppen-Nr. 14, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/14.2 mit den Gitterparametern a = 11,86 Å; b = 12,41 Å; c = 6,42 Å und β = 114,4° sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.[5]

Bildung und Fundorte

An seiner Typlokalität Qinggil in China bildet sich Qingheiit in muskovitreichem Pegmatit mit angrenzendem Biotit-Plagioklas-Gneis, Schiefer und Migmatit, wo er neben Muskovit vorwiegend in Paragenese mit Braunit, Mikroklin, Perthit, Pyrolusit und Quarz auftritt.[8]

Des Weiteren fanden M. Łodziński und M. Sitarz 2009 Qingheiit zusammen mit Willieit, Ferrowyllieit, Rosemaryit und Simferit im sogenannten „Góry Sowie Block“ bei Michałkowa (Michelsdorf), einem Nachbarort von Jugowice im Powiat Wałbrzyski in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien, wo unter anderem auch Maneckiit erstmals entdeckt wurde. Die Funde von Łodziński und Sitarz wurden allerdings noch nicht durch eine chemische Analyse per Röntgendiffraktion bestätigt.[9]

Der bisher einzige weitere bekannte Fundort (Stand 2018) für Qingheiit[10] sind die „Santa Ana“-Pegmatite im Departamento Coronel Pringles in der argentinischen Provinz San Luis, wo das Mineral mit Beusit und Lithiophilit vergesellschaftet auftritt.[11]

Siehe auch

Literatur

  • Yu Tinggao, Ma Zhesheng, Wang Wenying, Wu Mo: Qingheiite - A new mineral of phosphate. In: Acta Mineralogica Sinica. Band 3, Nr. 3, 1983, S. 161–168.
  • Pete J. Dunn, George Y. Chao, Joel D. Grice, james A. Ferraiolo, Michael Fleischer, Adolf Pabst, Janet A. Zilczer: New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band 69, Nr. 5–6, 1984, S. 565–569 (minsocam.org [PDF; 642 kB; abgerufen am 15. Juli 2018]).

Einzelnachweise

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