Quest Diagnostics

US-amerikanische Kette klinischer Labore From Wikipedia, the free encyclopedia

Quest Diagnostics Inc. ist ein US-amerikanisches Unternehmen im Bereich der klinischen Labordiagnostik und Gesundheitsinformation. Der Hauptsitz befindet sich in Secaucus (New Jersey). Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters war Quest Diagnostics 2013 das größte Labortest-Unternehmen in den USA.[2] 2024 betrug der Jahresumsatz etwa 9,87Mrd. US-Dollar bei rund 55.000 Beschäftigten. Die Aktie des Unternehmens wird an der New Yorker Börse gehandelt und Quest Diagnostics ist ein Bestandteil des Leitindex S&P-500.[3]

Schnelle Fakten
Quest Diagnostics
Rechtsform Corporation
ISIN US74834L1008
Gründung 1967
Sitz Secaucus, Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung James E. Davis, CEO
Mitarbeiterzahl 56.000 (2024)
Umsatz 9,9 Mrd. US-Dollar (2024)[1]
Branche Gesundheitswesen
Website www.questdiagnostics.com
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Geschichte

Das Unternehmen wurde 1967 von Dr. Paul A. Brown in New York City gegründet. Ursprünglich firmierte es unter dem Namen Metropolitan Pathology Laboratories (MetPath).[4] 1982 übernahm der Glas- und Chemiekonzern Corning MetPath, das daraufhin als Corning Clinical Laboratories weitergeführt wurde. Ende 1996 spaltete Corning seine Labordienste (Corning Clinical Laboratories) in ein eigenständiges Unternehmen aus und nannte es Quest Diagnostics Incorporated. Quest Diagnostics wurde am 31. Dezember 1996 an die Corning-Aktionäre ausgegeben und daraufhin an der NYSE gelistet. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte Quest bereits rund 18.700 Mitarbeiter und erwirtschaftete 1995 einen Umsatz von etwa 1,6Mrd. USD.[5]

In den folgenden Jahren expandierte Quest Diagnostics vor allem durch Zukäufe. 2005 erwarb das Unternehmen LabOne (einen Anbieter von Drogentest- und Gesundheitsdiensten) für 930 Millionen USD.[6] 2007 folgte die Übernahme von AmeriPath (einem nationalen Anbieter anatomisch-pathologischer und onkologischer Labordienstleistungen) für eine nicht genannte Kaufsumme.[7] Weitere Übernahmen und Partnerschaften stärkten die Position von Quest als umfassender Labordienstleister. Im September 2018 verlegte Quest Diagnostics den Firmensitz von Madison (New Jersey) nach Secaucus (New Jersey), wo sich heute die Konzernzentrale befindet.[8][9]

Tätigkeit

Quest Diagnostics betreibt ein landesweites Netzwerk diagnostischer Labore, Patientenentnahmestellen und Logistikdienste. Nach Unternehmensangaben umfasst dieses Netzwerk etwa 2.400 eigene Patientenservicezentren sowie insgesamt rund 8.000 Anlaufstellen für Proben (inklusive mobiler Blutentnahme-Services). In Dutzenden Laboren quer durch die USA werden pro Jahr Abermillionen von Untersuchungen durchgeführt. Insgesamt bietet Quest Diagnostics mehrere tausend unterschiedliche Laboruntersuchungen an – von einfachen Blutwerten über molekulargenetische und mikrobiologische Tests bis zu spezialisierten Analysen etwa in den Bereichen Frauenheilkunde, Onkologie oder Infektionskrankheiten.[3]

Daneben erbringt Quest Diagnostics auch spezifische Serviceleistungen im Gesundheitswesen. So bietet das Unternehmen unter anderem Programme für betriebliche Gesundheitsvorsorge und Drogentests an, die von Arbeitgebern, Versicherungen und Behörden genutzt werden. Eigene Angaben zufolge werden jährlich etwa ein Drittel aller erwachsenen US-Bürger und rund die Hälfte aller US-Ärzte und Krankenhäuser durch Quest-Diagnostikdienste versorgt.[3] In der COVID-19-Pandemie stellte Quest Diagnostics zusätzlich umfangreiche Testkapazitäten bereit – Berichten zufolge kam es dabei zeitweise zu Verzögerungen aufgrund der starken Nachfrage.[10]

Kontroversen

Quest Diagnostics stellte im April 2009 einen Rekord auf, als es 302 Millionen Dollar an die Regierung zahlte, um einen Fall von Medicare-Betrug beizulegen, in dem dem Unternehmen vorgeworfen wurde, fehlerhafte medizinische Testkits verkauft zu haben. Es war die höchste Qui-Tam-Zahlung (Whistleblower), die jemals von einem medizinischen Labor für die Herstellung und den Vertrieb eines fehlerhaften Produkts geleistet wurde.[11]

Im Mai 2011 zahlte Quest 241 Millionen Dollar an den Bundesstaat Kalifornien, um einen Fall nach dem False Claims Act beizulegen, in dem dem Unternehmen vorgeworfen wurde, Medi-Cal, das Medicaid-Programm des Bundesstaates, überhöhte Rechnungen gestellt und illegale Rückvergütungen als Anreiz für Gesundheitsdienstleister gezahlt zu haben, die Labore von Quest zu nutzen.[12]

Einzelnachweise

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