Quincha

Traditionelle Baumethode From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Quincha (span., aus dem Quechua qincha, „Wand, Mauer, Hecke, Zaun, Pferch“[1]) ist eine in traditioneller Bauweise erstellte Wand in Südamerika, bei der einfache Holzrahmen mit Flechtwerk aus Schilfrohr, Bambus oder anderen pflanzlichen Materialien hergestellt und mit Lehm kaschierten werden. Die Bauweise zeichnet sich durch ihr geringes Gewicht sowie ihre filigrane und einfache Ausführung aus.[2]

Einfaches Haus mit Wänden aus Quincha

Anders als die ungebrannten Lehmziegel (Adobe) sind die Wände aus Quincha nichttragend und können daher nur für die obersten Stockwerke eines Gebäudes verwendet werden. Das System erfuhr in der spanischen Kolonialzeit unter dem Vizekönigreich Peru weite Verbreitung. Wegen seines geringen Gewichtes und seiner hohen Elastizität wird es in erdbebengefährdeten Gebieten als Konstruktionselement geschätzt. Die Leichtigkeit, mit welcher dieses System zu verbauen ist, führte zu Baumängeln, welcher das System als anfällig für Parasiten in Verruf brachte. Im portugiesischen Sprachraum ist die Bezeichnung für dieses System Pau-a-pique (Matsch auf Stab).

Im Jahr 2025 wurde „Bauprozesse des Quincha-Hauses und der Junta de Embarre/Embarra“ von der UNESCO auf Antrag von Panama in die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes aufgenommen.[3]

Siehe auch

Einzelnachweise

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