Quiriten

feierlich-dichterische Bezeichnung für die Bürger des antiken Rom From Wikipedia, the free encyclopedia

Quiriten (lateinisch Quirites; Plural) war eine feierlich-dichterische Bezeichnung für die Bürger des antiken Rom und gleichbedeutend mit der jüngeren Bezeichnung cives Romani („römische Bürger“). Die Singularform Quiris kam nur in dichterischer Sprache vor. Die offizielle Bezeichnung war Populus Romanus Quirites (später auch Quiritium), also wörtlich „römisches Volk der Quiriten“.

Quirites leitet sich wohl vom Namen des Gottes Quirinus ab, der mit dem Stadtgründer Romulus identifiziert wurde. Ursprünglich waren Quiriten wohl nur die sabinischen Bewohner des Hügels Quirinal, bevor die Bezeichnung auf alle Römer übertragen wurde. Das Wort wird auch in Verbindung gebracht mit der sabinischen Stadt Cures, der sabinischen Bezeichnung curis für „Lanze“, einer Ableitung von co-virites („alle Männer“, „gesamte Bürgerschaft“) oder den altrömischen curiae.

Die Bezeichnung wurde vor allem als Anrede vor der Volksversammlung gebraucht. Das ius civile wurde auch als ius Quiritium bezeichnet.[1] Verwendung fand die Bezeichnung auch in der Rechtsprache, beispielsweise der mancipatio. In der Spruchformel äußerte sich der Begriff folgendermaßen: „Hunc ego hominem ex iure Quiritium meum esse aio isque mihi emptus esto hoc aere aeneaque libra.“ Übersetzt: „Ich erkläre, dass dieser Sklave nach dem Recht der Quiriten mein Eigentum ist, und er soll mir gekauft sein mit diesem Kupferstück und mittels dieser bronzenen Waage.“[2]

„Quiriten“ ist ebenfalls der Name eines von Theodor Eschenburg 1928 gegründeten Diskussionszirkels.

Literatur

Einzelnachweise

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