Rademin

Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) From Wikipedia, the free encyclopedia

Rademin ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.[2]

Schnelle Fakten Stadt Arendsee (Altmark) ...
Rademin
Koordinaten: 52° 48′ N, 11° 20′ O
Höhe: 38 m ü. NHN
Fläche: 14,12 km²
Einwohner: 120 (31. Dez. 2023)[1]
Bevölkerungsdichte: 8 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39619
Vorwahl: 039034
Rademin (Sachsen-Anhalt)
Rademin (Sachsen-Anhalt)
Lage von Rademin in Sachsen-Anhalt
Dorfkirche Rademin, Straßenansicht
Dorfkirche Rademin, Straßenansicht
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Geographie

Lage

Rademin, ein X-förmiges Straßendorf mit Kirche, liegt 14 Kilometer südwestlich von Arendsee (Altmark) und 14 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Salzwedel in der Altmark. Der Ort ist kreuzförmig angelegt. Im Südosten fließt der Rademiner Graben.[3] [4]

Ortschaftsgliederung

Zur Ortschaft Rademin gehören der Ortsteil Rademin mit dem Wohnplatz Ortwinkel und der Ortsteil Ladekath.

Geschichte

Mittelalter bis 20. Jahrhundert

Rademin wurde am 1. November 1285 erstmals urkundlich als villa Rademin erwähnt, als die Markgrafen Otto IV. und Otto V. von Brandenburg Grundbesitzungen zu einem Altar in Salzwedel vereigneten. Die Gebrüder von Visne hatten hier Lehngüter.[5] 1345 erwarb das Kloster Krevese das Patronsrecht in Rademyn vom Markgrafen Ludwig.[6] Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Rademyn aufgeführt.[7] 1536 hatten die von der Schulenburg und die Propstei Salzwedel hier Einkünfte.[8] Weitere Nennungen sind 1687 Rademien[4] und 1804 Rademin, ein Dorf mit Schmiede, Krug und Windmühle.[9]

Die Windmühle stand links des Weges nach Klein Gartz im Norden des Dorfes. Sie wurde 1502 erstmals erwähnt.[10][11] Nördlich der Windmühle stand die Ziegelei Rademin.

Herkunft des Ortsnamens

Jürgen Udolph führt den Ortsnamen auf den slawischen Personennamen „Radomin“ zurück.[12] Aleksander Brückner leitet den Namen vom altslawischen Wort „radъ“ für „froh“ ab.[13]

Eingemeindungen

Bis 1807 gehörte das Dorf zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Danach lag es ab 1807 bis 1813 im Landkanton Salzwedel auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Salzwedel, dem späteren Landkreis Salzwedel in der preußischen Provinz Sachsen.[4]

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Ladekath in die Gemeinde Rademin eingemeindet.[14] Am 25. Juli 1952 kam die Gemeinde Rademin zum Kreis Salzwedel und am 1. Juli 1994 zum heutigen Altmarkkreis Salzwedel.[15]

Am 1. Januar 2011 wurde die Gemeinde Rademin in die Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark) per Landesgesetz eingemeindet.[16][17] Somit wurde Rademin zur Ortschaft mit den Ortsteilen Rademin und Ladekath.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1734141
1774122
1789121
1798145
1801139
1818120
1840171
1864232
1871194
1885212
1892[0]235[8]
Jahr Einwohner
1895190
1900[0]213[8]
1905239
1910[0]282[8]
1925273
1939249
1946399
1964376
1971351
1981270
1985[00]238[18]
Jahr Einwohner
1990[00]213[18]
1993212
1995[00]235[18]
1998[00]227[18]
2000[00]234[18]
2002[00]241[18]
2005[00]230[18]
2006[00]233[18]
2007[00]230[18]
2008[00]234[19]
2009[00]227[19]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1993[4]

Ortsteil

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
2011148
2012137
2013130
2014130
2015126
2016126
Jahr Einwohner
2017117
2020[00]131[20]
2021[00]125[20]
2022[0]117[1]
2023[0]120[1]
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Quelle, wenn nicht angegeben, 2011 bis 2017[21]

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Rademin gehörte bis Januar 1811 zur Pfarrei Ladekath. Diese wurde durch ein Westphälisches Königliches Dekret aufgehoben. Rademin kam zur Pfarrei Klein Gartz.[22][23] Rademin war im 16. Jahrhundert eine selbständige Pfarrei.[24]

Heute gehört die Kirchengemeinde Rademin zum Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze im Kirchenkreises Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[25]

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.[26]

Politik

Ortsbürgermeister

Frank Rossau ist seit Juli 2024 Ortsbürgermeister der Ortschaft Rademin.[27]

Sein Vorgänger war Eckhard Kamieth, der von 2014 bis Juni 2024 amtierte.[28] Letzter Bürgermeister der Gemeinde Rademin war Lutz Schermer.[29]

Ortschaftsrat

Bei der Ortschaftsratswahl am 9. Juni 2024 waren 5 Sitze zu vergeben.[30] Je 1 Sitz wurde vergeben an:

  • Einzelbewerber Tegerbeckers
  • Frank Rossau „Freie Liste“
  • Einzelbewerber Gregor
  • Einzelbewerberin Franz

Aufgrund der prozentualen Verteilung der Stimmen erreichte der Einzelbewerber Maahs keinen Sitz. Ein Sitz blieb damit unbesetzt. Die Wahlbeteiligung betrug 70,59 Prozent.[30]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche Ra­de­min, Fried­hofs­blick

Die evangelische Dorfkirche Rademin ist ein im 13. Jahrhundert errichteter Feldsteinbau.[31] Sie ist vom Ortsfriedhof umgeben.

Verkehr

Rademin liegt südlich der Bahnstrecke Stendal–Uelzen.

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1732–1737, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 142 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 343, 131. Rademin (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Commons: Rademin – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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