Ralf Rummer
deutscher Psychologe
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Ralf Rummer (* 1962) ist ein deutscher Psychologe und Hochschullehrer. Er ist seit 2018 Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Kassel.
Leben
Ralf Rummer studierte Psychologie an der Universität Mannheim und schloss dies mit dem Diplom ab. Er wurde 1995 an der Universität Mannheim promoviert und 2003 habilitierte er sich an der Universität des Saarlandes. Von 2008 bis 2018 lehrte er als Professor für Allgemeine Psychologie und Instruktionspsychologie an der Universität Erfurt. Seit März 2018 leitet er das Fachgebiet Allgemeine Psychologie an der Universität Kassel.[1]
Seine Forschungsinteressen sind angewandte Kognitionspsychologie (z. B. wünschenswerte Erschwernisse beim Lernen, Lernen mit Multimedia), Psycholinguistik (z. B. Satzbehalten, Sound Symbolism) und Gedächtnispsychologie (z. B. verbales Arbeitsgedächtnis).[2]
Forschungsschwerpunkte
Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der angewandten Kognitionspsychologie (etwa bei wünschenswerten Erschwernissen beim Lernen und beim Lernen mit Multimedia und dem Testungseffekt), in der Psycholinguistik (unter anderem zu Satzbehalten und Lautsymbolik) sowie in der Gedächtnispsychologie (zum Beispiel zum verbalen Arbeitsgedächtnis).
Im Jahr 2025 veröffentlichte Rummer gemeinsam mit seinem Kasseler Forschungsteam Befunde zur sprachlichen Repräsentation von Männern und Frauen. Mithilfe der Elektroenzephalografie (EEG) konnten die Forscher nachweisen, dass die Verwendung des generischen Maskulinums – also einer männlichen Sprachform in geschlechtsübergreifender Bedeutung – dazu führt, dass Leser nicht gleichermaßen an Männer und Frauen denken. Die gemessene Gehirnaktivität zeigte einen höheren Verarbeitungsaufwand, wenn nach einem generisch maskulinen Satz eine weibliche Referenz folgte. Dieser sogenannte „Male Bias“ (männliche Verzerrung) war zuvor bereits in Verhaltensexperimenten dokumentiert worden; die Kasseler Studie demonstrierte den Effekt erstmals auch auf neuronaler Ebene.[3]
In früheren Arbeiten hatte Rummers Team bereits die Wirkung verschiedener sprachlicher Formen – etwa des Gendersternchens oder der Paarform („Kellnerinnen und Kellner“) – auf die mentale Repräsentation der Geschlechter untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Genderstern-Variante tendenziell eine weibliche Lesart begünstigt („Female Bias“). Ziel der neurowissenschaftlichen Forschung sei laut Rummer, empirische Grundlagen für eine sachliche und evidenzbasierte Diskussion über geschlechtergerechte Sprache bereitzustellen.
Schriften (Auswahl)
- Kognitive Beanspruchung beim Sprechen. Weinheim 1996, ISBN 3-621-27347-6.
Weblinks
- Literatur von und über Ralf Rummer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Prof. Dr. Ralf Rummer auf der Seite der Universität Kassel