Rania Stephan
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Rania Stephan (arabisch رانية اسطفان; geboren 1960 in Beirut) ist eine libanesische Filmemacherin und Videokünstlerin.

Werdegang
1978 schloss Rania Stephan ihr französisches Baccalauréat am Collège Protestant Français ab. Sie spricht fließend Arabisch, Französisch und Englisch. Anschließend verließ sie den Libanon, um dem Bürgerkrieg zu entfliehen.[1] 1982 schloss sie ihr Studium der Filmtheorie an der La Trobe University im australischen Melbourne ab und erwarb 1986 ihren Master-Abschluss in Filmwissenschaft an der Universität Paris VIII.[2] 2005 kehrte sie nach Beirut zurück.
Stephan arbeitete als Kamerafrau, Filmeditorin und Toningenieurin. Sie war als Produktionsleiterin und erste Assistentin für renommierte Filmemacher sowie als Kamerafrau und Redakteurin für Sozialwissenschaftler und Dokumentaristen (Procession of The Captives, Warten auf Abu Zeid, Catherine or The Body of The Passion, Panoptic) tätig.[3] Sie arbeitet als Filmemacherin im Bereich Dokumentar- und Experimentalfilm und als Videokünstlerin.[2]
2022 war Rania Stephan „Resident“ am „Iméra. Institut d’Etudes Avancées d’Aix Marseille Université“, 2024/25 führte sie ihr dort begonnenes Projekt fort, in dem sie sich mit Science-Fiction in Literatur, zeitgenössischer Kunst und Film aus arabischen Mittelmeerländern befasst.[4]
Filme
2006 erschien Stephans Film Lebanon/War, ein Dokumentarfilm über die Ereignisse während des Libanonkriegs zwischen Libanon und Israel im Sommer 2006 und dessen Folgen. Stephan dokumentierte ihre Aussagen und Gedanken von Menschen auf der Straße zum Krieg. Anschließend schnitt sie die Geschichten zu einem 47-minütigen Dokumentarfilm zusammen.[5]
The Three Disappearances of Soad Hosni (Die drei Verschwinden von Soad Hosni) war Stephans erster Spielfilm; er handelt von dem ägyptischen Filmstar Soad Hosni. Der Film besteht aus VHS-Material von Hosnis Filmen, das Stephan aus Raubkopien zusammengeschnitten hat. Die „drei Verschwinden“ beziehen sich auf die mysteriösen Umstände von Hosnis Tod, die 2001 tot auf dem Bürgersteig vor ihrer Wohnung in London gefunden worden war. Ihr Tod wurde als Selbstmord eingestuft, obwohl Gerüchte über Mord kursierten. In ihrem Film konzentriert sich Stephan auf die Darstellung von Frauen, Sexualpolitik und Geschlechterverhältnisse.[6] Der Film gewann mehrere Preise, so 2011 den Preis für den besten arabischen Dokumentarfilm beim Doha Tribeca Film Festival und war 2012 für den Preis als bester Dokumentarfilm beim Chicago International Film Festival und beim Palm Springs International Film Festival nominiert.
2022 wurde Stephans Film In Fields of Words: Conversations with Samar Yazbek beim Villa Medicis Film Festival als „bester Film“ ausgezeichnet. In der Laudatio heißt es: „Ihre Filme verbinden die Auseinandersetzung mit der Archäologie des Bildes, der Identität und der Erinnerung und bewegen sich zwischen Videokunst und kreativem Dokumentarfilm. Ihre jüngsten Arbeiten, die in der turbulenten Realität ihres Landes verwurzelt sind, bieten eine persönliche Perspektive auf komplexe und gewalttätige politische Ereignisse. Durch die Mischung aus rohem Dokumentarmaterial und poetischer Herangehensweise werden zufällige Begegnungen mit Humor und Mitgefühl gefilmt.“[7]
Filmographie
- 1993: Tribe
- 1995: Attempt at Jealousy
- 1997: Baal & Death
- 1999: train-trains (Where’s the Track?)
- 2003: Arrest at Manara
- 2003: Kimo the Taxi
- 2005: Wastelands
- 2006: Lebanon/War
- 2007: Smoke on the water, 7 X El Hermel
- 2009: DAMAGE, for Gaza “The land of Sad Oranges”
- 2011: The Three Disappearances of Soad Hosni
- 2015: Memories For A Private Eye
- 2017: RIOT: 3 Movements
- 2018: Double-Cross
- 2018: Threshold[8]
- 2022: In Fields of Words: Conversations with Samar Yazbek[9]
Ausstellungen
- Rania Stephan. On Never Being Simply One, Marfa' Projects, Beirut, 2016[10] (Einzelausstellung)
- Beirut Lab: 1975(2020) Kuratiert von Juli Carson und Yassmeen Tukan, University Art Gallery, University of California, Irvine, 2019[11]
Weblinks
- Rania Stephan bei IMDb
- Rania Stephan | Who is She in Lebanon. In: whoisshe.lau.edu.lb. Abgerufen am 27. Februar 2026 (englisch).