Ras Laffan

Siedlung in Katar From Wikipedia, the free encyclopedia

Ras Laffan (arabisch رأس لفان Ra's Laffan, DMG Raʾs Laffān) ist eine Industrieansiedlung der Erdgasindustrie in Katar etwa 80 km nordöstlich von Doha. Sie wird von Qatar Energy betrieben und beschäftigt rund 115.000 Personen.[1]

LNG-Terminal in Ras Laffan (2012)

Größe und Bedeutung

Die Fläche der Industrieanlage wird mit 295 km² angegeben. Ras Laffan Port ist die weltweit größte Hafenanlage zum Umschlag von Flüssigerdgas. Der Hafen verfügt über 33 Liegeplätze und ein SPM-Terminal, das 54 Kilometer vom Hafen entfernt liegt.[2]

Qatar Energy (70 %) und Chevron Phillips Chemical (30 %) gaben bekannt, als Joint Venture für 6 Milliarden US-Dollar eine neue Anlage in Ras Laffan zu errichten. Der für 2019 angekündigte Komplex wird eine Ethancrackanlage umfassen, die rund 2,1 Mio. t/Jahr Ethylen produzieren kann. Es wird der größte Ethancracker im Nahen Osten sein und die Ethylen-Produktionskapazität Katars um mehr als 40 % erhöhen. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.[3]

Attacke der iranischen Drohnen

Nach einem iranischen Drohnenangriff während des Irankriegs auf die LNG-Anlage Ras Laffan, die das North-Field-Gasfeld traf, kam es zu einem weithin sichtbaren Brand mit einer mehrere Hundert Meter hohen Rauchsäule. Der Betreiber Qatar Energy stellte daraufhin aus Sicherheitsgründen die Produktion der weltweit größten LNG-Förderanlage ein, die jährlich rund 77 Millionen Tonnen verflüssigtes Erdgas erzeugt. Die Unterbrechung führte zu erheblichen Verwerfungen auf den Energiemärkten, insbesondere zu stark steigenden europäischen Gaspreisen, da Ras Laffan als zentrales Exportdrehkreuz Katars eine wesentliche Rolle für die europäische Versorgung nach dem Wegfall russischer Pipelineimporte spielt.[4]

Einzelnachweise

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