Ratekau

Gemeinde im Kreis Ostholstein in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Ratekau ist eine Gemeinde und eine Dorfschaft (siehe Dorfschaften) im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein, zehn Kilometer nördlich von Lübeck gelegen. Benachbarte Orte sind im Süden Bad Schwartau und Lübeck, im Norden Timmendorfer Strand und Scharbeutz sowie im Westen Ahrensbök. Die Großgemeinde verfügt mit der A 1, der A 20 und der A 226 über eine überregional nennenswerte Anbindung an das deutsche Fernstraßennetz.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Ratekau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ratekau hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 57′ N, 10° 44′ O
Bundesland:Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 59,62 km²
Einwohner: 15.527 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 260 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 23626, 23611, 23669, 23689
Vorwahlen: 04504, 04502, 04503, 0451
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 035
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bäderstraße 19
23626 Ratekau
Website: www.ratekau.de
Bürgermeister: Thomas Keller (parteilos)
Lage der Gemeinde Ratekau im Kreis Ostholstein
KarteGöhlGrubeHarmsdorfHeringsdorfKellenhusenNeukirchen
Karte
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Geografie

Die Gemeinde besteht aus Dörfern mit ländlichem Charakter, die zum Teil um den Hemmelsdorfer See herum in kurzer Entfernung zur Lübecker Bucht liegen. Von der Nähe zu Lübeck profitieren auch Gewerbegebiete und Neubausiedlungen. Die größten Dorfschaften der Gemeinde sind Sereetz, Ratekau, Pansdorf und Techau. Im Gemeindegebiet gibt es seit August 2015 das Naturschutzgebiet Sielbektal, Kreuzkamper Seelandschaft und umliegende Wälder.[2]

Dorfschaften

Einwohnerzahlen 2019:[3]

  • Grammersdorf/Wilmsdorf, 58/36 Einwohner
  • Häven, 97 Einwohner
  • Hobbersdorf, 74 Einwohner
  • Luschendorf, 430 Einwohner
  • Offendorf/Kreuzkamp, 217/258 Einwohner
  • Ovendorf, 252 Einwohner
  • Pansdorf, 3533 Einwohner
  • Ratekau, 3919 Einwohner
  • Rohlsdorf, 91 Einwohner
  • Ruppersdorf/Neuhof, 65/36 Einwohner
  • Sereetz, 4274 Einwohner
  • Techau, 1698 Einwohner
  • Warnsdorf, 365 Einwohner

Geschichte

Blocksberg bei Pansdorf
Die Feldsteinkirche in Ratekau, Vorderansicht
Feldsteinkirche, Seitentor

Ausgliederungen

Am 1. Januar 1971 wurde ein Gebiet mit damals etwa 30 Einwohnern an die Nachbargemeinde Haffkrug-Scharbeutz abgetreten.[6]

Politik

Gemeindevertretung

Gemeindewahl Ratekau 2023[7]
 %
40
30
20
10
0
31,8 %
27,9 %
19,9 %
13,1 %
7,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2018
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−12
+1,4 %p
+4,0 %p
−10,3 %p
−2,4 %p
+7,2 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Bürger fürs Gemeinwohl
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu langVorlage:Wahldiagramm/Wartung/Fehler in der Farbeingabe - Hell
Sitzverteilung in der Gemeindevertretung Ratekau ab 2023
5
4
7
2
9
5 4 7 2 9 
Insgesamt 27 Sitze

Der von der Gemeindevertretung gewählte Bürgervorsteher ist Daniel Thomaschewski.[8][9]

Bürgermeister

Seit dem 1. August 2008 ist Thomas Keller (parteilos) Bürgermeister von Ratekau.[9] Zuletzt wurde Keller 2020 mit 96 Prozent der abgegebenen Stimmen im Amt bestätigt.[10]

Bei der Bürgermeisterwahl am 8. März 2026 kandidierte Amtsinhaber Keller nicht erneut.[11] Der ebenfalls parteilose Dennis Jaacks wurde mit 87,7 Prozent der abgegebenen Stimmen zu dessen Nachfolger gewählt und wird am 1. August 2026 sein Amt antreten.[12]

Wappen

Blasonierung: „Über blauem Schildfuß, darin eine goldene Garbe, in Gold rechts eine grüne Eiche, an der unten ein silberner Stein lehnt, links eine eintürmige silberne Kirche mit roten Dächern; darüber zwei auswärts geneigte schwarze Ähren.“[13]

Die Hauptsatzung der Gemeinde beschreibt eine gelegentlich verwendete Version des Wappens mit leicht abgewandeltem Schildfuß.[14]

Die Wappenfiguren stellen die Vizelin-Kirche, die Blüchereiche und den dazugehörigen Gedenkstein dar, welcher 1856 errichtet wurde und an die Kapitulation von Gebhard Leberecht von Blücher 1806 vor den napoleonischen Truppen erinnern soll.

Das Wappen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Ermangelung von Dienstsiegeln, die frei von nationalsozialistischen und kaiserlichen Symbolen sind, von der Gemeinde gewählt und von der britischen Militärregierung genehmigt.

Schulen und Bildung

Die Gemeinde Ratekau ist Schulträger folgender Schulen:

  • Grundschule Otfried-Preußler-Schule, Pansdorf, Schulkoppel (Zusammenlegung der Grundschulen Techau und Pansdorf 2012, Schließung des Standortes Techau 2018) 161 Schüler in 9 Klassen
  • Grundschule Ratekau, Bäderstraße, 197 Schüler in 9 Klassen
  • Grundschule Achim-Bröger-Schule, Sereetz, Schulstraße, 146 Schüler in 7 Klassen
  • Gemeinschaftsschule mit Oberstufe César-Klein-Schule, Ratekau, Preesterkoppel, 801 Schüler in 35 Klassen

Schülerzahlen aus dem Schuljahr 2019/2020[15]

Sonstige Bildungseinrichtungen:

  • Volkshochschule Ratekau, Im Grund

Verkehr

Straßenverkehr

Diesel-ICE der Vogelfluglinie am Bahnübergang Sereetzer Weg (2010)

Die Ortschaften der Gemeinde Ratekau sind über ein gut ausgebautes Netz an Landstraßen und Fahrradwegen miteinander verbunden. Die Anbindung an den Fernverkehr geschieht hauptsächlich über die Bundesautobahn 1.

Bis Ende der 1960er Jahre endete die A 1 am südlichen Rand der Gemeinde kurz vor der Blüchereiche in Ratekau. Der Fernverkehr wurde dann über die Bundesstraße 207 weiter in Richtung Norden geleitet. Seit Anfang der 1970er Jahre ist die A 1 nordwärts weitergeführt und hat die drei Anschlussstellen Pansdorf (Nr. 17), Ratekau (Nr. 18) und Sereetz (Nr. 19) auf dem Gebiet der Gemeinde erhalten. In den Sommermonaten dient vor allem die Abfahrt Ratekau zahlreichen Tagestouristen aus Hamburg zum Erreichen der Ostsee. Die Bundesstraße 207 wurde Ende der 1990er Jahre zur Landesstraße herabgestuft.

Öffentlicher Nahverkehr

Das Gebiet der Gemeinde wird von den Bahnstrecken Lübeck–Puttgarden (Vogelfluglinie) und Lübeck–Kiel durchquert. Einziger Bahn-Haltepunkt der Gemeinde ist der im Jahr 2000 reaktivierte Bahnhof Pansdorf. Dort besteht ein Stundentakt in Richtung Lübeck sowie Kiel. Ein zweiter Bahnhof am nördlichen Rande des Ortes Ratekau ist seit 1968 stillgelegt. Zur Jahrtausendwende gab es Überlegungen, auch diesen Bahnhof zu reaktivieren. Wegen seiner ungünstigen Lage zum Ort wurde aber ein Neubau näher an den Wohngebieten des Dorfes für sinnvoller erachtet. Die Inbetriebnahme des neuen Haltepunktes Ratekau war für 2012 geplant, wurde aber wegen des Neubaus der Hinterlandanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung nicht mehr realisiert.[16] Stattdessen soll Ratekau mit der Fertigstellung der zweigleisigen und elektrifizierten Neubaustrecke zwischen Lübeck und dem Fehmarnbelt zusammen mit Timmendorfer Strand einen gemeinsamen Regional- und IC-Bahnhof südlich der heutigen Autobahnabfahrt Ratekau erhalten.[17] Die bisherige Eisenbahntrasse, die durch das Dorf führt, soll mit Inbetriebnahme der neuen, um das Dorf herum geführten Trasse stillgelegt werden.[18] Im Zuge der Planungen für eine Regio-S-Bahn Lübeck wird beabsichtigt, in Techau einen neuen Bahnhaltepunkt zu errichten.[19]

Das Gemeindegebiet Ratekaus wird von verschiedenen Buslinien erschlossen. Die Linien 1 und 33 des Stadtverkehr Lübeck verbinden Sereetz mit Lübeck und Bad Schwartau. Die Haltestelle Warnsdorf Dorfplatz wird im Zweistundentakt von der Linie 35 von und nach Travemünde sowie mehrmals täglich von der Linie 40 zwischen Scharbeutz, Timmendorfer Strand und Lübeck bedient. Die Autokraft betreibt darüber hinaus unter anderem die Linie 500 (Lübeck–Timmendorfer Strand/Scharbeutz), die in variierenden Taktungen die wichtigsten Dorfschaften von Ratekau anbindet.

Sport

Mit dem SV Sereetz und dem TSV Pansdorf stellte die Gemeinde zwei Vereine, die in den 1990er-Jahren an der Fußball-Oberliga Nord teilnahmen. Neben Kiel, Lübeck und Flensburg ist Ratekau damit eine von nur vier Gemeinden im Schleswig-Holsteinischen Fußballverband, die mit mehreren Vereinen in überregionalen Spielklassen vertreten waren. Im Frauenfußball wurde der TSV Ratekau – teils in einer Spielgemeinschaft mit dem NTSV Strand 08 – vier Mal Schleswig-Holsteinischer Fußballmeister, verzichtete jedoch stets auf den Aufstieg in die Regionalliga.

Darüber hinaus gehörten die Nachwuchshandballerinnen des TSV Ratekau 2013/14 der ersten Saison der neu gegründeten A-Juniorinnen Handball-Bundesliga an.

Sehenswürdigkeiten

Dorfmuseum Ratekau
  • Ratekauer Feldsteinkirche
  • Das Dorfmuseum Ratekau wurde 2000 in einer in Luschendorf abgebauten und in Ratekau wieder aufgebauten reetgedeckten Fachwerk-Räucherkate eröffnet und später um weitere Gebäude sowie einen Bauerngarten ergänzt. Gezeigt wird unter anderem eine Sammlung landwirtschaftlicher, handwerklicher und hauswirtschaftlicher Geräte.[20]
  • In Warnsdorf wurde 2014 ein Karls Erlebnis-Dorf eröffnet, wo sich bereits seit der Nachkriegszeit der namensgebende Erdbeerhof befand.[21]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Harald Gerhardt: Die Gemeinde Ratekau (Reihe Archivbilder). Sutton, Erfurt 2004, ISBN 3-89702-776-3.
  • Joachim Hossenfelder: Festschrift zur Erinnerung an das achthundertjährige Bestehen der Kirche zu Ratekau am 23. September 1956. Verlag Struve, Eutin 1956.
  • Otto Rönnpag: Eine neue Gemeinde entsteht. Timmendorfer Strand 1945. In: Jahrbuch für Heimatkunde. Eutin 1987, S. 150–154.
Commons: Ratekau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

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