Rauchenwarth

Gemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Rauchenwarth ist eine Gemeinde mit 803 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Rauchenwarth
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Rauchenwarth
Rauchenwarth (Österreich)
Rauchenwarth (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen: BL (seit 2017; alt: WU)
Fläche: 13,41 km²
Koordinaten: 48° 5′ N, 16° 32′ O
Höhe: 206 m ü. A.
Einwohner: 803 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 60 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2320
Vorwahl: 02230
Gemeindekennziffer: 3 07 38
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Kirchenplatz 1
2320 Rauchenwarth
Website: www.rauchenwarth.gv.at
Politik
Bürgermeister: Martin Kolber (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(15 Mitglieder)
9
6
9 6 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Rauchenwarth im Bezirk Bruck an der Leitha
Lage der Gemeinde Rauchenwarth im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)BergHöfleinLanzendorfLeopoldsdorfRohrau
Lage der Gemeinde Rauchenwarth im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)
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Das Gemeindeamt von Rauchenwarth
Das Gemeindeamt von Rauchenwarth
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Rauchenwarth liegt im Industrieviertel in Niederösterreich, etwa zehn Kilometer südöstlich der Stadtgrenze von Wien auf einer Schotterplatte.[1] Die Fläche der Gemeinde umfasst 13,41 Quadratkilometer, beinahe neunzig Prozent sind landwirtschaftliche Nutzfläche, drei Prozent sind bewaldet.[2]

Gemeindegliederung

Es gibt nur die Katastralgemeinde Rauchenwarth.

Von 1954 bis zu dessen Auflösung am 1. Jänner 2017 war Rauchenwarth Teil des Bezirks Wien-Umgebung.

Nachbargemeinden

Zwölfaxing Schwechat
Himberg Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Schwadorf
Ebergassing

Geschichte

Rauchenwarth um 1872 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Die ursprüngliche Anlage des Ortes, die Ende des 11. Jahrhunderts erfolgt sein dürfte, ist heute noch gut zu sehen: ein schmales Dreieckanger-Dorf, das im Norden vom Meierhof und einer kurzen Häuserzeile abgeriegelt ist. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Rovhenwart (Rauchenwart) um 1257. In dieser Zeit bestand eine auf einem Hügel stehende Warte, von der aus ein Herannahen von Feinden mittels Rauchzeichen gemeldet wurde. Eine kleine Kirche des Ortes wurde bereits im Jahr 1375 genannt. In einer Verkaufsurkunde von 1494 wurde bezeugt Kaiser Maximilian I. den Verkauf des Dorfes an das Stift St. Dorothea zu Wien.

Im Türkenkrieg von 1683 wurden viele Einwohner getötet und der Ort zerstört. Mit Hilfe der Chorherren wurde Rauchenwarth wieder besiedelt. Rund hundert Jahre später kam der Ort unter die Verwaltung des Stiftes Klosterneuburg.[1]

Im Jahr 1652 entsprang in einem Waldstück westlich des Dorfes eine Quelle dessen Wasser eine heilende Wirkung zugesprochen wurde. In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich daraus ein Wallfahrtsort. Vor Ort wurden 1718 eine Kapelle und 1772 eine Kirche errichtet.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich im Jahre 1938 wurde der Ort als Teil des neu geschaffenen 23. Bezirk Schwechat nach Groß-Wien eingegliedert. Die Gemeinde wurde 1954 durch die Abtrennung von Wien wieder selbständig.

Einwohnerentwicklung

Rauchenwarth: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
584
1880
 
572
1890
 
544
1900
 
628
1910
 
554
1923
 
501
1934
 
502
1939
 
676
1951
 
454
1961
 
470
1971
 
474
1981
 
468
1991
 
514
2001
 
602
2011
 
658
2021
 
788
2025
 
803
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Rauchenwarth
Wallfahrtskirche Maria Bründl
Kellergasse
  • Katholische Pfarrkirche Rauchenwarth hl. Maria Magdalena
  • Wallfahrtskirche Maria Bründl
  • Ehemaliger Meierhof als Kulturzentrum

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Von den 32 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 19 im Haupt-, zwölf im Nebenerwerb und einer von einer juristischen Person geführt. Im Produktionssektor waren 26 Erwerbstätige im Bereich Warenherstellung und 19 in der Bauwirtschaft beschäftigt. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche freiberufliche Dienstleistungen (17), soziale und öffentliche Dienste (14), handel (13) und Beherbergung und Gastronomie (11 Mitarbeiter).[3][4][5]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 32 38 27 30
Produktion 7 7 45 41
Dienstleistung 37 14 62 21
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln

Von den 359 Erwerbstätigen, die 2011 in Rauchenwarth wohnten, arbeiteten 79 in der Gemeinde. Mehr als drei Viertel pendelten zur Arbeit aus.[6]

Verkehr

Die Grenze im Nordwesten bildet die Budapester Straße B10.

Bildung

In Rauchenwarth befindet sich ein Kindergarten.[7]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister

  • 1912–? Josef Pflug (CSP)
  • 1954–1975 Josef Thallmayer (ÖVP)
  • 1975–1995 Walter Buchberger (ÖVP)
  • 1995–2010 Josef Pflug (ÖVP)
  • 2010–2021 Ernst Schüller (ÖVP)[15][16]
  • seit 2021: Martin Kolber (ÖVP)[17]

Wappen

Die Wappenbeschreibung liest sich laut niederösterreichischem Landesgesetzblatt (NÖ LGBl. 1211/46-0) wie folgt:[18]

„Ein durch einen silbernen Wellenfaden gespaltener Schild, vorne in Blau ein gequaderter, zinnenbekrönter, naturfarbener, silberner Wachturm, aus dem naturfarbener, silberner Rauch aufsteigt; hinten in Grün zwei aus dem Schildesfuß wachsende goldene Ähren, die von einem geflochtenen goldenen Korb überdeckt werden.“

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde

  • 1923: Josef Pflug (1869–1937), Bürgermeister und Landwirt

Personen mit Beziehung zur Gemeinde

Literatur

  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Wienerwald. 7 von 34 Bänden. 5. Band: Pottenstein bis Schönbrunn. Schmidl, Wien 1832, S. 85 (Rauhenwarth in der Google-Buchsuche).
  • Alois Gehart: Rauchenwarth im Wandel der Zeit – Geschichte eines Dorfes. Herausgegeben von der Gemeinde Rauchenwarth, Rauchenwarth, 1998, 630 Seiten.
Commons: Rauchenwarth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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