Ravatit

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Ravatit (chemisch Phenanthren[6]) ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Organischen Verbindungen. Er kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung C14H10 und gehört damit zu den Kohlenwasserstoffen.

Schnelle Fakten Allgemeines und Klassifikation, Kristallographische Daten ...
Ravatit
Ravatit von der Halde Anna bei Alsdorf, NRW, Deutschland
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1992-019[1]

IMA-Symbol

Rav[2]

Chemische Formel C14H10
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Organische Verbindungen
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IX/B.02-075

10.BA.40
50.03.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-sphenoidisch 2[3]
Raumgruppe (Nr.) P21[4] (Nr. 4)
Gitterparameter a = 8,39 Å; b = 6,18 Å; c = 9,56 Å
β = 98,5°[4]
Formeleinheiten Z = 2[4]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 1
Dichte (g/cm3) 1,11
Spaltbarkeit vollkommen
Farbe farblos, weiß, blass grau
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz, Wachsglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,750
nγ = 1,950[5]
Doppelbrechung δ = 0,200[5]
Optischer Charakter zweiachsig wechselnd
Achsenwinkel 2V = 90°
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Ravatit entwickelt überwiegend blättrige, polykristalline Kristalle von etwa 0,1 mm Größe, aber auch poröse, unregelmäßige Aggregatformen und krustige Überzüge, die entweder farblos oder von weißer bis blassgrauer Farbe und glasigem bis wachsartigem Glanz sind. Die Strichfarbe des Ravatits ist dagegen immer weiß.

Seine Mohs'sche Härte beträgt 1, das heißt Ravatit ist weich wie Talk und lässt sich mit dem Fingernagel ritzen. Mit einer Dichte von 1,11 g/cm³ ist das Mineral nur wenig dichter als Wasser (1 g/cm³).

Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden und beschrieben wurde Ravatit 1993 von Nasdala und Pekov. Diese benannten das Mineral nach seiner Typlokalität Ravat im Gissar-Gebirge/Sughd in Tadschikistan.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Ravatit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IX/B.02-075. Dies entspricht der Klasse der „Organische Verbindungen“ und dort der Abteilung „Stickstoff-freie Kohlenwasserstoffe“, wo Ravatit zusammen mit Branchit, Dinit, Fichtelit, Flagstaffit, Hoelit, Idrialin, Karpathit, Kratochvílit, Phylloretin, Refikit, Simonellit und Wampenit die Gruppe der „Ringförmige Strukturen“ mit der Systemnummer IX/B.02 bildet.[7]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[8] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Ravatit in die Klasse der „Organische Verbindungen“ und dort in die Abteilung „Kohlenwasserstoffe“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung 10.BA zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 10.BA.40 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Ravatit die System- und Mineralnummer 50.03.02.01. Das entspricht der Klasse der „Organische Minerale“ und dort der Abteilung „Organische Minerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Salze organischer Säuren (Kohlenwasserstoffe)“ in der „Ravatitgruppe“, in der auch Branchit eingeordnet ist.

Kristallstruktur

Phenanthren

Ravitit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe (Raumgruppen-Nr. 4) mit den Gitterparametern a = 8,39 Å; b = 6,18 Å; c = 9,56 Å und β = 98,5° sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[9]

Bildung und Fundorte

Ravatit bildet sich nur selten durch Resublimation aus brennender Kohle bei etwa 50 °C bis 60 °C (Kohlenbrand). Begleitminerale sind Salmiak und Hämatit.

Bisher wurde das Mineral nur an drei Orten gefunden, bei Alsdorf und Freital in Deutschland und seiner Typlokalität Ravat in Tadschikistan.[5]

Siehe auch

Einzelnachweise

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