Rechliner Mauer

Mauer, die den Ort Rechlin von 1948 bis 1993 in einen russischen und deutschen Sektor teilte From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Rechliner Mauer teilte den Ort Rechlin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte von Anfang der 1950er Jahre bis 1993 in einen sowjetischen und einen deutschen Sektor.

Reste der Rechliner Mauer (2019)
Karte des Mauerverlaufs

Geschichte

Auf dem Gelände der früheren Erprobungsstelle Rechlin waren ab 1945 Truppen der sowjetischen Luftstreitkräfte stationiert. 1948 begann die Teilung des Ortes.[1] Anfang der 1950er Jahre wurde das Areal zuerst durch eine Holzwand und dann mit einer Mauer umgeben.[2] Über 40 Jahre trennte diese 2,5 km lange Mauer den deutschen Teil von Rechlin mit 2500 Einwohnern von den bis zu 4500 Militärangehörigen mit ihren Familien.[3][4] Offiziell durften Rechliner diesen Teil nicht betreten. Frauen wurden toleriert und konnten in einem Laden auf sowjetischer Seite einkaufen.[5] Im Rahmen des Zwei-plus-Vier-Vertrages zur Deutschen Einheit wurde der Abzug der sowjetischen Truppen aus der dann ehemaligen DDR vereinbart. 1991 zerbrach die Sowjetunion, die meisten ihrer Nachfolgestaaten schlossen sich zur Gemeinschaft Unabhängiger Staaten zusammen. Unmittelbar nach dem Abzug der GUS-Streitkräfte im Sommer 1993 beschloss die Gemeinde, im Bereich der Fritz-Reuter-Straße ein 80 m langes Teilstück der Mauer zu erhalten.[2] Ihre Überreste und Schautafeln sind in der Mauerstraße und an der Müritzstraße zu finden; durch den Ort verläuft eine blaue Linie, die den ehemaligen Verlauf des Bauwerks markiert.

Mauerpark

Im Juni 2025 wurde ein Mauerpark eröffnet,[1] darin steht ein Denkmal zur Erinnerung.[4] Die Eröffnung war bereits für das 30-jährige Jubiläum des Abzugs der sowjetischen Truppen geplant, verzögerte sich aber, da die Finanzmittel zuerst für die Räumung von Militäraltlasten genutzt wurden.[6]

Commons: Rechliner Mauer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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