Recklingen

Ortsteil von Apenburg-Winterfeld From Wikipedia, the free encyclopedia

Recklingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Flecken Apenburg-Winterfeld im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Schnelle Fakten Flecken Apenburg-Winterfeld ...
Recklingen
Koordinaten: 52° 44′ N, 11° 14′ O
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 6 km²[1]
Einwohner: 139 (31. Dez. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 17. Oktober 1973
Eingemeindet nach: Winterfeld
Postleitzahl: 38486
Vorwahl: 039009
Recklingen (Sachsen-Anhalt)
Recklingen (Sachsen-Anhalt)
Lage von Recklingen in Sachsen-Anhalt
Dorfkirche Recklingen
Dorfkirche Recklingen
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Geographie

Recklingen, ein Straßendorf mit Kirche, liegt etwa 10 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Salzwedel in der Altmark. Nördlich des Dorfes liegt der Baarser Mühlengraben, der in die Purnitz fließt.[1][3]

Nachbarorte sind Klein Apenburg im Westen, Baars im Norden, Winterfeld im Osten und der Flecken Apenburg im Südwesten.[3]

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Schon um 1300 und im Jahre 1318 war das Dorf in Besitz der Familie von der Schulenburg.[4] Im Jahre 1320 wird Joannes Rekeling in Salzwedel erwähnt.[5]

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Rekelinge aufgeführt. Die von der Schulenburg hatten hier Einkünfte, auch aus einer Mühle.[6] Eine Erwähnung als Reckling stammt aus dem Jahre 1377, als ein Ritter von der Schulenburg die Dörfer Stappenbeck, Cricheldorf und Reckling verkaufte.[7] Weitere Nennungen sind 1687 Reckeling[1] und schließlich 1804 Recklingen.[8]

Bei der Bodenreform 1946 wurden 336,4 Hektar enteignet und auf 35 Siedler aufgeteilt. 1948 gab es daraus 35 Erwerber, davon 11 Neusiedler. Im Jahre 1958 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ I, die LPG „Voran“, die 1968 an die LPG vom Typ III in Winterfeld angeschlossen wurde.[1]

Herkunft des Ortsnamens

Jürgen Udolph führt den Ortsnamen auf den altsächsischen Personennamen „Rikil“ von „riki“ für „reich, mächtig“ mit dem Suffix -ingen zurück. Als andere mögliche Deutung führt er das mittelniederdeutsche Wort „reke“ für „niedriges Gebüsch“ oder „eine sich im freien Feld hinziehende Hecke“.[9]

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte das Dorf zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 bis 1813 lag es im Kanton Groß Apenburg auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam die Gemeinde 1816 zum Kreis Salzwedel, dem späteren Landkreis Salzwedel.[1]

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Recklingen in den Kreis Klötze umgegliedert. Am 17. Oktober 1973 wurde die Gemeinde Recklingen in die Gemeinde Winterfeld eingemeindet.[10]

Am 1. Juli 2009 schloss sich die Gemeinde Winterfeld mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Flecken Apenburg-Winterfeld zusammen. So kam Recklingen am gleichen Tag als Ortsteil zu Apenburg-Winterfeld.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1734127
1774067
1789121
1798143
1801119
1818103
Jahr Einwohner
1840180
1864219
1871215
1885234
1892[00]257[11]
1895243
Jahr Einwohner
1900[00]230[11]
1905237
1910[00]247[11]
1925223
1939213
1946388
Jahr Einwohner
1964280
1971234
2015[00]153[12]
2018[00]150[12]
2020[00]145[13]
2021[00]133[13]
Jahr Einwohner
2022[00]133[14]
2023[0]139[2]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1971:[1]

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Recklingen, die früher zur Pfarrei Groß-Apenburg gehörte,[15] wird heute betreut vom Pfarrbereich Apenburg des Kirchenkreises Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[16]

Die historischen Überlieferungen in Kirchenbüchern für Recklingen beginnen im Jahre 1649.[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche

Die evangelische Dorfkirche Recklingen ist eine flach gedeckte Chorkirche bestehend aus einen Rechtecksaal aus Feldstein mit halbrunden Ostschluss und barockem Fachwerkdachreiter. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde der ursprüngliche mittelalterliche Bau stark verändert.[18][9] Das Feldsteinmauerwerk ist mit Ritzquaderung versehen. Der Südanbau aus Fachwerk ist auf 1749 datiert; neuzeitlich sind auch die großen Stichbogenfenster, der Fachwerkturm und die kleine Westvorhalle aus Backstein. Die Kirche steht auf dem Ortsfriedhof.

Weitere Sehenswürdigkeiten

  • Vor der Kirche steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, bestehend aus einer halbkreisförmigen Mauer mit zwei eingelassenen Tafeln, davor ein großes Steinkreuz mit Inschrift.[19]
  • Teilweise unter Denkmalschutz stehen die gut erhaltenen Hofanlagen aus dem 19. Jahrhundert mit traufständigen Wohnhäusern und Torhäusern aus Fachwerk.[1]

Wirtschaft und Infrastruktur

  • Das frühere Gutshaus in Recklingen wird seit 1945 als Kinderheim genutzt und wurde in den 1990er Jahren komplett saniert. Es wird betrieben vom Jugendhilfeverbund JuLe.[20]
  • Im Dorf gibt es einen Jungrinderaufzucht-Betrieb und eine Biogasanlage.

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1749–1752, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 125–126 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 343–344, 132. Recklingen (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Commons: Recklingen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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