Redkowice

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Redkowice (deutsch Rettkewitz) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zur Gmina Nowa Wieś Lęborska im Powiat Lęborski.

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Redkowice
?
Redkowice (Polen)
Redkowice (Polen)
Redkowice
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Lębork
Gmina: Nowa Wieś Lęborska
Geographische Lage: 54° 33′ N, 17° 38′ O
Einwohner: 310 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 84-342
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GLE
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Danzig
Schließen

Geographische Lage

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa acht Kilometer westnordwestlich der Stadt Lębork.

Dorfteich

Geschichte

Dorfkapelle aus dem 19. Jahrhundert
Dorfkirche (2014), bis 1945 Gotteshaus der evangelischen Gemeinde Rettkewitz

Im Jahr 1299 erhielt der Ritter Jasbon Pirch oder Pyrsza aus Böhmen vom Deutschen Orden, dessen Armee er als Feldherr gedient hatte, als Belohnung für seine Verdienste die Ortschaften Rettkewitz, Chotzlow, Vitröse und Niebendzin geschenkt; der Ritter war der Stammvater der später weit verzweigten[2] hinterpommerschen Familie Pirch.[3] Um 1784 gab es in Rettkewitz zwei Vorwerke, vier Bauernhöfe, zehn Kossäten, eine Schmiede, ein Schulhaus und insgesamt 26 Feuerstellen (Haushaltungen); Besitzer des Dorfs zum damaligen Zeitpunkt war der Lieutenant Johann Alexander Hartwig v. Natzmer.[3] Später gehörte das Rittergut Rettkewitz Werner von Selchow (1806–1884), der Landrat des Lauenburg-Bütowschen Kreises und anschließend bis 1851 Landrat des Kreises Lauenburg war.

Rettkewitz wurde 1874 dem neu gebildeten Amtsbezirk Rettkewitz zugeordnet, dem folgende Ortschaften angehörten:[4] 1) Gutsbezirk Wobensin, 2) Gemeinde Wobensin, 3) Gutsbezirk Rettkewitz, 4) Gemeinde Rettkewitz und 5) Gutsbezirk Karolinenthal. Als Amtsvorsteher des Amtsbezirks Rettkewitz fungierte 1874 der Staatsminister a. D. Werner von Selchow, der auf dem Gut Karolinenthal saß.[5]

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Rettkewitz eine Flächengröße von 17,3 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 70 bewohnte Wohnhäuser an drei verschiedenen Wohnstätten:[6]

  1. Karolinenthal
  2. Rettkewitz
  3. Schlüsselberg

Um 1935 gab es in Rettkewitz einen Gasthof.[7]

Im Jahr 1945 gehörte der Amtsbezirk Rettkewitz zum Landkreis Lauenburg i. Pom. im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Bald darauf wurde der Ort zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Es begann danach die Zuwanderung polnischer Zivilisten, von denen die einheimischen Dorfbewohner aus ihren Häusern und Gehöften gedrängt wurden. Der Ortsname Rettkewitz wurde zu Redkowice polonisiert. Die Alteinwohner des Dorfs wurden in der darauf folgenden Zeit von der polnischen Administration aus Rettkewitz vertrieben.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1818145Dorf, adlige Besitzung[8]
1852406Dorf[9]
1864510einschließlich Militär[10]
1871306davon 296 Evangelische, vier Katholiken und sechs sonstige Christen[11]
190533391 in der Landgemeinde, 242 im Gutsbezirk[12]
1910339am 1. Dezember, davon 98 im Gemeindebezirk und 241 im Gutsbezirk[13]
1925462davon 439 Evangelische und 16 Katholiken[6]
1933532[14]
1939495[14]
Schließen

Persönlichkeiten: Söhne und Töchter des Ortes

Literatur

  • Rettkewitz, Dorf und Rittergut, Kreis Lauenburg in Pommern, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Rettkewitz (meyersgaz.org)
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1078, Ziffer 72 (Google Books).
  • Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. 1912 (Digitalisat)
Commons: Redkowice – Sammlung von Bildern

Fußnoten

Related Articles

Wikiwand AI