Rednitzhembach

Gemeinde im Landkreis Roth in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Rednitzhembach (fränkisch: Hembach[2]) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Roth.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Rednitzhembach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rednitzhembach hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 18′ N, 11° 5′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Roth
Höhe: 327 m ü. NHN
Fläche: 13,01 km²
Einwohner: 6945 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 534 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91126
Vorwahl: 09122
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 137
Gemeindegliederung: 8 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
91126 Rednitzhembach
Website: rednitzhembach.de
Erster Bürgermeister: Jürgen Spahl (parteilos)
Lage der Gemeinde Rednitzhembach im Landkreis Roth
KarteSoosHeidenberg
Karte
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Geografie

Lage

Die Gemeinde liegt 18 Kilometer südlich der Städteachse NürnbergFürth, fünf Kilometer südöstlich von Schwabach und sechs Kilometer nördlich von Roth. Im Südosten liegt der Staatsforst Soos.[3]

Gemeindegliederung

Es gibt acht Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]

Die Einöde Steinbruch ist wüst gefallen.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Rednitzhembach und Walpersdorf. Die Gemarkung Rednitzhembach hat eine Fläche von 5,958 km². Sie ist in 2791 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2134,63 m² haben.[6] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Oberfichtenmühle, Plöckendorf und Unterfichtenmühle.[7]

Gewässer

Durch Rednitzhembach fließt die Rednitz, in die als rechter Zufluss der Hembach und von links der Mainbach münden. Weiterhin nimmt die Rednitz am nordöstlichen Rand des Gemeindeteiles Plöckendorf als Vorfluter die gereinigten Abwässer der Kläranlage Rednitzhembachs auf. Das Gemeindegebiet Rednitzhembachs wird östlich vom Main-Donau-Kanal, Kilometer 81 bis 83 West, begrenzt.

Geschichte

Erste Besiedelung

Um das Jahr 1000 v. Chr. gab es im heutigen Gemeindeteil Untermainbach eine urnenfelderzeitliche Siedlung. Das fand die Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg bei Grabungen in den 1930er und 1970er Jahren heraus. Dabei wurden in Untermainbach drei sehr gut erhaltene Brillenspiralen und ein Bronzebeil gefunden.

Neuzeit

Kirche mit Wandmalereien

Der Ort wurde 1345 als „Retzenhennebach“ erstmals urkundlich erwähnt. Benannt wurde der Ort nach der Rednitz und dem Hembach.[8][9]

Die Grundherrschaft gehörte 1450–1603 der Nürnberger Patrizierfamilie Zollner vom Brand, die das Herrenhaus erneuern ließ und vermutlich auf dem Grund des Herrensitzes die Kirche erbauen ließ, in der bedeutende spätmittelalterliche Wandmalereien aus der Zeit nach 1470 erhalten sind.[10] Von 1603 bis 1811 gehörte der (nicht mehr erhaltene) Herrensitz den Behaim.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Rednitzhembach 31 Anwesen, eine Pfarrkirche und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Schwand aus. Grundherren waren das Richteramt Schwand (1 Eineinhalbhof mit Tafernwirtschaft, 1 Ganzhof, 2 Tafernwirtschafts-Ganzhöfe, 2 Zweidrittelhöfe, 2 Halbhöfe, 1 Gut mit Schmiede, 5 Gütlein, 3 Zapfenwirtschafts-Leerhäuser, 8 Leerhäuser, 1 Haus, 1 Mahl- und Sägmühle) und der Nürnberger Eigenherr von Behaim (1 Halbhof mit Tafernwirtschaft, 1 Leerhaus, 1 halbes Leerhaus, 1 Haus).[11] Es gab 29 Untertansfamilien, von denen 27 ansbachisch und 2 nürnbergisch waren.[12][13]

Von 1797 bis 1808 unterstand Rednitzhembach dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Rednitzhembach gebildet. Zu der I. Sektion gehörten Rednitzhembach, Oberfichtenmühle, Plöckendorf, Steinbruch und Unterfichtenmühle, zu der II. Sektion Igelsdorf, Untermainbach, Walpersdorf und Weihersmühle. 1818 entstand die Ruralgemeinde Rednitzhembach, die mit der I. Sektion deckungsgleich war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1919 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Rednitzhembach zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1879 in Amtsgericht Schwabach umbenannt).[14] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,962 km².[15]

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Walpersdorf eingegliedert.[16]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Rednitzhembach

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852186118671871187518801885189018951900190519101919192519331939194619501961197019872007201020152022
Einwohner 444579530544482456418434395430421406412472489527618677114211461681126354476953690868347077
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Quelle [18][19][20][20][21][22][23][24][25][26][27][20][28][20][29][20][30][20][20][31][15][32][33][34][34][34][35]
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Ort Rednitzhembach

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401861187118851900192519501961197019872021
Einwohner 3414764023583043134006387167099031517
Häuser[17] 394153536794132250
Quelle [18][19][21][23][26][28][30][31][15][32][33][36]
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Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Der Rednitzhembacher Gemeinderat hat 20 Sitze, über deren Verteilung bei den Kommunalwahlen entschieden wird. Die letzte Kommunalwahl fand am 15. März 2020 statt. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,5 %.

Kommunalwahl 2020
 %
40
30
20
10
0
37,7
22,9
20,4
19,9
7
4
5
4
7 4 5 4 
Insgesamt 20 Sitze

Erster Bürgermeister ist seit 1996 der parteilose Jürgen Spahl (2020 mit 87,6 % im Amt bestätigt), der die Gemeindefinanzen konsolidierte und die Gemeinde seit 2003 schuldenfrei stellte. Dieses Ziel wurde u. a. durch die Gründung der Gemeindewerke Rednitzhembach GmbH erreicht, die einen Teil der kommunalen Aufgaben (z. B. Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Friedhofswesen) übernahmen.

Wappen und Flagge

Wappen
Wappen von Rednitzhembach
Wappen von Rednitzhembach
Blasonierung:Geteilt; oben in Schwarz ein wachsendes oberhalbes silbernes Mühlrad, unten gespalten von Silber und Rot mit aufgelegtem, blauen Wellenbalken[37]
Wappenbegründung: Die Lage der Gemeinde an der Rednitz wird durch den Wellenbalken, die Bedeutung der Rednitzhembacher Mühlenbetriebe durch das stilisierte halbe Mühlrad dargestellt. Im Ort waren die Nürnberger Patrizier Zollner vom Brand und nachfolgend (ab 1603) die Behaim von Schwarzbach begütert, deren Wappen (Silber-Rot-Spaltung) darum in das Gemeindewappen übernommen wurde, welches durch die Farben Weiß-Schwarz auf die Beziehungen zu Brandenburg-Ansbach hinweist. („Unser Bayern“, Nr. 8/76)

Die Gemeinde Rednitzhembach führt seit 1975 das Wappen.

Flagge

Die Gemeindeflagge ist Weiß-blau-weiß.[38]

Partnergemeinden

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Evangelische Pfarrkirche

Veranstaltungen

  • Kirchweih am vierten Wochenende nach Pfingsten
  • Fischerfest des Hembacher Fischereivereins e. V. (drittes Wochenende nach Pfingsten)
  • Klassik-Open-Air am Kunstweg am ersten Samstag der Sommerferien
  • Weinfest rund um das Gemeindezentrum mit der Partnergemeinde Bardolino und dem Rednitzhembacher Gewerbeverein, Anfang bis Mitte September
  • Adventsmarkt rund um das Gemeindezentrum am Samstag vor dem Ersten Advent
  • „Lichterschiffchenfahren“ der Freiwilligen Feuerwehr am Ersten Advent
  • Lebendiger Adventskalender während der Adventszeit

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Staatsstraße 2409 führt an Plöckendorf vorbei zur Anschlussstelle 56 der Bundesautobahn 6 (3,5 km nordwestlich) bzw. über Pfaffenhofen nach Roth (5,8 km südlich). Die Kreisstraße RH 1 führt zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 2 und darüber hinaus nach Schwand (3 km östlich).[3]

Der S-Bahnhof (S 2) in Rednitzhembach liegt in der Nähe des Gemeindezentrums. Die Bahnstrecke ist dreigleisig, wobei nur ein Gleis für beide Richtungen der S-Bahn-Verbindung zwischen Roth, Nürnberg Hauptbahnhof, Feucht und Altdorf (bei Nürnberg) nutzbar ist. Buslinien verkehren nach Schwabach, Schwanstetten und Wendelstein, darüber hinaus existiert ein Rufbus, der verschiedene Haltestellen in der Gemeinde anfährt.

Medien

Die einzige regionale Tageszeitung in Rednitzhembach ist das Schwabacher Tagblatt. Für den Bereich „Lokales“ ist die in Schwabach ansässige Redaktion zuständig. Der restliche und überwiegende Teil der Zeitung wird von den Nürnberger Nachrichten geliefert.

Monatlich erscheint das Rednitzhembacher Gemeindemagazin „bürgerbrief“. Das Heft (durchschnittlich 24 bis 28 Seiten) ist kostenlos, wird an jeden Haushalt der Gemeinde verteilt und enthält die aktuellen Informationen aus dem Rathaus, von den Rednitzhembacher Vereinen und der Wirtschaft.

Bildung

In Rednitzhembach gibt es eine Grund- und Mittelschule mit angeschlossenem Hort und Mittagsbetreuung. Die Schule ist außerdem sowohl eine offene, als auch gebundene Ganztagesschule, verfügt über eine Praxisklasse und Übergangsklassen für Kinder von Migranten und Asylbewerbern.

Zur katholischen Kirchengemeinde gehört die von ehrenamtlichen Mitarbeitern betriebene katholische öffentliche Bücherei, die über ein breitgefächertes Angebot unterschiedlicher Medien verfügt.

Ferner gibt es in Rednitzhembach eine Außenstelle der Volkshochschule des Landkreises Roth, die zahlreiche Kurse und Veranstaltungen anbietet.

Kindertagesstätten

Rednitzhembach hat drei Kindertagesstätten – zwei konfessionelle (Trägerschaft evangelische bzw. katholische Kirchengemeinde) und eine nicht konfessionelle (AWO-Trägerschaft), denen jeweils Krippengruppen angeschlossen sind.

Vereine und Gewerbe

Gewerbe

In Rednitzhembach gibt es zwei Gewerbegebiete:

  • Gewerbegebiet Nord: Das Gewerbegebiet Nord ist vollständig genutzt
  • Gewerbegebiet Süd: Das Gewerbegebiet Süd hat eine Gesamtfläche von über 250.000 m². Freie Flächen stehen noch zur Verfügung (Stand Februar 2024)[41]

Vereine

Insgesamt gibt es in Rednitzhembach 55 Vereine (Stand Februar 2024).[42]

Ehrenbürger

  • Johann Schrödel, von 1908 bis 1933 Bürgermeister von Rednitzhembach
  • Pfarrer Johann Spies, von 1962 bis 1991 katholischer Pfarrer in Plöckendorf, heute Rednitzhembach; organisierte das katholische Leben in Rednitzhembach und schuf das Kirchenzentrum mit Kindergarten
  • Elisabeth Slowenski, Gemeinderätin, Gründerin des Rednitzhembacher Theatervereins, Verfasserin von heimatgeschichtlichen Schriften und Prosa

Literatur

Monographien

  • Gerhard Dittrich (Hrsg.): Rednitzhembach: ein Gemeindeentwicklungsprogramm. SIN-Städtebauinstitut-Forschungsgesellschaft mbH, Nürnberg 1973, DNB 760512043.
  • Sibylla Hauser: Kriegsjahre in unserem Dorf (Rednitzhembach im Zweiten Weltkrieg, mit s/w Abbildungen), 1997.
  • Martin Schieber (Hrsg.): Rednitzhembach: ein Streifzug durch die Jahrhunderte. Rednitzhembach 2002, DNB 966002024.
  • Martin Schieber (Hrsg.): Rednitzhembach: ein Streifzug durch das Vereinsleben. Rednitzhembach 2004, DNB 972463534.

Artikel

Commons: Rednitzhembach – Sammlung von Bildern

Fußnoten

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