Sana Kliniken

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Die Sana Kliniken AG ist ein privater Gesundheitsdienstleister und betreibt medizinische Präventionszentren, Akut- und Fachkliniken, Medizinische Versorgungszentren und Sanitätshäuser. Das Unternehmen hat 2024 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro erwirtschaftet.[1] Firmensitz ist Ismaning bei München.

Schnelle Fakten
Sana Kliniken AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 11. März 1976
Sitz Ismaning, Deutschland Deutschland
Leitung Vorstand:
  • Thomas Lemke (Vorsitzender)
  • Stefanie Kemp
  • Jens Schick
  • Ralph Wiechers
  • Irmgard Wübbeling
Mitarbeiterzahl 41.500 (2024)[1]
Umsatz 3,6 Mrd. Euro (2024)[1]
Website www.sana.de
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Geschichte

Die Sana Gruppe wurde 1972 vom „Verein zur Planung und Förderung privater Krankenhäuser e. V.“ in Köln von 18 privaten Krankenversicherungsunternehmen gegründet. Wenig später wurde der Unternehmensname, auf Forderung des Registergerichts, um den Zusatz „Sana“ (lat. sanare „heilen, gesund machen“) ergänzt.

Seitdem ist die Zahl der Eigentümer aus diesem Bereich auf 24[2] deutsche Krankenversicherungen angestiegen. Zuerst erwarb das Unternehmen nur Allgemeinkrankenhäuser aus nichtkommunaler Trägerschaft. Ab 1984 erfolgte mit dem städtischen Allgemeinkrankenhaus Hürth die erste Übernahme eines kommunalen Krankenhauses.

In den 1980er Jahren erwarb die Gruppe kleinere private Kliniken, die in wirtschaftliche Bedrängnisse geraten waren. Erstmals wurden auch Fachkliniken übernommen und die Leistungen um die Rehabilitation erweitert.

Über Managementverträge mit finanziell angeschlagenen Kliniken aus öffentlicher oder frei-gemeinnütziger Trägerschaft wuchs die Gruppe in den 1990er Jahren weiter an. Zu dieser Zeit wurde auch die Zusammenarbeit mit Kommunen und Landkreisen bei der Betriebsführung von Alten- und Pflegeheimen aufgenommen. Aktuell führt Sana das Pflegezentrum Elbmarsch in Elmshorn unter Mehrheitsbeteiligung.[3]

In Rostock wurde ab dem 1. November 2000 erstmals ein deutsches Universitätsklinikum auf der Basis eines Managementvertrages bewirtschaftet.

2005 hatten die Sana Kliniken die Mehrheit am Paritätischen Unternehmensverbund in Berlin übernommen.

2006 erfolgten weitere Übernahmen im Bereich der 2.200 Krankenhäuser, davon rund 1800 kleinere Häuser im ländlichen Raum. Von 2004 bis 2007 übernahm Sana 16 öffentliche Krankenhäuser und integrierte sie in den Konzern. 2007 erfolgte die Übernahme der Städtischen Kliniken Düsseldorf sowie deren Altenheime und zunächst eine 49-Prozent-Beteiligung am Klinikum Duisburg (ehemals Städtische Kliniken Kalkweg), die 2015 auf 99 Prozent erhöht wurde.[4] Die Eigner wandelten das Unternehmen im November 2007 in eine Aktiengesellschaft um und stockten das Eigenkapital auf 120 Millionen Euro auf. Ein Börsengang ist nicht vorgesehen.[5]

Im Februar 2009 unterzeichnete die Sana Kliniken AG mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erstmals einen bundesweiten Konzerntarifvertrag für alle Beschäftigungsgruppen. Dieser galt zunächst für etwa 6000 der damals rund 16.400 Mitarbeiter.[6] In den Folgejahren wurde der tarifliche Geltungsbereich ausgeweitet. Im Juli 2024 trat ein aktualisierter Tarifvertrag für rund 8000 Beschäftigte an 17 Standorten in Kraft.[7] Zudem werden in weiteren Einrichtungen Regelungen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) angewandt.[8]

2009 kaufte der Sana-Konzern 74,9 Prozent der Klinikanteile der Regio Kliniken GmbH des Kreises Pinneberg. Nach jahrelangen Verlusten haben die Regio Kliniken im Jahr 2017 erstmals einen Gewinn erwirtschaftet.[9]

2010 übernahm die Sana Kliniken AG das Krankenhaus Rummelsberg in Schwarzenbruck, 2012 die Kliniken des Landkreises Cham mit den Standorten Bad Kötzting, Roding und Cham sowie das Sana Krankenhaus Radevormwald und das HANSE-Klinikum Wismar.

2013 erfolgte die Übernahme von drei Kliniken des Landkreises Biberach in Baden-Württemberg. Darüber hinaus wurde im Sommer 2013 in Hessen das Klinikum Offenbach am Main erworben.

Seit 2015 ist Sana Eigentümer der Kliniken Leipziger Land in Borna und Zwenkau, die die Helios-Kliniken im Zusammenhang mit dem Kauf von Rhön-Kliniken aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen mussten. Außerdem erwarb Sana die Berliner Polikum-Gruppe, zu der auch die Leipziger Medica-Klinik gehört.[10]

2016 übernahmen die Sana-Kliniken das AGAPLESION Bethesda Krankenhaus Stuttgart. Es wird unter der Bezeichnung Sana Klinik Bethesda Stuttgart geführt. Zum 1. Januar 2023 übernahm die Robert-Bosch-Krankenhaus GmbH (RBK) die Sana Klinik Bethesda Stuttgart gGmbH.

Am 24. Mai 2017 erfolgte die Übernahme der Roeser-Unternehmensgruppe mit Sitz in Essen.[11] Außerdem der Erwerb des DRK-Krankenhauses Middelburg in Süsel.[12]

Im Zuge eines Bieterverfahrens hat Sana 2017 das Dreifaltigkeits-Krankenhaus in Köln gekauft.[13] Bisherige Trägerin und Alleingesellschafterin war die Cherubine-Willimann-Stiftung Arenberg. Im selben Jahr übernahm die Sana Kliniken AG die private Klinik Dr. Schreiber GmbH in München.[14] Die Klinik wurde in den „Sana Gesundheitscampus München“ integriert, der am 15. Mai 2017 eröffnete.

Im Jahr 2018 übernahm Sana die Fabricius-Klinik Remscheid. Das Haus wird seitdem unter dem Namen Sana Fabricius-Klinik Remscheid weitergeführt. Ebenfalls 2018 beteiligte sich die Sana Kliniken AG erstmals an der Med 360° SE, einem bundesweit tätigen medizinischen Leistungserbringer für diagnostische und therapeutische Leistungen.[15]

Am 25. November 2019 übernahmen die Sana-Kliniken 74,9 % am Evangelischen Krankenhaus „Gottesfriede“ in Wolterstorf. 25,1 % verbleiben beim bisherigen Träger, dem Deutsche Jugendverband „Entschieden für Christus“ (EC).[16][17] Im Jahr 2019 erfolgte außerdem die Übernahme der privaten Krankenhaus Bad Doberan GmbH.[18]

Am 16. September 2021 stellten die Sana-geführten Regiokliniken des Kreises Pinneberg die Planung zur Zusammenlegung der Standorte Elmshorn und Pinneberg vor. Es soll ein Neubau entstehen.[19] Außerdem übernahm Sana im Dezember 2021 die Mehrheitsanteile des Klinikums Niederlausitz mit 51 Prozent[20]

Im Januar 2022 verkaufte der Klinikkonzern die Sana Kliniken Ostholstein an Ameos. Zum Klinikverbund zählen die Häuser Eutin, Oldenburg, Middelburg und Fehmarn.[21]

Im April 2022 stellten die Sana Kliniken Bad Wildbad ihren Betrieb ein.[22] Die Sana Klinik Laupheim wurde am 31. Dezember 2022 geschlossen.[23] Die Sana Kliniken AG übernahm zum 1. Februar 2023 51 Prozent der Anteile an der Paulinenkrankenhaus gGmbH und 100 Prozent der Paulinen Service Gesellschaft mbH.

Nach Übernahme weiterer Anteile wurde Sana im Jahr 2023 Mehrheitsaktionär des medizinischen Leistungserbringers Med 360° SE. Das Unternehmen wird seither eigenständig geführt. Die Mehrheitsbeteiligung soll die ambulanten und stationären Versorgungsangebote miteinander verzahnen.[24]

Am 2. Januar 2024 kaufte der kommunale Klinikverbund Klinikum Stuttgart das Rotkreuz-Krankenhaus Bad-Canstatt, welches in Folge geschlossen wurde, sowie die Sana Herzchirurgie Stuttgart und das Pneumologisch-Neurologische Zentrum PNZ.[25]

Zum 1. November 2024 wurden die oberfränkischen Teile der insolventen Regiomed-Kliniken GmbH, die drei Kliniken in Coburg, Lichtenfels und Neustadt bei Coburg, mehrere Medizinische Versorgungszentren (MVZ), die Medical School zur universitären Medizinerausbildung sowie die Zentralverwaltung mit insgesamt 3200 Mitarbeitenden übernommen.[26]

Im Mai 2025 übernahm die Sana Kliniken AG die Mehrheit an der Muldentalkliniken GmbH mit den Standorten Grimma und Wurzen sowie an den Tochtergesellschaften Servicegesellschaft Muldental gGmbH und Soziale Dienste Muldental gGmbH. Der Landkreis Leipzig blieb mit 10,1 Prozent beteiligt.[27] Die Muldentalkliniken waren zuvor infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gegangen.[28] Die beiden Akutkliniken bilden zusammen mit den beiden Sana-Kliniken in Borna und Zwenkau den Sana-Medizinverbund Landkreis Leipzig, der in der Region rund 260.000 Patienten versorgt.[1][29]

Zum 1. Januar 2026 schlossen sich die Sana Kliniken Duisburg (Wedau und Rheinhausen) mit dem Evangelischen Krankenhaus BETHESDA in Hochfeld zusammen. Die drei Standorte firmieren künftig unter dem Namen Sana Bethesda Duisburg GmbH und versorgen jährlich über 120.000 Patienten.[30][31] Mit dem neuen Verbund vollzog sich der erste trägerübergreifende Zusammenschluss von Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Krankenhausreform.[32]

Unternehmen

Die Sana Kliniken AG betreibt bundesweit 48[33] Krankenhäuser aller Versorgungsstufen. Neben dem Kerngeschäft der Akutmedizin unterhält sie Fachkliniken in den Indikationen Herz-/Kreislauf, Orthopädie und Neurologie. Zudem führt Sana neben den konzerneigenen Kliniken weitere zwölf Krankenhäuser im Managementauftrag von kommunalen und konfessionellen Trägern.

Neben der stationären Versorgung ist Sana auch im ambulanten Bereich tätig, unter anderem über Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sowie Angebote der Prävention und Hilfsmittelversorgung. Nach eigenen Angaben plant das Unternehmen, die ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen stärker miteinander zu verbinden.[34][35]

Das Unternehmen beschäftigt 41.500 Mitarbeiter und versorgt jährlich 4 Millionen Patienten.[1]

Die Sana Kliniken AG unterhält 120 Tochtergesellschaften und Dienstleistungsbereiche, darunter für Einkauf & Logistik, Informationstechnologie und Medizintechnik.

2022 wurden die Sana Kliniken von Deloitte Private, Credit Suisse, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie mit dem „Best Managed Companies Award“ ausgezeichnet, einem laut Deloitte renommierten Gütesiegel für mittelständische Unternehmen.[36]

Haupteigner

Sana ist ein Unternehmen der privaten Krankenversicherungen. Die Anteile hielten 2024[37]:

Einrichtungen und Standorte

Alle genannten Einrichtungen befinden sich in der Trägerschaft der Sana Kliniken AG oder es besteht eine Minderheitsbeteiligung. Einrichtungen mit ausschließlicher Übernahme des Managements sind nicht aufgelistet:

Baden-Württemberg
  • Karl-Olga-Krankenhaus GmbH, Stuttgart (74 %, seit 1985)
  • Sana-Medizintechnisches Servicezentrum GmbH (Sana-MTSZ), Leinfelden-Echterdingen
  • Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH (74,9 %, seit 2013)
    • Sana Klinikum Biberach
    • Sana Klinik Laupheim (2022 geschlossen)
    • Sana Klinik Riedlingen (2020 geschlossen)
  • Fachklinik für Neurologie Dietenbronn GmbH, Schwendi (60 %)
  • Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof in Bad Wildbad GmbH
Sana Klinikum Hof
Bayern
  • Sana Klinik München GmbH (100 %)
  • Klinik am Birkenwald GmbH, Nürnberg (Managementvertrag; bis 2021: 100 %)[39]
  • Sana Klinikum Hof GmbH
  • Sana Kliniken Oberfranken GmbH
  • Sana Klinik Pegnitz GmbH (100 %, seit 2005)
  • Sana Kliniken des Landkreises Cham GmbH (74,9 %)
    • Sana Krankenhaus Cham
    • Sana Krankenhaus Bad Kötzting
    • Sana Krankenhaus Roding (2022 geschlossen)
  • Krankenhaus Rummelsberg gGmbH, Schwarzenbruck (100 %, seit 2010)
  • Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren (Managementvertrag)[40]
  • clinic.log Logistik- und Dienstleistungsgesellschaft mbh, Eching mit drei Logistikzentren in Eching, Berlin und Leinfelden-Echterdingen. Kooperierend mit der Rhenus eonova GmbH, Berlin
  • Sana DGS GmbH, Ismaning (Reinigungsdienste, Hol- und Bringedienste und Patiententransporte in der Klinik)
  • Sana IT Services GmbH, Ismaning
  • Sana Personal Service GmbH, Ismaning (Arbeitnehmerüberlassung, Personalvermittlung und Personaldienstleistungen)
  • Sana TGmed GmbH, Ismaning (Gebäudemanagement)
  • Sana-Catering-Service GmbH (SCS), Ismaning (Cook & Chill, Cook & Serve, Sous-Vide-Verpflegung)
  • Sana Sterilgut Service GmbH, Ismaning (Aufbereitung von Medizinprodukten, Beratung von Sterilgutversorgungsabteilungen)
Berlin und Brandenburg
Sana Klinikum Offenbach
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
  • Sana-Krankenhaus Rügen GmbH, Bergen auf Rügen
  • Sana HANSE-Klinikum Wismar GmbH
  • Sana Krankenhaus Bad Doberan (seit 2019)[43]
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
  • Sana Kliniken Düsseldorf GmbH (51 % Mehrheitsbeteiligung)
  • Sana-Klinikum Remscheid GmbH (95 % Mehrheitsbeteiligung)
  • Sana Fabricius-Klinik Remscheid GmbH
  • Sana Krankenhaus Radevormwald gGmbH
  • Sana-Krankenhaus Hürth GmbH
  • Sana Bethesda Duisburg GmbH (60 % Mehrheitsbeteiligung)
    • Wedau Kliniken
    • Evangelisches Krankenhaus BETHESDA in Hochfeld
    • Bertha Krankenhaus
Sana Klinikum Borna
Sachsen
Schleswig-Holstein
  • Sana Kliniken Lübeck GmbH
    • Sana Krankenhaus Süd in Lübeck
    • Praxisklinik Travemünde
    • Sana Operationszentrum Lübeck GmbH
  • Regio Kliniken GmbH, ein Unternehmen der Sana Kliniken AG mit Sitz in Elmshorn
    • Klinikum Pinneberg
    • Klinikum Elmshorn
    • Klinikum Wedel wurde im Juni 2020 geschlossen
    • Pflegezentrum Elbmarsch in Elmshorn
    • Das Pflegezentrum Kummerfeld wurde im März 2017 geschlossen.

Einzelnachweise

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